Wenn Spieler älteren Semesters anfangen, über die Spiele ihrer Jugend- und Studienzeit zu sinnieren, schwärmen sie irgendwann auch von den Fallout-Titeln, von UFO – und von Jagged Alliance. Jetzt kommt der Klassiker gleich doppelt zurück. Kämpfe in Echtzeit oder in Runden? Vor allem daran werden sich bei den beiden Versionen wohl die Geister scheiden.
Skepsis ist natürlich vorhanden, aber das sieht bislang alles andere als schlecht aus.AusblickEin kleiner deutscher Entwickler hat sich der Neuentwicklung von Jagged Alliance angenommen – ohne Hilfe der alten Mannschaft, ohne auch nur einen einzigen vom alten Programmierteam aus Nordamerika. Mehrere Modelle waren im Gespräch, Bitcomposer Games entschied sich für die Zweigleisigkeit. Auf der einen Schiene der Vollpreistitel „Jagged Alliance: Back in Action“, auf der anderen die Free-to-Play-Version „Jagged Alliance Online“, entwickelt mit Hilfe von Cliffhanger Productions und voraussichtlich ab Ende 2011 via Gamigo spielbar.
Back in Action versetzt mich zurück auf die aus Jagged Alliance 2 bekannte Insel, den Ministaat Arulco. Mit Geld ausgestattet schicke ich eine erste Söldnertruppe auf das Eiland, um mich mit den Rebellen gegen die dortige Diktatorin zu verbünden. Mein Laptop dient dabei als Zentrale. Hier kann ich Söldner rekrutieren und mit den über 50 verfügbaren Waffen ausrüsten, E-Mails von meinem Auftraggeber lesen, Missionen auswählen, sogar Begräbnisse für im Einsatz gestorbene Kämpfer organisieren.
Back in Action: fast wie früher...Die Entwickler setzen voll auf den Einzelspielermodus, aber das heißt nicht, dass ich nur einen Söldnertrupp über die Übersichtskarte bewege. Vielmehr muss ich eine komplette Kampagne, einen Guerillakrieg gegen das neue Staatsoberhaupt führen, um den gestürzten und im Exil wartenden Ex-Präsidenten zu rächen. Das Terrain ist vielfältig, von Wüste bis Dschungel, aber von Straßen durchzogen. Natürlich kann ich auch die unwegsamen und sichereren Routen durchs Gelände wählen. Die kosten meine Söldner jedoch Ausdauer. Am Einsatzort bewegen sie dann langsamer und bekommen mehr Schaden, sollten sie getroffen werden.
Der vermeintlich schnellere Weg zu den mehr als 40 Schauplätzen führt über geteerte Verkehrsadern. Aber Straßensperren versperren den Weg, und mit ihnen kleine Kommandos der Diktatorin. Spätestens beim ersten Wechsel zur Auseinandersetzung auf die detaillierte Karte werden Traditionalisten entweder schlucken oder gar panisch aufschreien: Der Kampfmodus in Back in Action ist nicht rundenbasiert, sondern läuft in Echtzeit ab. Auf den ersten Blick zumindest.
Für die Gefechte gibt es eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten, wann das Spiel pausieren soll. Ein Gegner erstmals gesichtet? Einer meiner Söldner hat Schaden erlitten? Keine Kugeln mehr? Ich kann meinen Kämpfern auch befehlen, auf eigene Faust zu feuern, um keine Überraschung zu erleben. Dabei verbrauchen sie aber tendenziell mehr Munition. Um die 60 verschiedene Charaktere soll es geben, jeder von ihnen ist nur einmal anheuerbar. Kombinationen von Fähigkeiten wie Zielen, Schleichen oder Mechanik sowie typischen Eigenschaften wie Geschicklichkeit oder Stärke verpassen den Auftragnehmern ein bestimmtes Kampfprofil. Habe ich genug Geld, kann ich so bis zu zehn Einsatztrupps mit je maximal sechs Söldnern befehligen.
Die Söldner werden befehligt wie damals.Im Grunde erinnert „Jagged Alliance: Back in Action“ an das etwas in die Jahre gekommene Commandos, sogar die typischen Sichtfelder der eigenen und der gegnerischen Kämpfer sind zu sehen. Um möglichst lange unerkannt zu bleiben, muss ich meine Kleidung an Terrain, Tages- und Nachtzeit anpassen. Auch die Ausrüstung der Getöteten kann ich rauben – gänzlich unbehelligt durch die feindlichen Linien wie im ehemaligen Hit der Pyro Studios komme ich damit aber nicht.
Um den planerischen Aspekt zu stärken, setzt Bitcomposer auf die Kreativität des Spielers: Am unteren Bildrand sind die Portraits meiner Söldner zu sehen, je mit einem Zeitbalken daneben. So kann ich die Aktionen der einzelnen Spezialisten genau aufeinander abstimmen. Söldner A etwa soll sich in den Matsch schmeißen, hinter der Lastwagen robben, dann aufstehen und eine Granate werfen. Sobald sie in der Luft ist, stellt sich Söldner B hin, rennt frontal in Richtung des Gegners und feuert mehrere Schüsse ab. Das funktioniert mit allen sechs Kämpfern zugleich und belohnt ausgedehntes Tüfteln.
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Wird gespielt, aber sowas von
>:-)
Das kann nur jemand sagen der die guten alten Ufo- und Jagged Alliancezeiten nicht mitgemacht hat. Das hat furchtbar gut funktioniert in den Games und ab und an läuft bei mir sogar noch JA2 Wildfire oder Fallout Tactics (mit rundenbasierter Einstellung) eben weil das so derb Laune macht. ;)
Das war ein Spiel was über Monate im Singleplayer fesselte.
Ich würde mir sehr wünschen wenn ein wenig von diesem Glanz auf die neuen Ableger abfärbt.
Aber leider ist das ja nicht der erste gescheiterte Versuch eines Remakes.