Big Trouble im Empire: Mit »Jack Keane« erscheint im August ein klassisches Point-and-Click-Adventure aus dem »Ankh«-Hause Deck 13, in dem man seinen Helden quer durch die Weltgeschichte des ausgehenden 19. Jahrhunderts von London über Kapstadt bis in den Indischen Ozean scheucht. Wir haben uns für Euch eine Vorabversion des Spiels angeschaut und konnten dabei schon einige Abenteuer erleben.

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It's Tea Time
Wir befinden uns im London zu Zeiten Königin Victorias. Die Krone ist mal wieder in Gefahr. Doch diesmal ist es nicht ein Vorfahre von James Bond, der den königlichen Arsch retten muss, sondern Jack Keane. Der selbst ernannte Abenteurer und Kapitän des stolzen Schiffes »Charming Princess« wird zum unfreiwilligen Retter des Empires, indem er den bösen Dr. T daran hindert, sich das britische Tee-Monopol unter den Nagel zu reißen und damit den Niedergang der Krone zu besiegeln.

Jack Keane - Das neue Adventure der Ankh-Macher: ein neuer Meilenstein fürs Genre?

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Bei manchen Rätseln hilft nur messerscharfes Nachdenken.
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Dummerweise ist Jack alles andere als ein strahlender Held. Sein Schiff ist eine Schrottmühle, seine Crew bevorzugt besoffen und er selbst notorisch pleite. Darüber hinaus ist er vom Pech verfolgt und überdies furchtbar ungeschickt. So kommt es ihm sehr gelegen, dass ihm auf seiner Flucht vor Gläubigern eines Tages im Londoner Hafen ein scheinbar einfacher Job angeboten wird: Er soll einen Geheimagenten ihrer Majestät zur geheimen Insel »Tooth Island« bringen, damit dieser die Pläne des sinistren Doktors durchkreuzen kann.

Dazu muss er zunächst nach Kapstadt segeln, um den geheimen Staatsbeamten an Bord zu nehmen. Gesagt, getan, und weil Jack ein Schwerenöter ist, sammelt er nebenbei auch gleich noch eine weitere Passagierin ein: die junge attraktive Amerikanerin Amanda, ihres Zeichens Draufgängerin mit Hang zu großen Explosionen.

Doch leider verläuft die Reise alles andere als planmäßig. Jacks Schiff zerschellt an der Küste des Eilands, der unfähige Agent wird entführt, und der tollpatschige Möchtegern-Abenteurer muss sich bei seinen Versuchen, von der Insel zu entkommen, mit dem fiesen Dr. T und dessen Gorilla-Schergen auseinandersetzen und gerät von einer haarsträubenden Situation in die nächste. Dabei erfährt er nach und nach auch mehr über seine eigene Geschichte und was es mit seiner Höhenangst auf sich hat.

Packshot zu Jack KeaneJack KeaneErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Klick Dich!
Wer Point-and-Click-Adventures mag, wird vermutlich auch »Jack Keane« einiges abgewinnen können. Man bewegt bei dem komplett mit der Maus gesteuerten Spiel den guten Jack (oder manchmal auch Amanda, je nachdem) über den Bildschirm, wobei sich die Kameraperspektive automatisch anpasst, jedoch leider nicht manuell verändern lässt. Das ist an einigen Stellen ärgerlich, weil die räumliche Darstellung ein wenig leidet.

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Gedränge auf dem Turm von Big Ben.
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Die Rätsel reichen von einfach bis sehr fordernd und sind, zumindest in der von uns angezockten Version, nicht immer logisch. Die Rätselkost funktioniert nach dem bewährten Prinzip »Suche den Bildschirm ab, sammle alles ein und benutze A mit B«, wobei zu benutzende oder kombinierbare Gegenstände nicht hervorgehoben werden. Da es leider auch keine Erklärungstexte oder andere Hinweise gibt, hilft oft nur extrem genaues Absuchen der Bildschirmoberfläche bis man weiß, was mit welchem Gegenstand gerade angestellt werden kann.

Das Inventar ist sehr spartanisch gehalten. Aufgenommene Gegenstände werden als Symbole oben links eingeblendet. Ein Klick mit der Maustaste aktiviert das ausgewählte Item, und ein eingeblendeter Text am unteren Bildschirmrand zeigt mögliche Aktionen an, sobald man mit der Maus über zu kombinierende Gegenstände fährt. Da jedoch auch hierbei Hinweise fehlen, welche Aktion die richtige ist, endet dies meist mit einem wilden Herumsuchen auf dem Monitor oder dem verzweifelten Versuch, alles mit allem zu kombinieren, bis man die richtige Lösung gefunden hat. Fairerweise sollte man allerdings betonen, dass die Praktikantin des Schreibers dieser Zeilen weitaus weniger Probleme hatte, stets die richtige Lösung zu finden. Frauen sind eben doch die besseren Männer!

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Florian Silbereisen verabschiedet sich von seinen Fans…
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Dialoge laufen einfach und unkompliziert ab. Klickt man auf eine Person, die vor Jack steht, wird das Gespräch eröffnet. Danach wählt man eine von mehreren Entgegnungen aus, die wiederum eine Reaktion nach sich zieht. Es lohnt sich jedoch aufgrund der sehr witzigen Dialoge, alle Gesprächsverläufe nacheinander durchzuklicken. Den Lösungsweg kann man sich laut Herstellerangaben in keinem Falle durch eine »falsche« Antwort verbauen.

»Mein Name ist Jack Keane. Captain Jack Keane!«
Die vorliegende Version enthält bereits sechs der insgesamt 13 Levels und zeigt, dass uns ein äußerst amüsantes Spiel erwartet, das sich durch viel schrägen Humor und liebevolle Ironie auszeichnet. Die deutsche Version ist professionell und mit bekannten Synchronsprechern vertont worden. So wird Jack von David Nathan gesprochen, der deutschen Stimme von u.a. James Marsters (Spike aus der Serie »Buffy«). Bianca Krahl, die normalerweise Charlize Theron ihre Stimme leiht, vertont Amanda, und der brillante Thomas Danneberg, u.a. zuständig für die ironische Stimme von John Cleese, spricht den vertrottelten englischen Agenten.

Auch der Humor kommt nicht zu kurz, was die zahlreichen Smart-Ass-Comments amüsant beweisen. So warnt ein Bettler Jack davor, die geheime Insel überhaupt zu besuchen, was diesen zu dem lapidaren Kommentar veranlasst, dann könne man ja gleich seinen Rechner wieder ausschalten, weil Computerspielen sowieso nur aggressiv mache.

Die Animationen sind halbwegs lippensynchron umgesetzt, was allerdings angesichts der comichaften, leicht angestaubt wirkenden Grafik nicht allzu sehr zur Geltung kommt. Musikalisch zeigt sich der gute Jack dafür bereits jetzt von einer filmreifen Seite, die sehr an klassische Hollywood-Schinken erinnert.

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Hat mehr als nur zwei Vorzüge: Jacks Begleiterin Amanda.
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Einen zusätzlichen Anreiz sollen Bonusitems bieten, die in der Verkaufsversion enthalten sein werden und die es für komplett gelöste Rätsel geben wird. Die Gegenstände werden zwar nicht für den Fortgang der Handlung entscheidend sein, dafür aber allerlei Extras freischalten. Genaueres ist derzeit noch nicht bekannt, und man darf gespannt sein, was Hersteller Deck 13 sich hat einfallen lassen.