2008 war sicher wieder ein gutes Jahr für Videospieler. Es gab jede Menge erstklassiger Games wie Grand Theft Auto IV, Fallout 3, Little Big Planet, Super Smash Bros. Brawl, Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots, Dead Space oder auch Left 4 Dead - um nur einige wenige zu nennen.

In unserem diesjährigen Rückblick wollen wir einen Blick werfen auf die spannendsten Trends und interessantesten Geschehnisse rund um die Welt der Konsolen. Ohne dabei die Hauptdarsteller, die Spiele, zu vergessen. Was hat 2008 geprägt? Und was wird auch darüber hinaus seine Spuren hinterlassen?

Nintendo rult!

An erster Stelle muss wohl der alles überragende Erfolg von Nintendo genannt werden, vor dem man einfach den Hut ziehen muss. Ob man nun die eingeschlagene Casual-Richtung von Big N befürwortet oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Das Unternehmen hat einfach die Zeichen der Zeit erkannt und sie zu einem Trend umfunktioniert. Es gibt scheinbar einen riesigen Markt und ein immenses Interesse an Videospielen, die leicht zugänglich sind und keine jahrelange Erfahrung mit technischen Spielereien erfordern.

Der große Konsolen-Rückblick 2008 - Das Konsolen-Jahr 2008: zwischen Casual und Abzocke

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Gameplay vor Grafik: Die Nintendo-Konsolen beherrschen den Markt.
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Die Wii aber auch der DS sind Paradebeispiele für diesen Trend und die erfolgreiche Ausrichtung am Markt. Die Verkäufe von Xbox 360, PS3 und PSP können alle nicht annähernd mit der Hardwarebasis des Konkurrenten mithalten. Das gilt übrigens auch für die Software, wo in fast allen Verkaufslisten die Titel für Nintendos Spielkonsolen das Feld dominieren.

Mit HD-Inhalten allein bedient man scheinbar nur noch den Markt der Core-Gamer, allen anderen geht Gameplay vor Grafik und damit auch Konsolen-Leistungsfähigkeit. Es ist schon erstaunlich wie es Nintendo schafft, den Markt zu dominieren, obwohl die Zahl der Spitzentitel in den Augen der Kritiker und vieler Hardcore-Fans eher gering ist und zudem der Preis für die eigene Konsole seit dem Launch vor zwei Jahren konstant geblieben ist.

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Kurios: Wii Fit verkaufte sich besser als GTA 4.
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Games wie Wii Fit verkaufen sich jedoch trotz eher durchwachsener Wertungen wie geschnitten Brot und avancieren trotz GTA 4 zu den Top Sellern überhaupt in diesem Jahr. Allerdings wird sich zeigen, ob in Zeiten der Wirtschaftskrise nicht eventuell eine Rückbesinnung der Spieleindustrie auf die Kernzielgruppe stattfinden wird. Hardcore-Gamer werden wohl auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten Spiele kaufen, Casual-Gamer vermutlich eher nicht.

Koop- und Partymodi immer beliebter

Der Trend geht also immer weiter hin zu Party-tauglichen Spielen oder aber Titeln, die man zusammen mit anderen zockt. Hier zeigt sich, dass der Internetanschluss für Konsolen schon heute praktisch unerlässlich ist und in Zukunft noch bedeutsamer wird. Auch wenn es noch nicht alle Hersteller bemerkt haben oder sich der Tatsache schlicht verweigern, ohne einen vernünftigen Koop-Modus wird die Akzeptanz neuer Titel unter Spielern leiden.

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Zusammen ist man weniger allein: Left 4 Dead.
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Dass kooperative Spielerlebnisse nicht nur eine Domäne des Shooter-Genres sein müssen, zeigen zwar auch Spiele wie Fable 2. Vorreiter in diesem Bereich sind jedoch immer noch Actionspiele wie Call of Duty: World at War, bei denen man vor allem die Kampagnen gemeinsam mit bis zu drei Spielern online (oder auch offline) angeht. Wo das gemeinsame Zocken bei vielen Shootern bereits heute zum Pflichtprogramm gehört, steht es bei Titeln wie Left 4 Dead sogar absolut im Mittelpunkt und der Singleplayer-Part dient nur noch zum Warmspielen.

