In Helsinki wurden heute 22 Männer zu einer Geldstrafe von circa 427.000 Euro plus 142.000 Euro Gerichtskosten verurteilt.

Die Finnen waren Betreiber einer Internet-Tauschbörse, die regelmäßig von über 10.000 Nutzern frequentiert wurde. Der geschätzte Gesamtwert illegal heruntergeladener Software dürfte laut finnischen Medien in etwa zehn mal so hoch liegen. Beantragt hatte die Industrie insgesamt 3.7 Millionen Euro Schadenersatz. Dies ist europaweit damit der zweitschwerste, verurteilte Fall im Bereich der Softwarepiraterie seit auffliegen von ftp-welt.com, wo sich zwischen Juni 2003 und September 2004 etwa 45.000 Nutzer bedient haben dürften.

Statistik der GVU für das Jahr 2005 in Deutschland: Mehr als eine halbe Million sicher gestellter Software- und Filmkopien. Tendenz: steigend.

Der Experte Klaus Mochalski plädiert für geringere Strafen, aber eine dafür drastisch erhöhte Strafquote, um dem immer größer werdenden Problem beizukommen. Der Anteil von Peer-to-Peer Software am weltweiten elektronischen Datenverkehr wird zwischen 30 und 70 Prozent geschätzt.