Kommse, oder kommse nicht? Das dürfte für die Mehrheit der Gamer DIE entscheidende Frage des Jahres 2013 werden. Erleben wir den Start einer neuen Konsolen-Generation, läuten die Nachfolger von PS3 und Xbox 360 ein neues Zeitalter ein oder lassen uns Sony und Microsoft noch länger zappeln und melken ihre aktuellen Maschinen noch länger aus? Angesichts der kürzlich veröffentlichten Wii U - die eine Art Zwischenschritt darstellt - kann man sich kaum vorstellen, dass die Konkurrenz Nintendo einen noch größeren Vorsprung erlauben wird.

Selbst reinen PC-Spielern - falls es so was überhaupt noch gibt - dürfte nicht egal sein, ob oder wann die neuen Konsolen erscheinen. Der Grund: Viele Produktionen sind heutzutage als Multiplattform-Spiele ausgelegt. Etliche Titel werden zudem von Konsolen auf PC portiert, was sich direkt auf ihre Veröffentlichungsdaten auswirkt. Wenn ein Hersteller die nächsten Spielekisten anpeilt und sich die Entwicklung verzögert, leiden in der Regel auch die PC-Versionen darunter.

Unter den vielleicht 50 potenziellen Hits oder Hype-Titeln für 2013 befinden sich gleich eine ganze Reihe Spiele, die in diese Kategorie fallen: Was ist etwa mit Ubisofts Rainbow Six: Patriots um das es zuletzt sehr ruhig wurde? Für welche Plattform erscheint Destiny, das neue Werk der Halo-Erschaffer Bungie? Und was ist mit Doom 4, Thief 4 oder del Torros Insane?

Battlefield 4 wird zwar garantiert für aktuelle PCs und Konsolen-Generation erscheinen, doch plant Dice auch schon für die Next-Gen? Es gibt noch weitere solcher Beispiele von Spielen, deren Informationslage dürftig ist - von denen die meisten aber 2013 vermutet werden.

Jahresvorschau 2013: Games - GTA5, Elder Scrolls Online, Dark Souls 2, Watch Dogs - so fett wird 2013

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Auch ohne Luftangriffe wäre GTA5 sicher zu den Highlights in 2013 zu zählen.
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Nummer sicher

Wenn ich mir die Liste der Neuheiten ansehe, die mit Sicherheit 2013 erscheinen, setzen sich viele Trends der letzten Jahre nahtlos fort: Die Publisher bauen zum Ende dieser Konsolen-Generation auf garantierte Goldesel und scheuen das Risiko. Wir erleben also zunehmend die Veröffentlichung von Spielen, die eine Nummer im Namen tragen, die Fortsetzungen oder gar Reboots bekannter Marken sind: Wie Dead Space 3, Grand Theft Auto 5, Crysis 3, Dragon Age 3 oder eben Bioshock Infinite, Devil May Cry, Splinter Cell: Blacklist - um nur einige zu nennen. Ein beliebtes Schema sind auch wieder Prequels, die uns neue Geschichten zu alten Helden erzählen wollen: God of War: Ascension, Gears of War: Judgement oder Tomb Raider sind Beispiele für diese Gattung aufgewärmter Spielkonzepte, die wenig Überraschendes in hoher Qualität garantieren.

Das hört sich jetzt fürchterlich negativ an, obwohl ich diesen Spielen selbst entgegenfiebere. Doch noch viel mehr freue ich mich auf Titel, die mir neue Ansätze versprechen. Ein Watch Dogs sorgte bei der ersten Präsentation für offene Münder - Ubisoft gelang tatsächlich eine positive Überraschung. Oder das mysteriöse Beyond: Two Souls - ein Spiel der Heavy Rain-Macher, das hoffentlich ein wenig zugänglicher wird (spielerisch). Denn Geschichten können sie ja schon erzählen bei Quantic Dream. Ich bin auch auf Remember Me gespannt, mit dem mich Capcom überraschte und auch The Last of Us könnte trotz abermaliger Zombie-Hatz ein sehr interessantes Szenario bieten.

