Die Gravity-Gun in Half-Life 2 war seinerzeit ein spielmechanischer Geniestreich, wie ihn das Shootergenre seitdem nicht wiederholen konnte. Warum also nicht einfach ein ganzes Spiel auf dieser Grundidee aufbauen? So jedenfalls stellen wir uns den zündenden Gedanken bei der Erfindung von „Inversion“ vor…

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Schwerkraft und Federgewicht

Dreh- und Angelpunkt der Third-Person-Ballerei ist eine Knarre, mit der sich die Gravitation manipulieren lässt. Wie mit der Gravity-Gun lassen sich Objekte „ansaugen“, wegstoßen, bewegen. Doch das ist längst nicht alles: Ein Schuss aus der Kanone kann kurzzeitig eine Schwerelosigkeitsblase erschaffen, in der Gegner und Gegenstände zu schweben beginnen.

Inversion - Operation am offenen Herzen

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Per Zero-G lasst ihr Gegner in einer Schwerelosigkeitsblase schweben.
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Darüber hinaus könnt ihr die Erdanziehung aber auch verstärken und so z.B. Trägergerüste zum Einsturz bringen oder Decken und Wände zu eurem neuen Fußboden erklären. Die taktischen Möglichkeiten, die sich dadurch im Kampf ergeben, machen jedes Areal zum Spielplatz für eure Kreativität.

Überhaupt ist das Spiel mit der Schwerkraft bzw. deren Negierung stilbildend für Inversion: Auf einer Presseveranstaltung von Namco Bandai durften wir bereits einen Level probespielen. Wie ein nicht enden wollender Vulkankrater frisst sich dort ein Bergwerk senkrecht in die Erde hinein, seine Felswände gesäumt von schwebenden Gesteinsbrocken, rotierenden Meteoriten gleich.

Inversion - Operation am offenen Herzen

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Nicht abheben!
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Warum sie dort in der Luft verharren und wider alle Naturgesetze nicht abstürzen, wird vermutlich ein Kernelement der Hintergrundgeschichte bilden, über die die Entwickler derzeit aber noch weitestgehend geheimniskrämerisches Stillschweigen breiten. Wir erwarten irgendetwas zwischen aus dem Ruder gelaufenen Experimenten und dämonischen Kreaturen, die beim Versuch überheblicher Menschen, Gott zu spielen, entstanden sind. Außerirdische sind diesmal ausnahmsweise freigesprochen, denn solche werden in Inversion nicht vorkommen.

Vieles in Inversion erinnert uns an Red Faction: Armageddon und seine Magnet-Gun, manches an die kreative Brutalospielwiese Bullestorm. Auch der Vergleich mit den Zeitmanipulierern aus TimeShift und Singularity ist nicht aus der Luft gegriffen. Inversion setzt auf Bewährtes, wo das Genre über Jahre hinweg gewachsen ist, und erneuert es dort, wo es sein Herz hat: beim Kampf.

Gravity-Gun 2.0

All die Sperenzchen, die sich mit der Gravity-Gun bewerkstelligen ließen, könnt ihr selbstverständlich auch in Inversion unternehmen: Ölfässer ansaugen, sie als Schutzschild missbrauchen und sie anschließend den Gegnern ins Gesicht pfeffern. In Kombination mit den Nullgravitationsblasen ergeben sich dadurch aber völlig neue Möglichkeiten.

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Der Vulkanlevel erinnert an das Mustafar von Star Wars: Episode III.
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So könnt ihr eurem Gegner nicht nur sprichwörtlich den Boden unter den Füßen wegziehen, indem ihr ihn in eine Schwerelosigkeitsblase hüllt. Dort hängt er nun zappelnd und wehrlos euren Projektilen ausgeliefert. Alternativ könnt ihr ihn auch „gravitonisch“ zu euch herziehen, ähnlich dem Lasso von Bulletstorm, und ihn dann genüsslich aus der Nähe bearbeiten.

Platzt ein Ölfass inmitten einer solchen Blase, explodiert das hoch entzündliche Gemisch nicht einfach, sondern wabert frei schwebend in der Luft und kann von dort an einen Ort verfrachtet werden, wo seine zerstörerische Wirkung eher gewünscht ist.

Inversion setzt dem Genre den Schrittmacher dort ein, wo es sein Herz hat: beim Kampf.Ausblick lesen

Neben der Möglichkeit, die Schwerkraft aufzuheben, verfügt eure Waffe aber auch über die Fähigkeit, sie zu verstärken. Gegner tuckert das wie mit Bleischuhen versehen am Boden fest, auf dem sie sich von nun an nur noch, wenn überhaupt, unter höchster Anstrengung bewegen können. Gleichzeitig wird es aber auch Gegner geben, die sich diesen Effekt zunutze machen und von Decke und Wänden über euch herfallen.

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Boden, Decke, Wand? Irgendwie unerheblich.
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Eine Fähigkeit, die auch dem Spieler nicht fremd ist: An vom Spiel vorgegebenen Punkten könnt ihr die Gravitation umkehren und euch Wand und Decke zum neuen Fußboden machen. Witziger Effekt: Ein Wasserfall aus rot glühender Lava fließt plötzlich zur Seite oder gar nach oben, Steine fallen nicht länger nach unten, sondern entsprechend der Raumkrümmung. Wer Inversion spielt, sollte vermutlich besser gegen Seekrankheit immun sein…

Nutzte Half-Life 2 seine Gravity-Gun zum Großteil für clevere Rätseleien, wird bei Inversion vor allem ihre taktische Finesse in den Kämpfen im Vordergrund stehen. Doch das eine schließt das andere ja nicht aus: So wurden wir in einer Fabrikhalle aus der Ferne von heimtückischen Scharfschützen beschossen – und auf weiter Flur keine Deckung in Sicht.

Zum Glück fallen uns mehrere große Container an Stahlseilen hängend unter der Decke auf. Ein Schuss mit einer Ladung Heavy-G später, brechen die Container derart beschwert vom Seil und bilden nun einen ideal platzierten Deckungsparcour, den wir uns zunutze machen können.