Das diesjährige "Level Up"-Event bei Bandai Namco stand deutlich im Zeichen der Anime-Kampf- und Autorennspiele. Während Letztere wie Project CARS in separaten Vorschau-Artikeln behandelt werden, widmen wir uns in diesem Sammelartikel den japanischen Spieltiteln, die wir vor Ort kurz anzocken durften und die getreu dem Event-Namen eine Steigerung in mehrerlei Hinsicht versprechen.

Mit unserer Vorschau zu Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4 haben wir bereits einige Eindrücke zum (angeblich) finalen Spiel des großen Ninja-Manga-Epos geliefert. Diesmal versprachen die Entwickler, dass nicht nur die Kämpfe, sondern auch die handlungsbasierten Spielelemente mehr Gewicht bekommen sollen. Darüber hinaus soll der vierte Teil der erfolgreichen Ninja-Ablegerreihe in Sachen Spielcharaktere, Kampfdynamik und Dramatik gegenüber den alten Teilen nochmal einen draufsetzen. Der uns präsentierte kurze Bosskampf gab uns auf jeden Fall schon mal einen netten Vorgeschmack auf die späteren brachialen Schlachten.

One Piece X Dynasty Warriors - Akt 3

Auch in One Piece: Pirate Warriors 3 fliegen die Fetzen, aber auch unzählige Fäuste. Wie immer bahnt ihr euch mit Strohhut-Piratenkapitän Monkey D. Ruffy einen Weg durch abertausende Gegner und könnt die gesamte Reise aus der Original-Mangavorlage in straff erzählter Form nochmal erleben. Viel von der Piratenwelt haben wir in der anspielbaren Vorschauversion nicht sehen können. Es hatte aber den Anschein, dass die im Spiel vorkommenden Schauplätze ziemlich jeden Handlungsbogen zwischen den Anfängen im Windmühlendorf bis hin zur Insel Dress Rosa in der Neuen Welt abdecken.

Bandai Namco - Ein heißer Herbst mit One Piece, Naruto, Tales of Zestiria und mehr

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Neben der Strohhutbande wird es in One Piece: Pirate Warriors 3 wieder massig neue spielbare Spielcharaktere - darunter auch coole Antagonisten aktueller Manga-Abschnitte - geben.
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Mit den Schlag-Kombos und dem Partner-Wechsel konntet ihr in den vorangegangenen Teilen den Gegnern bereits ordentlich einheizen. Die neu eingeführte Teamleiste, die sich mit jedem verursachten Schaden füllt, sorgt dafür, dass ihr nun sogar noch kürzeren Prozess mit der Masse an Schergen machen könnt. Wird sie erst einmal auf Maximum gebracht, kann Ruffy nämlich mit seinen Spezialfähigkeiten und der kombinierten Stärke seiner Partner das Schlachtfeld, einer um sich rotierenden Kreissäge gleich, so richtig aufräumen. Eine Neuerung, die dem Kampfverlauf wesentlich mehr Schwung gibt. Im Großen und Ganzen wirkt alles nach wie vor vom Spielprinzip und von der Aufmachung her vertraut. Ob bei der Fülle an Charakteren genug Spielvarianz beim Kampfsystem vorhanden ist, wird sich dann noch zeigen müssen.

Mein Kamehameha ist stärker als deine Gum-Gum-Pistole!

Ruffy und Naruto werdet ihr zudem nicht nur in den beiden besagten Spielen wiedertreffen. Im großen Anime-Allstars-Prügler J-Stars Victory Vs + stehen sich die beiden Helden und viele andere ikonische Protagonisten anderer mehr oder weniger bekannter Serien als Kontrahenten gegenüber. Viele der zur Auswahl stehenden Figuren dürften Anime- und Manga-Fans sogar noch aus ihrer Jugend aus dem RTL2-Nachmittagsprogramm kennen.

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In J-Stars Victory VS+ könnt ihr bis zu 39 Manga-Helden spielen und viele weitere zur Unterstützung herbeirufen. Die Spielwelt ist eine Mischform aus den Handlungsorten der bekannten Mangaserien.
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Es war schon ziemlich cool, vertraute Gesichter wie Robotermädchen Arale aus Dr. Slump, Schwertkämpfer Kenshin oder Son-Goku aus Dragon Ball beim gemeinsamen Schlagabtausch und jeweils mit ihren ganz individuellen Superangriffen zu erleben. Die Kämpfe selbst ähneln von der Aufmachung her denen der "Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm "-Spiele. Dabei könnt ihr die Arenen alleine oder gemeinsam mit einem Mitspieler unsicher machen und darüber hinaus eure Umgebung nahezu komplett auseinander nehmen.

Sicher mag das Spiel im Großen und Ganzen nun nicht völlig neuartig daherkommen - wer aber mit einem Großteil der Charaktere oder Serien des "Shonen Jump"-Manga-Magazins was anfangen konnte, wird hier definitiv seine Freude haben, die recht unterschiedlichen Kampfverhalten und Spezialfähigkeiten auszutesten. Gerade bei den persönlichen Lieblingen, denen hierzulande oder weltweit kein Spielableger gewidmet wurde, freut man sich, diese mit eingehauchtem virtuellem Leben bei diversen Interaktionen zuzusehen.

Beim Anspielen stand uns nur der Mehrspieler-Modus zur Verfügung, doch verspricht der Story-Modus in etwa ein ähnlich abgedrehtes Crossover-Szenario zu werden, wie man es aus "Super Smash Bros. Brawl" kennt.