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Nicht nur wegen der Verstärkung aus Hollywood (Ellen Page) dürfte Beyond zu den Hoffnungsträgern des kommenden Jahres gehören.
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Und endlich (endlich!) traut sich Mal jemand den frechen Southpark-Gören mit "Stab der Wahrheit" ein Videospiel-Denkmal zu setzen. Das Spiel wird (muss!) gut werden. Und was hat eigentlich Guillermo del Torro mit Insane vor? Wer das filmische Werk des Regisseurs kennt, muss absolut gespannt sein auf dieses Horror-Projekt. Und Fans epischer Action-Abenteuer dürften wohl immer hoffen, dass The Last Guardian doch noch veröffentlicht wird. Oder warten die Macher hier mittlerweile auch auf die Next-Gen-Konsolen? Immerhin scheint man auch mit Star Wars 1313 etwas Neues ausprobieren zu wollen - zumindest der Verzicht auf Jedis und damit übliche Rollenmodelle könnte darauf hindeuten.

Äktschn!

Fragen über Fragen - doch eines ist sicher: Auch 2013 wird wieder mit einer kaum überschaubaren Masse von Action-Titeln überflutet: Abgesehen von bereits genannten Spielen knallen uns die Publisher etwa Aliens: Colonial Marines, Metro: Last Light, Fuse, Lost Planet 3 oder Xcom (als Shooter) vor den Latz, von Modern Warfare 4 oder ähnlichen Platzhirschen gar nicht erst zu reden. Oder ist gerade diese Auflistung ein Nachweis, dass selbst im Baller-Genre genügend Abwechslung herrscht? Ich hätte nichts dagegen, wenn öfter Titel wie Binary Domain für Auflockerung sorgen würden...

Und worauf dürfen sich Gamer ohne ausgeprägtes Baller-Gen eigentlich freuen? Ein Dark Souls 2 wird Hardcore-Rollenspielerherzen erfreuen, auch wenn das Spiel angeblich etwas zugänglicher werden soll. Strategen stürzen sich auf Total War – Rome 2, Starcraft 2, Company of Heroes 2 oder Command & Conquer: Generals 2 und auch Castlevania: Lord of Shadows 2, das MMO The Elder Scrolls Online oder das neue Sim City werden sicherlich ihre Fans finden.

Apropos Käufer - oder eben KEINE Käufer: Quo Vadis Free2Play? Wohin geht die Reise mit den Kostenlos-Spielen? Von einigen bereits für Tod erklärt, startet etwa Ubisoft mit einer ganzen Armada (Might & Magic, Siedler, Anno, Ghost Recon...) eine F2P-Offensive. Es ist kaum zu erwarten, dass diese Welle abflauen wird. Im Gegenteil: andere werden nicht tatenlos zugucken. Allerdings wird es auch hier eine Marktbereinigung geben und eher teure Produktionen die Flut mittelmäßiger Spiele verdrängen. Der Erfolg von Spielen wie League of Legends (30 Millionen Spieler) oder World of Tanks (20 Millionen) spricht für sich.

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Keine Jedi und doch geil? Traumhaft schön oder gnadenlos überschätzt, alles ist drin!
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Und wie geht es mit einem der größten Computerspiel-Phänomene der letzten Jahre weiter? Dass sich Abo-Modelle nicht mehr tragen, hat nicht zuletzt das grandios gescheiterte Star Wars: The Old Republic bewiesen. World of Warcraft hat seinen Zenit wohl hinter sich - trotzdem spielen noch immer einige Millionen und Blizzard hat gerade erst das neue Add-on rausgehauen. Doch konzentriert sich die Edel-Spieleschmiede demnächst vielleicht lieber auf Projekte wie Titan? Wird es überhaupt noch WoW-Expansions geben? 2013 könnte auch hier ein entscheidendes Jahr werden.

Verwischen die Grenzen?

