Autor: Sebastian Weidner

Joint Task Force - klingt auf den ersten Blick wie eine Spezialeinheit zur Bekämpfung intensiven Marihuanakonsums. Doch weit gefehlt. Dass es sich um eine Spezialeinheit handelt, ist zwar richtig.

Die Aufgabe der Jungs ist aber eine gänzlich andere, weit bedrückendere: der Kampf gegen den modernen Terrorismus. Wir haben das Taktikstrategiespiel mit dem zweideutigen Namen intensiv gespielt und sagen euch, ob es sich lohnt, den Auftrag anzunehmen!

Joint Task Force - Launch Trailer7 weitere Videos

Joint Task Force - Keine Macht dem Terror! Joint Task Force bringt Schwung ins Strategiegenre.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 90/951/95
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Maßnahmen gegen den Terrorismus sind von Land zu Land unterschiedlich und meist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wieso also nicht die Kräfte bündeln und mit einer eigens aus der Taufe gehobenen, international agierenden Kampfeinheit für Recht und Ordnung sorgen? Gesagt, getan. Die globale und von allen westlichen Staaten unterstützte Joint Task Force ist geboren.

Die Macht der Medien
Prinzipiell ist Joint Task Force ein typischer Vertreter der Taktikstragie-Zunft. Statt exzessivem Basisbau und Materialschlachten mit Dutzenden von Einheiten stehen Scharmützel mit vergleichsweise wenigen Truppen auf dem Plan. Nachschub gibt es nur vereinzelt.

Joint Task Force - Keine Macht dem Terror! Joint Task Force bringt Schwung ins Strategiegenre.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 90/951/95
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Schwere Einheiten wie Panzer könnt ihr in eroberten Flughäfen anfordern. Große Transportflugzeuge setzen die Tanks dann Sekunden später ab. Infanterie und leicht gepanzerte Vehikel dürft ihr hingegen an jedem Fleck des Schlachtfelds bestellen. Hubschrauber fliegen den Nachschub ein. Der ganze Vorgang wird atmosphärisch dicht in Szene gesetzt. Fußsoldaten seilen sich spektakulär aus dem Heli ab, Jeeps und Truppentransporter werden per Lastseil abgesetzt. Natürlich kosten sämtliche Einheiten eine gehörige Stange Geld. Das wächst weder auf Bäumen noch kann es in Minen abgebaut werden. Stattdessen erhaltet ihr für erfolgreich abgeschlossene Missionsziele zusätzliche finanzielle Mittel von eurem Oberbefehlshaber.

So rabiat wie Rambo in seinen besten Zeiten solltet ihr allerdings nicht vorgehen. Denn für so genannte Kollateralschäden, also getötete Zivilisten und zerstörte Häuser, werdet ihr von der stets gegenwärtigen Presse in der Luft zerrissen. Die Folgen sind schlechtes Ansehen und weniger Kohle für neue Einheiten. Mit der schreibenden Zunft bringen die Entwickler von "Most Wanted Games" einen völlig neuen Aspekt in die digitale Kriegsführung. Während wir uns in ähnlichen Spielen oft wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen aufführen und alles in Schutt und Asche legen dürfen, das uns vor die Flinte läuft, müssen wir in Joint Task Force deutlich überlegter zu Tate schreiten. Hier überlegen wir uns zweimal, das von Terroristen besetzte Haus per Raketenbeschuss in die Luft zu jagen oder die Bösewichte doch nur per MG auszuschalten und das Bauwerk zu verschonen.

Einmal um die ganze Welt
In Joint Task Force bereist ihr viele Flecken unserer schönen Erde. Im Lauf der rund 20 Missionen verschlägt es euch unter anderem in den Iran, nach Afghanistan, Somalia, Bosnien und den kolumbianischen Dschungel. Zugegeben, zu den typischen Urlaubsparadiesen zählen die aufgeführten Länder derzeit nicht gerade. Der Abwechslung im Spiel tut das aber keinen Abbruch. Ob im ewigen Eis, Wüstenlandschaften oder unter Palmen: Alle Karten sind detailliert gestaltet und überaus atmosphärisch.

Joint Task Force - Keine Macht dem Terror! Joint Task Force bringt Schwung ins Strategiegenre.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 90/951/95
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Überhaupt ist das Mapdesign erfrischend anders. So ist zu Beginn der Einsätze stets nur ein Teil der gesamten Karte frei geschaltet. Erst nach Erfüllung bestimmter Aufträge decken sich weitere Bereiche auf. Gleich in der ersten Mission sollen wir beispielsweise einen Flughafen einnehmen und die dort versteckten Geiseln befreien. Ist das geschafft, vergrößert sich der Schauplatz, und wir müssen die Befreiten in ein nahe gelegenes Stadion bringen, das von alliierten UN-Kräften kontrolliert wird. Waren wir auch damit erfolgreich, befiehlt uns das Oberkommando, einen fiesen Warlord dingfest zu machen, der Zivilisten ermorden lässt und das Land ins Chaos stürzt. In den Folgeeinsätzen geht es ähnlich action- und abwechslungsreich zur Sache. Erfreulich dabei ist, dass wir nicht einfach zusammenhangslose Missionen vorgesetzt bekommen, sondern eine übergeordnete, durchaus spannend inszenierte Story den Rahmen bildet. Davon wollen wir auch möglichst nichts verraten. Stellt euch aber schon mal auf fiese Bedrohungen für die ganze Menschheit ein...

