Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) plant eine gravierende Änderung im Gesetz zur Speicherung von Telefon- und Internetdaten. Bisher werden die Daten lediglich 80 Tage aufgehoben und danach gelöscht, falls es nicht in dieser Zeit zu Reklamationen oder Anfragen der Sicherheitsbehörden kommt. Nun plant Schily diesen Zeitraum auf ein Jahr auszudehnen, natürlich wieder einmal unter dem Schlagwort Terrorbekämpfung. Dass wir uns damit weiter auf dem Weg zum "gläsernen Bürger" befinden, wies der Minister zurück. Vielmehr habe es schon einige Fahndungserfolge gegeben.

Gegner dieses Vorhabens sind da aber ganz anderer Meinung. Das unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein ( siehe Webseite) sieht diese Überwachungspläne gar als verfassungswidrig an. Auch die Wirtschaft möchte Schily nicht ohne Widerspruch folgen und hat zuletzt als Kompromiss vorgeschlagen, die Daten ein halbes Jahr lang zu speichern.