An dieser Stelle stehen normalerweise Floskeln dafür, wie sehr die Zeit einem davonrennt, dass man so jung nie wieder zusammenkäme und derlei Nonsens mehr. Da aber Zeitvertreib ja der ganze Sinn des Zockens ist, wollen wir uns nicht mit Sinnsprüchen aufhalten, außer vielleicht dem: Zeit, deren Verschwendung man genießt, ist nicht verschwendet.

Blickt man so zurück, war 2015 wirklich ein Monstrum von einem Spielejahr. Es gab viel Bewegendes, positiv wie negativ. Natürlich haben wir es sehr genossen, euch darüber zu informieren, doch jetzt ist es einmal mehr Zeit, euch einen persönlichen Einblick zu liefern. Denn auch wir haben Favoriten und Enttäuschungen, Fehlkäufe und Schnäppchenschüsse, und natürlich auch Dinge, die uns stark überrascht haben. Kommt also mit uns auf die Reise und haltet die Kotztüten bereit!

Was zur...!? Die größten WTF-Momente des Jahres

Seb gedenkt einer Legende: Einen WTF-Moment muss man nicht zwingend mit positiven Gefühlen verbinden. Und das bringt mich auch direkt zum größten Verlust 2015 der Spieleindustrie: Satoru Iwata, ehemaliger Nintendo-Chef, starb im Juli im Alter von 55 Jahren. Dass es ihm gesundheitlich nicht gut ging, war schon länger bekannt. Aber sein Tod kam dann doch sehr überraschend und ging bei mir sehr tief. Ich bin treuer Nintendo-Fan, bin mit vielen Höhen und Tiefen des Konzerns aufgewachsen. Satoru Iwata war in so manchem Bereich ein Vorzeige-Chef mit einer besonderen Note an Charme und Entschlossenheit. Ein Kumpel, aber auch ein Geschäftsmann. Man musste ihn einfach gern haben.

Jahresrückblick - Die Tops und Flops des Jahres - Die Redaktion blickt zurück auf 2015

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Auch dieses Jahr war die größte Überraschung, dass Denis, Gregor, Bianca und Leo überhaupt das Haus verlassen haben. Also, ein mal, für die Gamescom.
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Leos Möhre bringt es doch noch: Trotz aller Bewegungen in der Industrie und spannender Twists in Spielen war meine größte Überraschung dieses Jahr eine persönliche. Nachdem ich mich mit meinem mittlerweile äußerst betagten Rechner durch den Rest des Jahres geruckelt und -zuckelt hatte, wurde von mir wider besseres Wissen The Witcher 3 angeschafft - und zum ersten Mal hatte ich rein wegen der Performance eines Spiels, die in diesem Fall nicht weniger als perfekt war, eine Gänsehaut. Hut ab vor den Coding-Genies bei CD Projekt Red!

Gregor weint in seinen Woll-Yoshi: Im Juli sind Tränen geflossen – nicht nur bei mir. Der Tod von Nintendo-Präsident Satoru Iwata kam trotz seiner Krankheitsgeschichte wie aus dem Nichts, hat mich persönlich wie ein Schlag und stärker getroffen, als ich es für möglich gehalten hätte. Kaum weniger überraschend war jedoch die wundervoll warmherzige Welle der Anteilnahme in der gesamten Games-Branche: Kollegen äußerten ihren tiefen Respekt, Fans zeichneten Bilder, erstellten bisweilen großartige Dokumentationen und komponierten Iwata zu Ehren sogar eigens Musikstücke.

Frank fällt vom (MMO-)Glauben ab: Wenn Frank nach dem drögen MMO-Jahr 2014 noch gedacht hätte, es könnte schlimmer nicht kommen, sieht er sich Ende 2015 eines Besseren belehrt. Dieses Genre ist für ihn mittlerweile gänzlich frei von WTF-Momenten und außer ein paar absehbaren Updates und Erweiterungen zur bekannten Standardkost stand für MMO-Veteranen wie ihn kaum etwas Erwähnenswertes an. Zum besten Gaming-Moment kam es für Frank dann auch in einem ganz anderen Genre – nämlich als er unter der Oculus Rift in War Thunder eine Notlandung zwischen den Häuserzeilen von Berlin hinlegen musste und dabei in einem Moment mehr Adrenalin freisetzte als in den letzten zehn Jahren zusammen.

Lieber Karaoke als Konsole, findet Denis: Obwohl dieses Jahr einige richtig gute Spiele erscheinen sind, blieben einige negative Erlebnisse bei mir am ehesten haften. Allem voran die Enttäuschung im Zusammenhang mit der neuen Musikspielwelle. Guitar Hero Live und Rock Band 4 konnten meine Begeisterung für das Genre nicht noch einmal entflammen. Pay-to-play und alberne Präsentation versauten mir Guitar Hero, schlechte Verfügbarkeit und löchriges Spieldesign bei Rock Band 4 taten ihr Übriges. Wie um alles in der Welt kann man bei einem Reboot so tiefstapeln, wenn man mal Millionen mit dem Kram verdient hat? Mal sehen, ob zumindest Harmonix über Updates die Kurve kriegt.

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Nichts hat Newsredakteur Hy Quan so sehr erschüttert wie Nintendo. Und Schokoküsse. Leckere, leckere Schokoküsse.
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Hy Quan verliert den Glauben an Nintendo: Nintendos leiser Abschied von der Wii U. Als Totgeburt darf man die Wii U keineswegs ansehen. Aber erst kürzlich hat mir eine eigentlich gut informierte Zockerkumpeline und Cosplayerin gestanden, dass sie bis vor wenigen Monaten noch glaubte, die Wii U sei tatsächlich nur eine Peripherie der alten Wii-Konsole. Die Wii U ist vor rund drei Jahren veröffentlicht worden und noch in diesem Jahr gibt es Leute, die glauben, die Wii U sei nur das GamePad. Und dabei handelt es sich nicht um „Casual Gamer“, sondern um Gamer-Community. Daran sieht man so einiges, was bei Nintendos Marketingabteilung bezüglich der Kommunikation der Wii U falsch lief. Vielleicht hätte man sich doch für den konventionellen, aber eindeutigen Namen Wii 2 entscheiden sollen. Man stelle sich nur die Tagline vor: „Wii would like to play.“ – „Wii 2!“

Aber es ist müßig, sich darüber noch Gedanken zu machen. Ganz offensichtlich verabschiedet sich Nintendo bereits vom weniger erfolgreichen Nachfolger der Wii und setzt nun voll auf den 3DS, Mobile und die noch ziemlich unbekannte NX-Plattform. Dies befeuert allein das Gerücht, dass das neue Wii-U-Zelda auch als Launchtitel für die NX erscheinen soll.

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