Passend zum Launch von Jurassic World: Das gefallene Königreich servieren uns die Sim-Experten von Frontier Games die Gelegenheit, selbst in die Rolle von John Hammond und vielen nach ihm zu springen, um unseren eigenen Dino-Park zu errichten. Dass dieses Vorhaben nicht immer nur an den fiesen Dinosauriern oder korrupten Mitarbeitern scheitert, zeigen wir euch im Test zu Jurassic World Evolution.

Aufbauen, managen und Geld scheffeln in Jurassic World Evolution

Jurassic World Evolution - Gameplay-Trailer auf der PS43 weitere Videos
Um den Jagdtrieb zu befriedigen, gibt’s auch Lebendfutter.

Meine Jugend bestand zu einem großen Teil aus der Faszination an Dinosauriern. Und da draußen wird es vermutlich nicht wenigen gleichermaßen gehen. Gerade deswegen haben die Jurassic-Park-Filme damals so eine große Anziehungskraft auf uns ausgeübt. Jetzt, da wir älter geworden sind, haben wir endlich die Chance, unseren Traum zu leben. Wenn auch „nur“ virtuell in Form eines Simulators von Frontier Developments. Aber Jurassic World Evolution ist genau das. Ein lang ersehnter Traum für jeden Dino-Fan und alle, die mit Jurassic Park groß geworden sind.

Doch wie in der filmischen Vorlage und deren unsäglichen Neuauflagen gibt es Probleme. Schattenseiten, die Park und Spiel bedrohen. Warum Jurassic World Evolution nicht das runde Gesamtpaket geworden ist, das sich viele erhofft haben, lest ihr hier bei uns im großen Dino-Test.

Über 40 Dinos lassen sich großziehen. Leider sind fünf davon nur für Käufer der Deluxe-Edition vorbehalten.

Ich habe keine Kosten gescheut!

In Jurassic World Evolution werdet ihr zum Direktor des Dino-Zoos. Die berüchtigte Firma InGen bringt euch auf die Inselgruppe der „Fünf Tode“. Darunter die bekannten Schauplätze Isla Nublar und Isla Sorna. Nach den Ereignissen von Jurassic World sollt ihr dort wieder einen neuen Park aufbauen und euch dieses Mal besser anstellen als eure Vorgänger. Zur Seite stehen euch dabei zahlreiche Figuren aus der Vorlage. Jeff Goldblum alias Dr. Ian Malcolm, Chris Pratt alias Owen Grady und Bryce Dallas Howard, die Claire Dearing verkörpert, stehen euch zumindest in stimmlicher Form (auch im Deutschen) mit Rat und manchen Warnungen zur Seite.

Im Grunde ist Jurassic World Evolution ein Remake des PC-, PS2- und Xbox-Spiels Jurassic Park: Operation Genesis. Habt ihr diesen Klassiker gespielt, werdet ihr euch gleich heimisch fühlen und wissen, was zu tun ist. Denn damit ein Dino-Park erfolgreich wird, braucht es eine wichtige Grundlage. Richtig! Dinosaurier, die die Gäste unterhalten. Und hier beginnt eure Arbeit zum Aufbau von Jurassic World erst so richtig.

Sind die Dinos unzufrieden, werden sie aus ihrem Gehege ausbrechen.

Wir haben einen T-REX!

Also schnell die ersten InGen-Anlagen gebaut und ein Expeditions-Team losgeschickt, um Fossilien zu sammeln. Forscher aus dem Fossilienzentrum ziehen dann DNA aus den Funden, bis wir ein Genom haben, das sich zum Ausbrüten eignet. Bis dahin bauen wir ein Gehege samt Ausguck für die Gäste und eine Aufzuchtstation und hoffen, dass der Embryo die ersten Stunden seines Lebens auch gut übersteht. Denn schließlich hängt eine Menge Geld an jedem Dino. Im Zweifel erhöhen wir die Chancen mit Mods aus dem Forschungslabor oder geben unserem Experiment einige Genmanipulationen auf den Weg, damit es interessanter aussieht oder aggressiver wird.

Ist die Attraktion dann in die abgegrenzte Freiheit entlassen und die Zuschauer erfreuen sich an den Urzeitviechern, ist es aber noch nicht vorbei. Vom Ankylosaurus über den Brachiosaurus bis hin zu den Fleischfressern Spinosaurus oder auch dem Indominus Rex wollen alle unterschiedlich gepflegt werden. Während Pflanzenfresser eigentlich nie etwas gegen größere Gruppen haben und sich in bewaldeten Gehegen wohl fühlen, ist der T-REX beispielsweise ein reiner Einzelgänger. Packt ihr eine andere Kreatur oder sogar noch einen REX in den Käfig, brechen Kämpfe aus. Diese sind zwar kurzzeitig für die Besucher interessant und bringen euch Ruf ein, doch am Ende verliert ihr vielleicht viel Geld mit dem Exemplar, das im Kampf schwächer ist. Und Profit ist wie immer das oberste Ziel für den Dino-Zoo. Also schnell weiter zu den Nebeneinnahmen für den Park.

Ein Segen für alle Dino-Fans. Simulations-Veteranen werden aber enttäuscht.Fazit lesen

John?! Ich glaube, der Laden läuft wieder!

Sind die Dinos vorerst befriedigt, geht es daran, die Menschen glücklich zu machen. Eure Besucher wollen Sicherheit, Unterhaltung und den Thrill, den Dinos ganz nahe zu kommen. Natürlich nicht zu nah, sonst gibt es jede Menge Verletzte oder Tote und für eure Anwälte einen Haufen Arbeit. Wir errichten also in Eile erste Restaurants, Souvenir-Läden sowie später eine Bowling-Bahn und eine Bar, um die Bedürfnisse der Besucher zufrieden zu stellen. Doch hier wird schnell die Fallhöhe von Jurassic World Evolution klar. Während wir bei den Dinosauriern auf viele verschiedene Faktoren vor, während und nach der Aufzucht achten müssen, reicht es bei den Menschen, wenn wir ihnen einfach irgendein Gebäude zum Futtern oder Spaß haben hin klatschen.

Und selbst wenn sie beispielsweise einen Souvenirladen mit Dino-Hüten bekommen, bekommen wir keine Gäste mit lustigen Kopfbedeckungen zu sehen. Stattdessen sind sie im Gegensatz zu den Sauriern extrem langweilig und werden schon bald nicht mehr von uns beachtet. Wo wir früher noch bei Simulationen wie Rollarcoaster Tycoon sämtliche Besucher angeklickt und nach deren Bedürfnissen gesucht haben, herrscht heute nur Einheitsbrei der generischen Masse. Schade eigentlich. So starren wir nur noch auf Bewertungsmenüs und nicht mehr auf die einzelnen Figuren dahinter.

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