So muss sich der Mann im Kostüm gefühlt haben

Nicht weniger brachial, aber weitaus träger ging es bei dem demnächst kommenden Godzilla-Spiel zu. So cool, wie manch einer von uns es sich gern vorgestellt hat - sich als Monster wie im Film einen Weg durch Wolkenkratzer zu bahnen und alles niederzutrampeln - war es dann doch nicht. Man könnte glatt den Eindruck bekommen, dass die Entwickler sich angesichts vorheriger Godzilla-Spiele, in denen es ja eher hektisch und schnell zuging, diesmal vorgenommen haben, die Bewegungen und Verhaltensweisen der spielbaren Monster etwas realistischer zu gestalten.

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Das Wiedersehen mit alten Kaiju-Lieblingen könnte durchaus Freude machen, wenn da mal nicht die Steuerung einen Strich durch die Rechnung macht.
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Das ist ein durchaus netter Ansatz, wenn da nicht die hakelige Steuerung und die unglücklich konzipierte Angriffspalette wären. Die meisten der anwesenden Spielredakteure brauchten während der spielbaren Demo-Mission schon allein eine Weile um herauszufinden, wie man die Gangrichtung wechselt. Auch der Kampf gegen Hubschrauber und bekannte Monsterrivalen der kultigen Mutantenechse, wie den dreiköpfigen King Gidorah, konnte nur auf Kosten von massig Nerv und Geduld bestritten werden - bis man es irgendwie geschafft hatte, mit dem Hitzestrahl oder dem Schwanzhieb irgendwas zu treffen.

Also wenn das die angeblich ideale Abreagierungskur werden soll, spiele ich zur Beruhigung doch lieber ein Souls-Spiel. Wer ein eingefleischter Kaiju-Fan erster Stunde ist, behält den Titel aber trotzdem im Auge. Zumindest das Wiedersehen mit unzähligen japanischen Filmmonstern hat einen gewissen Nostalgiefaktor, aber ob der für den Spielspaß reicht, würde ich zum jetzigen Zeitpunkt eher bezweifeln. Da schürt der folgende Titel schon weitaus größere Erwartungen.

One Piece: Pirate Warriors 3 - Vom Windmühlendorf bis Dress Rosa

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Hat hier jemand japanische Dubs gesagt?

Kein "Level Up"-Event ohne eine JRPG-Ankündigung, und so erwartet uns auch diesmal im kommenden Herbst ein neues Spiel der Tales-Reihe. Die treue Zockergemeinde freut sich über das neue Tales of Zestiria, während Kritiker sich abermals bestätigt fühlen werden, wie wenig sich die Serie im Grunde in den letzten Jahren weiterentwickelt hat: spieltechnisch, grafisch und auch vom Aufbau der Handlung her.

Es mag stimmen, dass vieles beim Alten geblieben ist, und es sind letzten Endes auch weniger die sporadischen Änderungen, über die man dann redet. So mag es ein optisch nettes, neues Detail sein, dass die Kämpfe diesmal ohne Übergang oder Ladezeit auf der Karte starten, aber wirklich der Rede wert ist es nicht.

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Noch haben wir von den weitläufigen Gebieten im neuen Tales of Zestiria nicht gesehen. Fans dürfen sich nichtsdestotrotz wieder auf jede Menge lustige Skits und Victory Quotes freuen.
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Es sind stattdessen (wie immer) die Kämpfe, die sich trotz vertrauter Mechaniken aus den Vorgängerteilen anders und unterschiedlich dynamisch spielen - dank einem eigenen Fertigkeitensystem. Diesmal sind eure Kampfaktionen, Fähigkeiten und elementaren Statuseigenschaften sogar stark von der Kombination eurer Ausrüstung abhängig. Davon abgesehen fühlt sich der Rest samt den Charakteren und dem Anfang der Geschichte recht Tales-typisch beständig an.

Aber vielleicht ist ja gerade diese Beständigkeit der Grund, warum die eingefleischte Spielgemeinde der Reihe selbst nach so vielen Titeln immer noch die Treue schwört. Schließlich haben die Tales-Teile sich schon immer durch die Vermittlung menschlicher Werte und die facettenreichen Charakterinteraktionen ausgezeichnet; eine Kombination, die es bisher gut geschafft hat, die allgemein oft vorhersehbaren Handlungsstränge zu kaschieren. Bei all der Beständigkeit dürften sich die Tales-Anhänger zumindest über den Fakt freuen, dass erstmals sowohl die japanische als auch englische Sprachvertonung zur Auswahl stehen werden. Ich selbst freue mich schon, bald wieder in ein Fantasy-Abenteuer voller emotionaler Höhen und Tiefen erleben zu können.

Betrachtet man unterm Strich all die angekündigten japanischen Spiele, so erkennt man abermals, dass trotz der New-Gen-Veröffentlichungen die Spiele nur minimal von den technischen Fortschritten profitieren. Sicher: Die vermehrt zum Einsatz kommende Cel-Shading-Optik wirkt insgesamt ein wenig runder und glatter gegenüber den Vorgängern der letzten Generation, aber so wirklich bahnbrechend neu ist die Optik nicht. Gerade bei den Spielen, die sich eher durch einen farbreichen Anime-Look auszeichnen, wäre für mich der nächste logische Schritt in Richtung ... Anime eben. Wenn die Cel-Shading-Darstellung erst soweit ist, die Figuren und die Umgebung trotz plastischer Wirkung mehr gezeichnet wirken zu lassen, wäre das für mich zumindest die Form von Fortschritt, die ich bei solchen Spielen als New-Gen-Grafik bezeichnen würde. Wenn es also überhaupt eine Steigerung auszumachen gibt, dann beschränkt sie sich eher auf den erweiterten Umfang der Spielreihenfortsetzungen.

Abgesehen davon sind doch so einige Titel neben dem besagten Tales-Spiel dabei, auf die ich mich diesen Herbst richtig freue. Sind unter den genannten Spielen welche vertreten, für die auch ihr euch interessiert?