Der Erfolg solcher Spiele zeigt, dass spannend inszenierte Teamplay-Titel eine absolute Bereicherung für Videospieler darstellen und man in Zukunft noch mehr davon haben will. Eine weitere Variante dieses beliebten Modus bietet beispielsweise auch Resistance 2 mit einer gelungenen Mischung aus Story-basierten Missionen und Koop-Gameplay für bis zu acht Spieler, dass an die fabelhaften Multiplayer-Gefechte von Team Fortress 2 erinnert.

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Klarer Trend: Musikspiele werden immer beliebter.
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Ein weiterer Trend, an dem man 2008 als Konsolero fast nicht vorbeikam, bildet das kaum noch überschaubare Angebot an Musikspielen, deren Gameplay-Kniff und Reiz sich ja auch vor allem aus dem Zusammenspiel mehrerer Zocker bezieht. Hier überlappt sich der Wunsch in die Rolle eines Musikers zu schlüpfen, ohne womöglich das Instrument zu beherrschen, mit dem oben angeführten Koop-Gedanken. Titel wie Rock Band 2, Guitar Hero: World Tour oder Wii Music, aber auch Singstar und Lips locken vermehrt auch Menschen vor die Konsolen und Bildschirme, die in der Vergangenheit nur über dieses Hobby gelacht haben.

Fast jeder größere Hersteller bemüht sich derzeit, auf den mit Volldampf fahrenden Musikspiel-Zug aufzuspringen. Die Frage ist jedoch, ob tatsächlich genug Platz ist für alle auf den Markt drängenden Spiele, oder ob sich die bereits etablierten Marken bereits zu sehr im kollektiven Gedächtnis der Öffentlichkeit verankert haben und damit quasi eine Monopolstellung genießen. Der Musikindustrie dürfte dieses neue Genre wie ein goldener Rettungsanker vorkommen - während insgesamt die Verkäufe von CDs und anderen Tonträgern/MP3-Downloads drastisch einbrechen, kann man hier wieder Kohle scheffeln.

Jeder Scheiß kostet Geld

Was uns zum direkt nächsten wichtigen Trend bringt: Bezahl- und Downloadinhalte. Immer mehr Hersteller setzen darauf, dass Spieler sich weitere Inhalte zu ihrem heiß geliebten Spiel beschaffen möchten, und so sprießt das Geschäft mit dem Zusatzcontent, den man sich via Xbox Live oder PlayStation Network auf die Konsole saugt.

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Entwickler ließen sich Zusatz-Inhalte 2008 teuer bezahlen.
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Der Grat zwischen Service und Abzocke ist jedoch schmal. Satte 5,49 Euro für drei neue Foo Fighters-Songs (zum Vergleich: Im iTunes-Shop kostet keines der Band-Alben mehr als 9,99 Euro), unglaubliche 5,99 US-Dollar für ein neues Little Big Planet-Kostümpaket oder gar 250 MS-Punkte für ein Dashboard-Theme (aka Wallpaper) - das sind fürwahr stolze Preise. Und es ist nur die hauchdünne Spitze des Eisbergs. Natürlich ist keiner gezwungen, sich diese Inhalte anzuschaffen. Doch solange die Masse der Käufer groß genug ist, sehen sich die Anbieter in ihrer teilweise absurden Preispolitik bestätigt.

Dass man viele solcher läppischen Zusatzinhalte früher kostenlos nachgeworfen bekam, ist bei all den neuen Verdienstmöglichkeiten fast in Vergessenheit geraten. In Zeiten, in denen sich Jugendliche gleich massenweise Klingeltöne fürs Handy für 5 Euro/Stück herunterladen, ist das wohl leider zur Normalität geworden. Doch nicht länger beschränkt sich das Angebot von zusätzlichen Kaufinhalten auf Servicegebiete außerhalb der Spiele.

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Müssen wir auf virtuelle Autos bald Kfz-Steuer zahlen?
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Immer mehr Hersteller gehen dazu über, diese auch mit Gameplay-Elementen zu verbinden. Electronic Arts beispielsweise bietet aktuell in Need for Speed: Undercover im Spielshop parallel zur Möglichkeit, die Boliden mit Ingame-Währung zu erstehen, auch Bezahl-Optionen mit realem Geld. Dass man sich damit auch Wagen quasi ercheatet, die man sich zu dem Zeitpunkt eigentlich noch gar nicht leisten kann, und damit direkt den Spielablauf beeinflusst, scheint dabei keinen zu interessieren. Wenn das die Zukunft der Videospiele sein soll, dann Prost Mahlzeit!