Bereits Anfang 2007 legten Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und der Jugendminister von Nordrhein-Westfalen Armin Laschet erste Vorschläge zur Verbesserung des Jugendschutzes vor. Nun hat das Bundeskabinett auf Grundlage dieses Sofortprogramms einen ersten Gesetzesentwurf vorgelegt, der voraussichtlich schon zu Beginn des nächsten Jahres verabschiedet werden könnte.

Die Gesetzesänderung umfasst dabei drei Hauptpunkte: Der Katalog der schwer jugendgefährdenden Trägermedien wird deutlich erweitert. Im Fokus stehen dabei Medien, die "besonders realistische, grausame und reißerische Darstellungen selbstzweckhafter Gewalt beinhalten, die das Geschehen beherrschen", so von der Leyen. Zudem werden die Kriterien, nach denen solche Titel indiziert werden können, erweitert und genauer erleutert.

Der dritte Punkt soll vor allem der besseren Kontrolle dienen: Zukünftig werden die Mindestgröße und Sichtbarkeit von Alterskennzeichnungen der FSK und USK gesetzlich festgeschrieben. Die Freigabe- Kennzeichnungen müssen dann direkt auf dem Cover in der linken unteren Ecke erscheinen und dürfen eine Mindesgröße von 1200 Quadratmillimeter nicht unterschreiten. Auf den Datenträgern muss die Fläche hingegen mindestens 250 Quadratmillimeter groß sein.

Von der Leyen zu dieser Entscheidung: "Heute sind die Kennzeichen, die Altersgrenzen und somit Abgabeverbote deutlich machen sollen, nur mit der Lupe zu lesen, das bringt in der Praxis rein gar nichts. Künftig ist auf den ersten Blick zu erkennen, welches Spiel für Kinder und Jugendliche freigegeben ist. Die Alterskennzeichen sind wie die Warnhinweise auf Zigarettenpackungen nicht mehr zu übersehen."