Autor: Tobias Wüst

Sommer, Sonne, Strand und traumhaftes Wetter. So stellen wir uns wohl alle die Tropen vor. All dies hat auch die Insel San Esperito, der Schauplatz des Actionspiels Just Cause, zu bieten. Die dortige politische Lage lädt allerdings nicht wirklich zu einem entspannten Erholungsurlaub ein.

Der Inselstaat steht unter Verdacht, Massenvernichtungswaffen herzustellen und ist somit eine ernsthafte Gefahr für den Weltfrieden. Unser Held Rico Rodriguez, seines Zeichens Geheimagent der CIA, soll das Regime auf San Esperito stürzen Dabei muss er sich auch noch mit Drogenkartellen und Guerilla-Milizen herumschlagen. Willkommen im Paradies!

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Just Cause - Tropenurlaub mal anders: Bleihaltige Luft und schwere Jungs auf San Esperito.

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Böse Zungen sprechen bei Just Cause von einem GTA-Klon mit Far-Cry-Setting. Das mag auf den ersten Blick stimmen, erweist sich allerdings bei genauerer Betrachtung als ungerecht, gelingt es dem Spiel doch sich klar von den großen Vorbildern abzusetzen.

In der Preview-Version hat uns unter anderem die unglaubliche Bewegungsfreiheit imponiert. Für unseren Agenten Rico Rodriguez gibt es praktisch keinerlei Grenzen. Steile Felsklippen können genauso erreicht werden wie die Tiefen des Ozeans. Hier haben die Avalanche Studios gute Arbeit geleistet, denn nichts ist nerviger als gegen eine unsichtbare Barriere zu laufen und somit im Tatendrang gestört zu werden.Über den Wolken
Ein richtiger Geheimagent reist nicht in einem Linienflugzeug zum nächsten Einsatzort, nur um dort bereits bei der Sicherheitskontrolle in Gewahrsam genommen zu werden. Stattdessen stürzt sich Rico todesmutig aus einem Flugzeug, um dann mit dem Fallschirm seinem ersten Auftrag entgegenzuschweben.

Nach erfolgreicher Landung an einem wahrlich traumhaften Strand müssen wir sogleich einem alten Freund zur Hilfe eilen, der von regierungstreuen Truppen unter Beschuss genommen wird.

Gleich zu Beginn von Just Cause fällt auf, dass die Steuerung erfreulich intuitiv von der Hand geht.

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Ein Blick in die Steuerungsoptionen ist somit komplett überflüssig. Die ersten Gegner sind relativ schnell ausgeschaltet und stellen keine ernstzunehmende Gefahr dar. Selbst die anrückende Verstärkung der Regierungstruppen kann daran nichts ändern.

Trotz der anfänglichen Überlegenheit ist es am Strand nicht wirklich sicher, weshalb sich unser Agent zusammen mit seinem Partner zur Flucht in einem Pickup-Truck entscheidet. Dabei entwickelt sich eine spannende Verfolgungsjagd mit den Regierungstruppen, bei der Ihr euch die feindlichen Vehikels (Jeeps, Transport und Hubschrauber) mit einem Maschinengewehr vom Leib halten müsst.Im Unterschlupf angekommen, kann Rico zunächst einmal verschnaufen und sich mit neuen Waffen, Munition und einem fahrbaren Untersatz ausrüsten, bevor er sich mit voller Kraft voraus in neue Abenteuer stürzt. Die ersten Einsätze sind dabei recht abwechslungsreich.

Von der Befreiung von Guerilla-Kämpfern über die Ermordung eines einflussreichen Politikers bis hin zur Übernahme eines gesamten Dorfes gibt es viele unterschiedliche Szenarien. Bleibt zu hoffen, dass Just Cause auch mit zunehmender Spielzeit so abwechslungsreich bleibt.

Eure neuen Aufträge werden euch in kurzen Zwischensequenzen in Ingame-Grafik präsentiert, die mitsamt der deutschen Vertonung einen wirklich guten Eindruck hinterlassen. Im Spiel selbst könnt Ihr euch anhand einer Minimap und einem Entfernungsmesser zum nächsten Auftragsziel orientieren. Da dürfte es selbst Frauen schwer fallen, den falschen Weg einzuschlagen.Zu Land, zur See und in der Luft
Laufen ist zwar bekanntlich gesund, bei den Ausmaßen von San Esperito fühlt man sich aber innerhalb kürzester Zeit in eine mittlerweile betagte Werbung von Aral versetzt.

