Soll man Pseudonyme in Zukunft noch in seinen Foren zulassen? Darf man überhaupt die Offenbarung des richtigen Namens von seinen Benutzern verlangen, oder verletzt man damit nicht vielmehr ihre Persönlichkeitsrechte? Oder muss der Forenbetreiber künftig jedes Posting vor der Veröffentlichung lesen? Ein Urteil wirft fragen auf.

Webseitenbetreiber müssen in Zukunft vermehrt darauf achten was bei ihnen gepostet wird und gegebenenfalls die Kommentare vor einer Veröffentlichung prüfen. Das beschied das Landgericht Hamburg nun im Fall Callactive gegen Stefan Niggemeier. Callactive war gegen ihn vorgegangen da in einem Beitrag über Call-TV-Sender ein negativer Kommentar gepostet und erst am nächsten Morgen gelöscht worden war.

In der schriftlichen Urteilsbegründung heißt es unter anderem:

"Wer als Betreiber eines Forums oder Blogs die Verwendung von Pseudonymen zulässt, muss daher eine erhöhte Sorgfalt bei der Überprüfung der Inhalte seines Angebotes walten lassen."

Das Urteil ist jedoch nicht rechtskräftig, da Niggemeier in Revision gehen wird.