Alles beginnt super für den Cop Davis Russel. Die Sonne lacht, der Tag auch. Natürlich würde er ihn gern mit seiner Frau Caroline und Töchterchen Leila nutzen, aber die Arbeit geht an diesem Tag erst mal vor. Die Zeit reicht nur für einen kurzen Abstecher zu Hause, da stört es Davis auch nicht, dass sein Kollege Leo ihn die ganze Zeit damit aufzieht, dass er doch bestimmt nur zum Pimpern dort ranfahren will. So sind sie eben, Männer unter sich. Doch dann das Erdbeben. Davis stoppt den Wagen, Menschen flüchten schreiend und dann steht er da – ein Lutadores.

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I believe I can fly

Die Lutadores - bullige, glatzköpfige Schränke mit Bajonett-Sturmgewehr und dicker Panzerung. In der Stadt eingefallen mit einem einzigen Ziel: Versklavung der Menschheit. So weit hat man das Szenario schon in hunderttausend anderen Shooter vorgesetzt bekommen. Was die Lutadore aber von den anderen Bösewichten unterscheidet: Sie können die Schwerkraft manipulieren.

Das Prinzip ist simpel: Dank des Gravlinks auf eurem Rücken könnt ihr Energie verschießen, in dem Falle die sogenannte „High-G“, die blasenartig alles in ihrem Umfeld schwerelos werden lässt, was natürlich gegen sich verschanzende Gegner effektiv ist, die dann nur hilflos in der Luft baumeln und zum Abschuss freigegeben sind.

Auch Autos oder Fässer können mit einer Art Lasso eingefangen und dann als Schutzschild genutzt oder mit ordentlich Wumms auf die anstürmenden Gegner geschleudert werden. Das „Low-G“ bewirkt das Gegenteil: Durch die vielfach höhere Erdanziehung werden die Gegner behäbiger, fast schon „festgenagelt“, und ihr könnt Container vom Haken holen, um euch somit weitere Deckungsmöglichkeiten zu erschaffen.

Inversion - Herr Ober, hier ist ein Inversion in der Shooter-Suppe

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So ohne Deckung hängt man dann eben in der Luft.
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Die sind auch bitter nötig, denn die Gegnerhorden rennen euch nicht in Lemming-Manier direkt vor die Flinte, sondern suchen Deckung, flankieren und nutzen ihrerseits genauso effizient ihre Gravitypacks und hauen euch auch die Autos um die Ohren oder katapultieren euch aus der Deckung. Ein einschneidendes Feature ist das sogenannte „Vector Change“. Das sind kleine blaue Markierungen, die euch beim Überqueren um 90 Grad an die Häuserwände nageln. Der Ort der Schwerkraft wurde einfach verändert und ihr kämpft euch jetzt auf den Hauswänden weiter durch die Lutadores, bis ihr einen weiteren Vector-Change-Port findet, der euch wieder auf den Boden der Tatsachen bringt.

Streckenweise durchquert ihr auch „Zero-G“-Abschnitte, die komplett auf die Schwerkraft verzichten und in denen ihr euch hier schwebend von Mauerstück zu Mauerstück schwebend vorarbeitet. Das hat man so schon mal in „Dead Space“ erlebt und erfordert taktisches Umdenken, wenn die Gegner hier aus allen Himmelrichtungen angreifen und ihr euch nur an eine Tür klammert. Unabhängig von den Gravitypack-Möglichkeiten erinnert das Spiel auch in der Vorgehensweise frappierend an „Gears of War“.

Packshot zu InversionInversionErschienen für PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Die bulligen, überproportionierten Gegner, die Waffendesigns, das Deckung-suchen-und-Meter-machen. Aber all die Möglichkeiten mit der Schwerelosigkeit machen Inversion zu einem verdient einzigartigen Titel, der es verdient hat, auch so gesehen zu werden, unabhängig von den Gears-of-War-Parallelen.

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Hier hangelt ihr euch in einem "Zero-G-Abschnitt" von Trümmerteil zu Trümmerteil
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Nicht ohne meinen Bro

Ihr erinnert euch an Davis' Kollege Leo aus der Einleitung? Der ist nämlich während des Feldzugs gegen die Lutadores und der Suche nach eurer Tochter stets an eurer Seite und unterstützt euch. Sei es nun mit gezielten Salven oder bekannten Teammanövern wie der klassischen Räuberleiter. Wahlweise lässt sich Leo Delgado auch von einem eurer Freunde steuern und so gemeinsam im Splitscreen oder online auf Weltrettertournee gehen. Doch nicht nur Leo steht euch zur Seite, auch Rebellen, die sich vor den Lutadores versteckt und sich formiert haben, schließen sich euch an. Neben den Gravlink-Möglichkeiten wird natürlich auch auf die klassischen Wummen zurückgegriffen. Sturmgewehr, Schrotflinte, Raketenwerfer, Scharfschützengewehr, Granaten - die Auswahl ist überschaubar, aber deckt alle essenziellen Waffenklassen ab.

Grafisch bewegt sich das Spiel, das mit der „Saber3d-Engine“ daherkommt, im so ungeliebten, aber dafür soliden Mittelfeld. Es ruft keine staunenden Gesichter hervor, aber die physikalischen Spielereien der Gravity-Möglichkeiten, kombiniert mit einem dreckigen, rotzigen Setting, sind gut aufeinander abgestimmt und bilden ein optisch rundes Gesamtbild. Außerdem bleibt auf der Monsterhatz eh nicht viel Zeit für Sightseeing.