Über 1024 Quadratkilometer Tropenparadies und satte 34 Provinzen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Glücklicherweise stehen unserem Agenten Rico Rodriguez zahlreiche alternative Fortbewegungsmittel zur Verfügung, um schneller von A nach B zu gelangen. Ob auf einem Motorrad, in einem schnellen Sportflitzer, einem geländetauglichen Jeep oder in Kampfhubschraubern und sogar Schnellbooten macht unser Held eine gute Figur.

Die Vehikel werden freilich nicht gekauft, sondern stattdessen mehr oder weniger legal von den eigentlichen Besitzern ausgeborgt. Diese dürfen ihr Eigentum zumeist einige Kilometer weiter aus dem Meer angeln oder von der nächsten Felswand abkratzen.

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Fahrerisch sind übrigens keine Qualitäten á la GTR2 erforderlich. Die Vehikel lassen sich allesamt sehr arcade-lastig steuern, womit selbst die größten Rennspiel-Hasser keine Schwierigkeiten haben sollten.

Ebenfalls gut gelungen ist das Fahrzeugabwurf-Feature. Sollte gerade einmal kein fahrbarer Untersatz zur Verfügung stellen, könnt Ihr Unterstützung aus der Luft anfordern. Zu Beginn von Just Cause ist die Auswahl auf ein Crossbike begrenzt, im weiteren Verlauf stehen aber auch ein Grypocopter, ein Geländewagen und ein Speedboot für euch bereit.

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Staatsfeind Nr. 1
Wie schon aus vielen GTA-Teilen bekannt, müsst Ihr euch vor den Gesetzeshütern in Acht nehmen. Euren aktuellen Fahndungsstatus könnt Ihr einer kleinen Skala entnehmen, die von null bis fünf reicht. Leider scheint das KI-System der Polizei in der uns vorliegenden Preview-Version noch nicht völlig ausgereift zu sein.

Bereits beim kleinsten Regelverstoß sieht sich der gute Rico einer kleinen Armee gegenüber, die nichts anderes im Sinn hat, als unseren kleinen Agenten mit Blei zu füttern. Im Gegensatz dazu können wir nach der Befreiung eines Guerilla Anführer völlig unbehelligt über den Bucht Seeweg entkommen, obwohl zahlreiche Boote in der Bucht patrouillieren.Hier sollten die Entwickler der Avalanche Studios noch einmal nachbessern, um einen gerechteren und spannenderen Spielablauf zu gewährleisten.

James Bond ist Schnee von gestern
Der britische Geheimdienst und sein Staragent James Bond gehören spätestens seit der Verpflichtung des neuen Darstellers Daniel Craig zum alten Eisen. Wirklich vermissen werden wir ihn nicht, hat doch auch Rico Rodriguez zahlreiche Tricks in seinem Repertoire.

So schwingt er sich auf Tastendruck in voller Fahrt auf ein Autodach oder hängt sich an die Flügel eines Flugzeuges. An dieser Stelle kommt dann auch wieder der bereits bekannte Fallschirm zum Einsatz.

Dieser ist fest mit der Kleidung von Rico Rodriguez verbunden (ja, Realismus sieht anders aus) und kann somit jederzeit eingesetzt werden. Mit ihm könnt Ihr beispielsweise auf einen anderen Wagen springen und den Fahrer bei 200 Sachen aus dem Vehikel befördern. Auch zur Flucht eignet sich der Fallschirm ausgezeichnet.So könnt Ihr mit eurem Wagen einfach über die Klippen hinaus brettern und dann in aller Seelenruhe mit dem Fallschirm davon schweben. Die Polizei hat das Nachsehen und muss die Verfolgung abbrechen. Was sich wirklich gut anhört, hat leider in der uns vorliegenden Preview-Version noch einige Macken. Aus uns unerklärlichen Gründen wechselt die Taste zur Benutzung des Fallschirms von Situation zu Situation. So kann es durchaus vorkommen, dass Ihr verzweifelt versucht den Schirm zu öffnen, nur um wenige Sekunden später auf harten Felsen aufzuschlagen. Hier sollte bis zur fertigen Version ebenfalls nachgebessert werden.

Ausblick
Just Cause hat alles, was ein Actionspiel braucht. Ein geniales Setting, tolle Rätsel, viel Action, schnelle Fortbewegungsmittel und einen Hauch Erotik.

Sollte es den Entwicklern der Avalanche Studios bis zum Release noch gelingen die wenigen Bugs zu beheben und die Story sinnvoll fortzusetzen, dürfen sich alle Actionfans im Herbst 2006 auf ein wahres Feuerwerk freuen, das viele Stunden Spielspaß garantieren sollte. Übrigens, wer nicht im Besitz eines leistungsstarken Rechners ist, braucht sich nicht weiter zu grämen. Just Cause erscheint auch für PS2, Xbox und Xbox 360.