Möglicherweise bekommen Sex-Seiten im Internet zukünftig ihre eigene Domain-Endung. ".XXX" (kommt von "X-rated" = nicht jugendfrei) könne man doch all diesen Domain nachstellen, schlug bereits im Juni die amerikanische Organisation ICANN (Internet Corporation of Assigned Names and Numbers) vor. Damit ließen sich einerseits solche Seiten besser finden, und - wohl viel wichtiger - einfacher sperren.

Das US-Handelsministerium hatte die Entschiedung im Juni vertagt, um mehr Verteter der Gruppen anhören zu können, die sich gegen eine solche Regelung aussprechen. Dazu zählt auch das Family Research Council, eine konservative religiöse Organisation. Die Einführung von ".XXX"-Domains legalisiere lediglich die Porno-Industrie und mache den Zugriff - auch für Minderjährige - viel einfacher.

Nun wurde bekannt, dass die Verhandlungen um die Schmuddel-Domains weiterhin in der Schwebe sind. Grund für das schleppende Verfahren: Ohne Zustimmung des Handelsministeriums sind der ICANN die Hände gebunden. Das wirft nicht nur in den USA erneut die Frage auf, inwiefern staatliche Kontrolle über eine gemeinnützige Organisaton wie die ICANN gerechtfertigt ist. Die Entscheidungsträger stecken deswegen in einer schwierigen Sitation: Einerseits wollen die erzkonservativen Amerikaner keine ".xxx"-Domains. Andererseits würde eine endgültige Ablehnung des Vorschlags die ICANN geradezu bloßstellen und sie als Instrument amerikanischer Interessen brandmarken.