Wir kennen ja alle das Drama um Filmversoftungen: Viel mehr als Durchschnittsware wird meist nicht geboten – und selbst das nur wenn man Glück hat. Oft genug handelt es sich dabei um auf die Schnelle zusammengeschusterte Machwerke, die im Fahrwasser des Kinostarts den schnellen Euro machen sollen.

Mit Quantum of Solace könnte aber alles anders werden - so jedenfalls der Eindruck, den man auf der Games Convention gewinnen konnte. Zwar soll auch diese Filmumsetzung zeitgleich zum neuen Bond veröffentlicht werden, doch Entwickler Treyarch will unter Verwendung der Engine von Call of Duty 4 neue Maßstäbe setzen.

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Mit dem Titel „James Bond: Ein Quantum Trost“ können sie bei mir allerdings schon mal nicht punkten. Ein Quantum Trost hört sich im Vergleich zu Quantum of Solace ziemlich krötig an, findet ihr nicht auch? Dafür macht das Actionspektakel auf den ersten Blick optisch und spielerisch schon Einiges her - auch wenn wir bisher leider noch nicht selbst Hand anlegen durften.

James Bond: Ein Quantum Trost - Endlich wieder ein gutes Bond-Spiel!

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Wie in echt: Die Schauspieler - hier Daniel Craig - wurden den Originalen täuschend echt nachempfunden.
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Abgesehen von einigen Slowdowns und leichten Rucklern machte die Demo einen geschmeidigen Eindruck, es kracht und rattert satt aus den Boxen und das Bond-Feeling kommt schnell auf. Die kleinen technischen Fehler sollen laut dem Entwicklerteam an der noch nicht fertigen Version liegen und im Endprodukt beseitigt sein.

Casino inklusive

Bei der Story wird sich das neue Bond-Game übrigens - anders als der Titel suggeriert - nicht nur auf den neuen Film konzentrieren. Treyarch begründet diesen Umstand damit, dass es zum letzten 007-Film kein Spiel gegeben habe und man deshalb nun die Möglichkeit wahrnehme, die Brücke von Casino Royal zu Quantum of Solace zu schlagen und damit den neuen Schauspieler Daniel Craig komplett zu integrieren.

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Quantum of Solace nutzt die CoD4-Engine.
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Von der ersten Minute an ist das dem Spiel auch deutlich anzusehen, es ist nämlich ziemlich beeindruckend, wie realitätsnah gerade das neue Bondgesicht umgesetzt werden konnte. Dies habe man nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, so die Entwickler, dass man noch während der Dreharbeiten direkt am Set vor Ort war, Zugriff auf die Film-Skripte hatte und sich dort die Dienste des Hauptdarstellers und seiner Mitstreiter sichern konnte.

Quantum of Solace könnte endlich mal wieder eine gute Filmumsetzung werden.Ausblick lesen

Fans werden zudem sicher gerne lesen, dass die Originalstimmen aller wichtigen Filmpersonen für das Spiel gewonnen werden konnten. Man geht außerdem davon aus, dass dies auch für die deutschen Synchronsprecher gilt. Was das Gameplay selbst betrifft, ist QoS auf den ersten Blick ein recht geradliniger 1st-Person-Shooter, bei dem die Perspektive in Nahkampfmomenten automatisch in die Außenperspektive wechselt.

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Das Spiel zu QoS schlägt die Brücke zu Casino Royale.
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Die Feinheit liegt hier jedoch im Detail. Beispielweise verfügt das Actionspiel über ein recht ausgeklügeltes Deckungssystem, das euch ermöglicht, feindlichem Beschuss zu entgehen. Man kann es zwar nicht mit Gears of War vergleichen, das ist aber auch nicht der Sinn. Der Einsatzzweck dient vor allem dann dem Spielablauf, wenn man Missionen eher auf die ruhige, verdeckte Art und Weise bewältigen will.

James Bond gegen Sam Fisher

Oft hat man nämlich laut Treyarch die Wahl, ob man sich den Weg frei ballert oder doch lieber a la Sam Fisher und Splinter Cell durch die Gebäude schleichend und seine Gegner mit dem Schalldämpfer oder Nahkampfattacken außer Gefecht setzt.

Wer sich für Körperkontakt entscheidet, löst eine kleine automatisch anlaufende Meuchel-Attacke aus, die ihr von außen betrachtet. Komischerweise verschwindet dabei auf magische Weise die Waffe aus Bonds Händen. Die Entwickler erklären, dass dies aus "optischen" Gründen besser gewesen sei. Auffällig ist jedoch, dass es für den Spieler nicht möglich ist, feindliche Granaten zurückzuwerfen, zumal man die CoD4-Engine verwendet, wo dort solche Handlungen an der Tagesordnung sind.

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Der Spieler hat die Wahl zwischen Ballern und lautlosem Vorgehen.
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Laut Treyarch hat man dies absichtlich nicht eingebaut, da man zum einen nicht den Eindruck eines CoD-Klons erwecken will und zum anderen dies "nicht realistisch" wäre. Letzteres ist natürlich Quatsch und auch für das Gameplay wäre der Einsatz dieses Mechanismus sicher von Vorteil. Schade.

Sehr interessant erscheint jedoch das Splitscreen-Feature, bei dem zwei Dinge gleichzeitig auf dem Bildschirm ablaufen. Aus der einen Perspektive sieht man beispielsweise, wie sich Bond an einem Fenstersims entlang hangelt, auf der anderen Bildschirmseite beobachtet man patrouillierende Wachen und kann sein Timing dementsprechend besser austarieren. Sieht gut aus und ist ein spannungserhöhendes Element.

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Ob Treyarch mit diesem Spiel baden geht? Wir glauben nicht.
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Es bleibt allerdings abzuwarten, ob es sich letztendlich auch spielerisch gut macht. Die KI soll übrigens vollständig auf einem reaktiven System basieren. Die feindlichen Figuren reagieren also entweder auf die Aktionen der Spieler oder gehen ihren eigenen Aktionen nach. Keinesfalls soll es Skripte geben, die Handlungen der Wachen automatisch ablaufen lassen, wie man es von der CoD-Reihe kennt.

Zum Multiplayer-Modus wollte man noch nicht allzu viele Worte verlieren. Klar ist jedoch, dass es keinen Koop-Modus geben wird. Dafür dürfen sich zwölf Spieler in insgesamt sieben Modi in die Onlineschlachten stürzen.