Autor: Thomas Bayer

Das Genre der Echtzeitstrategie erfreut sich ungebrochen großer Beliebtheit. Viele Fans beklagen sich jedoch über die Schwemme von Titeln in einem Zweiter-Weltkriegs-Szenario - ein Setting, das mittlerweile nahezu inflationär genutzt wird.

Mit Joint Task Force erwartet uns nun ein Genrevertreter, der unter anderem mit einem frischen Szenario glänzen kann. Ob das reicht, konnten wir uns bei einem Vor-Ort-Besuch bei den Entwicklern in Budapest ansehen.

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Entwickelt wird Joint Task Force von Most Wanted Entertainment. Bei den Jungs aus Budapest werkelt ein großer Teil des ehemaligen Stormregion-Teams, das unter anderem für Panzers: Phase one verantwortlich zeichnete. Gute Voraussetzungen also für die ehrgeizigen Ziele.

Namensgeber des Spiels ist die multinationale Einsatztruppe "Joint Task Force", die eine von drei spielbaren Fraktionen darstellt. Jede der drei Fraktionen hat dabei ihre eigenen Vor- und Nachteile. Im der Einzelspieler-Kampagne rückt die JTF aus, um dem Terrorismus und den fiesen Diktatoren dieser Welt den Garaus zu machen. In der uns gezeigten Version waren storyrelevante Zwischensequenzen allerdings dünn gesät, sodass die Qualität der Geschichte bislang schwer einzuschätzen ist.

Joint Task Force - Das Panzers Team werkelt an einem neuen Spiel. Ohne WWII. Dafür allerdings vielversprechend. gamona schaut hin.

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Basenbau gibt's bei JTF nicht, Einheiten werden auf Knopfdruck gegen Bares eingeflogen. Die Kohle dafür müsst ihr euch aber zunächst mal verdienen. Durch die Eroberung von strategisch wichtigen Positionen rieselt langsam aber sicher virtuelle Währung auf euer Konto. Zentrales Element euer Truppe sind dabei so genannten die Helden, Offiziere mit besonderen Fähigkeiten. Stirbt euch der Offizier während einer Mission unter den Fingern weg, ist ein Neustart angesagt.
Allerdings verfügen die Supersoldaten über mehr Lebenspunkte als das gemeine Fußvolk, außerdem gewinnen sie Erfahrung, die gegen neue Fähigkeiten eingetauscht werden kann.

Packshot zu Joint Task ForceJoint Task ForceRelease: PC: 22.9.2006
DS: 3. Quartal 2008
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Nachschub kann nur von Offizieren aufs Schlachtfeld beordert werden. Solange ihr allerdings keine Landebahn erobert habt, gibt's nur Infanterie und leichte Fahrzeuge. Erst wenn sich ein Flugplatz in eurem Besitz befindet, dürfen auch Panzer und andere schwere Fahrzeuge bestellt werden. Infanterieeinheiten lassen sich vor der Bestellung mit Zusatzgerät ausrüsten. Granaten, Panzerrabwehrkanonen und ähnliches können "unsere Jungs" mit sich herumschleppen, immer abgestimmt auf den Einsatzzweck der Truppe.

Im Einzelspieler-Modus warten fünf Kampagnen mit insgesamt 20 Missionen auf Hobby-Feldherren. Zudem bietet JTF ein Tutorial, das den Spieler mit der grundlegenden Steuerung des Spiels vertraut macht. Neu dabei ist, dass der Spieler zunächst nur wenige Zielvorgaben erhält. Sobald das erste Primärziel erreicht ist, erweitert sich die Karte und es gibt neue Anweisungen. Diese "Expanding Map" sorgt mit der stufenweisen Missionsgestaltung für Abwechslung während der Missionen, da der Spieler nicht weiss, was ihn als nächstes erwartet.