Personalentscheidungen
Die Einheitenpalette von Joint Task Force ist aus dem aktuellen Kriegssortiment entliehen. Ihr kommt in den Genuss des kompletten Ausmaßes moderner Kriegsführung und agiert sowohl am Boden als auch in der Luft. Den größten Knall machen die schweren Panzer wie T55 oder MIA2. Doch sind diese immerhin mehr als fünfmal so teuer wie die meisten Soldaten.

Joint Task Force - Keine Macht dem Terror! Joint Task Force bringt Schwung ins Strategiegenre.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 90/951/95
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

In Zeiten knapper Budgets ein handfester Nachteil! Infanteristen haben außerdem coole Spezialfähigkeiten in petto, dürfen unter anderem Handgranaten auf die Bösewichte werfen oder mit C4-Sprengstoff ganze Gebäude einäschern. Die meisten dieser Fähigkeiten setzen die Jungs ganz von alleine ein. Sanitäter krabbeln ohne euer Zutun über die Schlachtfelder und heilen Verbündete, Ranger packen automatisch den Raketenwerfer aus, sobald gepanzerte Fahrzeuge aufkreuzen. Realistischerweise benötigen alle Fahrzeuge auch spezialisierte Fahrer, ohne die rein gar nichts geht. Soldaten sind also deutlich wichtiger als in vielen vergleichbaren Titeln. In Joint Task Force sammelt außerdem nur die Infanterie Erfahrung und wird dadurch zunehmend mächtiger. Besonders fähige Mannen dürft ihr gar zu Offizieren befördern, die mit jedem Levelaufstieg eine von bis zu 9 verschiedenen Verbesserungen hinzugewinnen. "Wahrnehmung" etwa erhöht die Sichtweite eures Helden, als "Kunstschütze" ballert er noch zielsicherer auf Feinde und "Härte" erhöht die Anzahl der Lebenspunkte. Wer lieber andere um sich herum stärkt, wählt die Zusatzausbildung "Taktischer Anführer" und aktiviert so einen Rüstungsbonus für Einheiten in der Nähe.

Wo geht's lang?
Leider ist auch in der modernen Kriegsführung nicht alles Gold, was glänzt. Joint Task Force krankt vor allem an einer mittelmäßigen Wegfindung.

Joint Task Force - Keine Macht dem Terror! Joint Task Force bringt Schwung ins Strategiegenre.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 90/951/95
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Gerade in engen Straßenschluchten blockieren eure Einheiten sich immer wieder gegenseitig, fahren große Umwege oder führen Befehle erst gar nicht aus, weil sie eingekeilt sind. Euch bleibt also nichts anderes übrig, als die Truppen Meter um Meter vorrücken zu lassen. Eigentlich verrückt, dass die meisten Entwickler von Strategiespielen es nach all den Jahren noch immer nicht geschafft haben, vernünftige Wegfindungsroutinen auf die Beine zu stellen. Jungs, so schwer kann das doch nicht sein! Fans eingängiger Mainstream-Titel werden zudem die recht komplexe Bedienung verfluchen. Um beispielsweise einen Panzer zu reparieren, müsst ihr erst das Reparaturfahrzeug auswählen, dieses in die Nähe der Einheit schicken und per erneutem Klick die Ingenieure ausströmen lassen.Beim Anblick der wunderschönen Grafik rücken die Schwächen von Joint Task Force glücklicherweise etwas in den Hintergrund. Ähnlich wie die geringe Intelligenz mancher wunderschönen Frau! Geschmeidige Bewegungsabläufe der Fußsoldaten und satte Kampfanimationen von Panzern und Hubschraubern regen zum Staunen an. Bombastische Explosionen, detaillierte Umgebungen und physikalisch korrekt einstürzende Gebäude überzeugen auch den letzten Nörgler. Abgerundet wird das taktisch anspruchsvolle Gesamtpaket von einem umfangreichen Mehrspielermodus, der bis zu acht Spieler über Netzwerk oder Internet unterstützt. Neben Standard-Modi wie Deathmatch und Domination dürft ihr die Einsätze aus der Solokampagne sogar zusammen mit einem Kumpel lösen. Fett! Gerade in engen Straßenschluchten blockieren eure Einheiten sich immer wieder gegenseitig, fahren große Umwege oder führen Befehle erst gar nicht aus, weil sie eingekeilt sind. Euch bleibt also nichts anderes übrig, als die Truppen Meter um Meter vorrücken zu lassen. Eigentlich verrückt, dass die meisten Entwickler von Strategiespielen es nach all den Jahren noch immer nicht geschafft haben, vernünftige Wegfindungsroutinen auf die Beine zu stellen. Jungs, so schwer kann das doch nicht sein! Fans eingängiger Mainstream-Titel werden zudem die recht komplexe Bedienung verfluchen. Um beispielsweise einen Panzer zu reparieren, müsst ihr erst das Reparaturfahrzeug auswählen, dieses in die Nähe der Einheit schicken und per erneutem Klick die Ingenieure ausströmen lassen.Beim Anblick der wunderschönen Grafik rücken die Schwächen von Joint Task Force glücklicherweise etwas in den Hintergrund. Ähnlich wie die geringe Intelligenz mancher wunderschönen Frau! Geschmeidige Bewegungsabläufe der Fußsoldaten und satte Kampfanimationen von Panzern und Hubschraubern regen zum Staunen an. Bombastische Explosionen, detaillierte Umgebungen und physikalisch korrekt einstürzende Gebäude überzeugen auch den letzten Nörgler. Abgerundet wird das taktisch anspruchsvolle Gesamtpaket von einem umfangreichen Mehrspielermodus, der bis zu acht Spieler über Netzwerk oder Internet unterstützt. Neben Standard-Modi wie Deathmatch und Domination dürft ihr die Einsätze aus der Solokampagne sogar zusammen mit einem Kumpel lösen. Fett!