Telltales Walking Dead - auf dessen zweite Season sich die halbe Gamer-Gemeinschaft zu freuen scheint (so meine bescheidenen Eindrücke) - zeigt auch, dass die früher teils starren Grenzen zwischen den Plattformen zusehends verwischen: Es macht praktisch keinen Unterschied, ob ich das Ding auf dem PC, der Konsole oder auf einem Tablet zocke. Auch die Umsetzung des Kult-Klassikers Baldur‘s Gate funktioniert auf einem iPad sehr ordentlich. Tendenz: zunehmende Bedeutung.

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Dark Souls 2 wird Rollenspiel-Herzen höher schlagen lassen - wetten?
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Ein anderes Beispiel für verwischende Barrieren hat Valve mit seinem Big Picture-Angebot vorgelegt: PC-Spiele werden einfach an der Glotze gezockt - niemand ist länger gezwungen, vor dem PC-Bildschirm zu sitzen. Der sich wandelnde Markt bringt aber ganz klar auch weitere Probleme mit, wie der Angriff auf den Gebrauchtmarkt zeigt. Auch die Flut von teuren Season-Pässen für teils bedenklich schwache Zusatzinhalte dürfte in Zukunft mit Sorge beäugt werden.

Mobile Games

Die Bedeutung mobiler Games offenbart seit Jahren eine stark ansteigende Tendenz - ob es Puristen gefällt oder nicht. Nicht herkömmliche PC-Hersteller beherrschen den weltweiten Markt - die meisten Anwender nutzen Samsung- und Apple-Geräte und damit Betriebssysteme wie Android und iOS. Kein Spiele-Hersteller kann sich erlauben, diesen Bereich auszuklammern.

Ein anderes Problem: Zwischen den vielen aufgeführten AAA-Titeln und Spielen der Independent-Entwickler herrscht fast gähnende Leere - Mittelklasse stellt kaum noch jemand her. Was ist etwa ein Sacred 3, das sich eher an Diablo 3 als seinem Vorgänger orientiert? Wird Sim City auf dem PC oder Pikmin 3 für die Wii U oder eine Rennsimulation wie GRID 2 etwa so ein "Zwischenspieler" (wie "Jogi" sagen würde)? Kaum anzunehmen. Die großen Publisher verfahren nach dem Motto: "Ganz oder gar nicht" und rutschen damit lieber in die Pleite (siehe THQ), als ein wenig abzuspecken und im Rüstungswettlauf nachzugeben. Den Indies fehlt dagegen die Kohle, um größere Produktionen auf die Beine zu stellen. Folglich erreichen sie auch meist nur ein kleineres Publikum.

Die Alternative, die in diese Lücke stößt, stellen Kickstarter-Projekte dar - und dieser Trend wird sich fortsetzen: Software und Hardware, die von Enthusiasten finanziert wird. So etwa die Spielekonsole Ouya (läuft mit Android) oder Elite: Dangerous und Star Citizen (die aber beide erst nach 2013 erscheinen sollen).

Nintendo muss bei der ganzen qualitativ hochstehenden Spieleflut aufpassen, dass die Wii U nicht schnell ins Hintertreffen gerät und die Wii als Staubfänger ablöst. Bayonetta 2 als Exlusivtitel schön und gut, aber dafür kaufen sich wohl nur ein paar Hardcore-Fans die Konsole. Und wenn die Konkurrenz ihre neuen Geräte tatsächlich bereits 2013 in Stellung bringt, könnte die Luft für Nintendo ganz fix sehr eng werden.

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Boah, das Spiel MUSS gut werden - was ein Fest mit Cartman in Southpark aufzuräumen.
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Ausblick

Eines wird 2013 sicher nicht: langweilig. Es werden genügend hochklassige Spiele herauskommen und die verschiedenen Trends im Spielemarkt werden Druck auf Hersteller und Publisher ausüben. Am spannendsten wird aber die Frage: Hauen Microsoft und Sony ihre neuen Konsolen raus - oder nicht? Von der Antwort hängt wiederum ab, ob der eine oder andere Titel erscheint. Oder wir doch lieber zu frischem Spielzeug abseits des direkten Gaming-Marktes greifen. Die Auswahl war jedenfalls noch nie so riesig wie jetzt.