Im Zuge der Killerspieldebatte und dem kürzlich aus Bayern vorgelegten Gesetzesentwurf zum Verbot "jugendgefährdender Medienträger" ergeben sich auch Auswirkungen, die so bisher sicherlich nicht jedem bekannt waren.

Der Gesetzesentwurf des bayerischen Sozialministeriums enthält nämlich einen Passus, der auch ein Verleih-Verbot für indizierte Filme und Computerspiele enthält. Da Pornofilme laut dem Jugendschutzgesetz generell als indiziert gelten, hätte dies zur Folge das Videothekenbetreiber ihre Erotikabteilung schließen und indizierte Horrorfilme generell aus dem Programm streichen müssten.

Für die Videothekenketten würden diese Änderungen einem finanziellen Fiasko gleichkommen, gilt doch die deutsche Erotikindustrie als eine der Umsatzstärksten weltweit. Nicht wenige Videotheken finanzieren sich zu einem großen Teil aus den Porno-Verleihgebühren. Heidi Grün, Chefin einer großen Münchner Videothek, fürchtet sogar, dass "sowohl Erwachsene als auch Jugendliche in Zukunft einfach mehr Filme und Spiele illegal aus dem Internet ziehen".

Das Sozialministerium räumt zwar mittlerweile ein, dass man sich der Tragweite dieser Änderung vorher so nicht bewusst gewesen ist, plant aber dennoch keine Abweichung von dieser Linie. Für die bayerische Familienministerin Christa Stewens "hat der Jugendschutz ganz klar Vorrang vor dem Kommerz. Videotheken müssten sich überlegen, womit sie Geschäfte machten". Ihrer Ansicht nach sei es "nicht zu viel, auch von Videoverleihern eine ethische Fundierung zu verlangen".