Jacked (PC Review)
von Oliver Dombrowski

Wolltet ihr schon immer mal mit 300 km/h durch die Straßen düsen und dabei jemanden mit einer Eisenstange verprügeln?

Um es allerdings vorweg zu nehmen, Jacked hat uns schon sehr schnell enttäuscht. Ein Blick auf die Spielhülle lässt entdecken: Schon wieder ein PC-Spiel, das auf nur einer CD kommt. Seltsamerweise steht bei den Systemanforderungen "Freier Festplattenspeicher benötigt: 600 GB" … 600 GB!? Da machte sich Verwunderung in der Redaktion breit. Vermutlich handelt es sich um einen Druckfehler, denn in Wahrheit verbraucht das Spiel nur knapp 450MB.

Große Klappe, nix dahinter
Wieder einmal haben wir es mit einem Titel zu tun, der den Mund gewagt weit aufreißt. Publisher Xplosiv über ihr Spiel: "Jacked ist weit mehr als ein ultraschnelles Bike-Rennspiel - es ist ein Kampf ums Überleben, der deine Fähigkeiten bis zum Äußersten pushen wird.

Vergiss alles, was du bisher über Bike-Rennspiele wusstest - Jacked ist ein Motorrad-Kampfspiel, das dein Adrenalin zum Kochen bringt."

Jacked - Kürzer als ein Kinofilm. Und teurer. Kauft lieber eine XXL-Tüte Popcorn!

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In einem Punkt stimmen wir Xplosiv da zu, wir haben alles vergessen was wir bisher über Bike-Rennspiele wussten. Aus Trauer. Im Prinzip flitzen die Spieler in Jacked auf Nitro-durstigen Bikes durch die Gegend, schleudern dabei Granaten oder Molotov-Cocktails aufeinander und fahren vermutlich anschließend gegen eine Mauer. Dabei versucht man den Gegnern ihre Bikes zu stehlen, indem man sie "jacked" nachdem man mit der bloßen Faust auf ihren Motorradhelm eingedroschen hat. Wem das zu schmerzvoll ist, nimmt eine der etlichen Nagelkeulen, die lustigerweise überall auf der Strecke herumliegen und macht es einem Ork gleich: "Mosch ihm den Kopp wech!!"

Packshot zu JackedJackedErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Fingerkrampf garantiert
Um erfolgreich zu "jacken" lasst ihr euch am besten zwei zusätzliche Hände und zehn weitere Finger transplantieren. Beschleunigen, Gegnern die Fresse polieren, "jack"-Tase drücken und dabei um die Kurven flitzen, Waffen einsammeln und auf den übermäßigen Verkehr achten - wer mag, kann dabei noch den Nitro-Boost einsetzen. So wird das Klauen anderer Bikes eher ein Glücksfall als eine Frage des Geschicks.

Aber das ist kein Problem, denn dank fehlender Rennkarte braucht ihr ohnehin jede Menge Glück, um nicht bei 300 km/h in eines der zu Tausenden herumstehenden Hindernisse oder den Gegenverkehr zu rasen.

Jacked - Kürzer als ein Kinofilm. Und teurer. Kauft lieber eine XXL-Tüte Popcorn!

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Man meint, wenn die Reflexe schnell genug wären, könnte man diesem Problem sicherlich entgegen wirken. Nur leider macht da die schwammige Steuerung nicht mit. So müsste man schon in die Zukunft schauen können, um nicht von einer ultra-statischen Mülltonne vom Motorrad geholt zu werden.

Kurzes Erlebnis
24 schnell gespielte "Missiönchen" bietet uns das Renn-Prügelspiel. Damit kommt man auf etwa 1-2 Stunden Spielzeit. Etwas zu kurz für unseren Geschmack. "Nun gut, vielleicht ist das ja wieder ein Titel, der eher für Multiplayer ausgelegt ist", denken sich bestimmt einige - Fehlanzeige! Alles was uns geboten wird, ist ein Split-Screen 2-Spieler-Modus! Von Netzwerk- oder gar Internetspielen keine Spur. Bei einer Spielzeit, die kürzer nicht sein könnte, ist das unterste Schublade! Die Missionen dauern je 5-10 Minuten und bieten keine Spur von Abwechslung. Acht Staaten, mit jeweils drei Missionen, die immer gleich sind: Gewinne das Rennen, Jack das Bike, entkomme.So kommt uns sogar die sowieso schon viel zu kurze Zeit, die wir in Jacked verschwenden, gleich doppelt so öde vor.

Auch die 18 frei zu schaltenden Motorräder befinden sich schnell in eurem Besitz, da sie lediglich während des Rennens den Kontrahenten unter dem Hinter weggeklaut werden müssen. In sieben verschiedenen Spielmodi könnt ihr dies tun, allerdings geht es im Prinzip immer nur um eins: "jacked" eurem Gegner die Birne vom Rad.

Die acht Staaten, die ihr in der Kampagne durchspielt, sind dabei unterirdisch schlecht gestaltet. Viereckige Dinger, die wohl Häuser darstellen sollen. Rampen stehen mitten auf der Strecke und blinken in Augenkrebs-erzeugenden Farben und der Straßenverkehr lässt einen vermuten, man wäre im Lego-Land.

Schlechte Qualität für wenig Geld
Grafisch bietet und Jacked, ratet mal, gar nichts! Dieses Spiel könnte genauso gut eine PSone Portierung sein.

Jacked - Kürzer als ein Kinofilm. Und teurer. Kauft lieber eine XXL-Tüte Popcorn!

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Was den Sound betrifft, besaß die Playstation allerdings ein höheres Niveau. Motorengeräusche, die sich anhören als würde man versuchen, seine Katze im Mixer zu pürieren (Nicht zu Hause nachmachen!!), vom Soundtrack mal ganz abgesehen.

Dafür stimmt der Preis. Schlappe 19,99€ würde euch der Kurzzeit-Spaß kosten, wir empfehlen allerdings nicht einmal diese auszugeben. Denn was die Qualität dieses Spiels betrifft, wären 10 € durchaus angebrachter.