In letzter Zeit hört man immer wieder von namhaften Personen und bekannten Designern, die binnen kürzester Zeit auf Kickstarter die veranschlagte Summe für die Finanzierung ihrer Projekte erhalten. Ein hübsches Sümmchen obendrauf. So geschehen bei Tim Schafer und erst vor kurzem Chris Roberts.

Diese Erfolgsmeldungen aber täuschen darüber hinweg, dass auch gerade im Designbereich viele Projekte an der Kickstarter-Finanzierung scheitern. Zwar können immer wieder unbekannte Designer mit ihren Projekten punkten, wie Rich Burlew mit seinem Webcomic The Order of the Stick, welches allerdings auf dem beliebten Rollenspiel Dungeons & Dragons basiert, doch müssen sich die meisten Designer ohne bekannte Rückendeckung in irgendeiner Form darauf verlassen, dass sie das zahlungswillige Publikum mit ihren Präsentationen überzeugen können.

Schon Kostas Zarifis, dessen Projekt Kung Fu Superstar bei Kickstarter scheiterte, nannte als mögliche Gründe das Fehlen bekannter Namen und Marken, sowie fehlende Nostalgie. Seiner Meinung nach, alles treibende Kräfte, wenn es um die Finanzierung über Kickstarter geht.

Ärgerlich wird es allerdings, wenn ein relativ unbekanntes Team mit einem neuen Konzept das Ziel ganz knapp verfehlt. Und das, obwohl sie nicht einmal besonders viel verlangt haben. Lediglich 50000 Dollar wollte man sammeln und am Ende fehlten gerade mal 28 Dollar zur Finanzierung. Dies ist Christopher Williamson und seinem Team von Dreamquest Games mit ihrem Projekt geschehen.

Ihr geplantes Game Alpha Colony hätte eine Simulation mit Forschungs-, Erkundungs- und Bauelementen werden und im Juli 2013 für PC, iOS und Android erscheinen sollen. Selbst Mac, Linux und Ouya wären für zukünftige Veröffentlichungen in Betracht gezogen worden.

Die detailierte Präsentation mit Screenshots, Youtube Videos, eigener Homepage und selbst einer spielbaren Version über den Browser, zeugten von einem ambitioniertem Team. Doch woran ist es schlussendlich gescheitert?

Auf Facebook veröffentlichte Dreamquest Games ein Statement, "Danke Euch allen für Eure Unterstützung, aber uns fehlten am Ende 28 Dollar. Kickstarter ist sehr strikt bezüglich ihrer AGBs und unser Projekt wird leider nicht finanziert."

So heißt es weiter, dass sie bereits 60000 Dollar und 10 Monate investiert hätten. Die Idee zum Spiel hätte Williamson bereits seit über 14 Jahren und deswegen würde er es nicht fallenlassen, selbst wenn er sich jetzt vorerst auf Projekte konzentrieren müsste, die ihm Geld einbringen, um seine Familie zu ernähren. Schlussendlich glaubt er, dass derlei Spiele, wie sie ihm vorschweben, momentan einfach auf kein Interesse stoßen würden.

Auf den bissigen Kommentar eines Users, dass ihm das Projekt doch garnicht soviel bedeuten kann, wenn er nicht einmal 28 Dollar aus eigener Tasche hätte investieren wollen, antwortete Williamson, dass sie sehr wohl eigenes Geld, sowohl im Vorfeld, als auch während der Kickstarter-Phase direkt in das Projekt investiert hätten, aber dass am Ende das Timing gefehlt hätte.