Ständig mit dabei ist auch die Presse, die euer Tun aufmerksam verfolgt und ständig aus den Krisengebieten berichtet. Wie im echten Leben mögen es die Damen und Herren Journalisten gar nicht, wenn Unschuldige zu Tode kommen. Wer also Zivilisten oder Geiseln massakriert, muss mit Ärger und Abzügen in der Missionsbewertung rechnen. Beim Anblick des ersten Übertragungswagens wurde uns übrigens dringend davon abgeraten, das Gefährt gleichmäßig in den sandigen Wüstenboden einzumassieren. Denn laut den Entwicklern schaffen es die fiesen Reporter in jedem Fall, vorher das eine oder andere Bild des durchgedrehten Feldherren durch den Äther zu schicken.

Nach Abschluss der Kampagne könnt ihr entweder im Multiplayer-Modus beweisen, dass ein Stück von Alexander dem Großen in euch steckt oder mit Hilfe des mitgelieferten Editors eure eigenen Maps, Missionen oder gar Kampagnen erschaffen. Dabei handelt es sich übrigens um eine nur leicht abgespeckt Version des Programms, mit dem auch die Entwickler arbeiten. Über mangelnde Komplexität wird sich also wohl keiner beschweren können.Im Multiplayer-Modus bietet JTF verschiedene Spielmodi. Neben Deathmatch stehen auch Domination und "Battle Royale" (Last Man Standing) zur Verfügung. Da der Basenbau auch in Mehrspieler-Partien ausfällt, wählt jeder Mitspieler vor Beginn der Partie eine Start-Armee inklusive Offizier aus.

Das funktioniert so: Zunächst wird die Anzahl der verfügbaren Punkte vom Spielleiter ausgewählt, danach kostet jede Einheit ein bestimmte Anzahl Punkte. Diese "Armee-Sets" dürfen auch gespeichert werden um sie bei einer späteren Partie erneut zu nutzen und verbessern zu können. Sind die Waffen gewählt, gehts ab aufs Schlachtfeld.

Dort versucht jeder, möglichst viele strategisch wichtige Punkte in seinen Besitz zu bringen (Radarstellung, Flugplatz, etc.), die jeweils mit einer Flagge gekennzeichnet sind. Je mehr Flaggen euch gehören, desto lauter klingelt es in der Kriegskasse. Obwohl nur eine von drei spielbaren Fraktionen verfügbar war, wurden schnell Balancing-Probleme deutlich. Die fahrbaren Raketenwerfer beispielsweise vernichteten auf große Entfernung im Handumdrehen eine ganze Armee - ohne dass der Feind wusste, woher der Beschuss überhaupt kam. Hier steht den Entwicklern noch eine Menge Arbeit bevor, um JTF auch im Mehrspieler-Modus langfristig attraktiv zu machen.

Die Grafik hingegen ist bereits ausgezeichnet. Mittels der stufenlos dreh- und zoombaren Kamera könnt ihr sogar das Gesicht eines Hubschrauberpiloten erkennen. Darüber hinaus sorgen Partikeleffekte und eine ausgeklügelte Physikengine für Freude. Nahezu alles in Joint Task Force lässt sich zerstören - egal ob es sich dabei um einen Lattenzaun oder ein ganzes Haus handelt.

Joint Task Force - Das Panzers Team werkelt an einem neuen Spiel. Ohne WWII. Dafür allerdings vielversprechend. gamona schaut hin.

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Ausblick
Insgesamt macht Joint Task Force bereits jetzt einen vielversprechenden Eindruck. Grafisch spielt der Titel allemal in der Oberliga des Genres mit, besonders die Physikeffekte haben es uns angetan. Über die Story der Singleplayer-Kampagne bzw. deren Erzählung ist bisher zu wenig bekannt. Ein Audio-Briefing in den ersten Minuten der Mission ist allerdings definitiv zu wenig.

Positiv fällt das Setting auf, endlich mal nicht Zweiter Weltkrieg. Einige frische Ideen wie der Einheitennachschub und die sich vergrößernde Missionskarte heben Joint Task Force bereits jetzt aus dem RTS-Einheitsbrei hervor. Sollten die Entwickler Story und Balancing in den Griff bekommen, steht uns ein richtig guter Titel ins Haus!