Dass der chinesische Staat die Internet-Technologien als Gefahr ansieht, ist für die meisten Surfer und Zocker ein alter Hut. Gründe gab es leider genug: Ein Streit um eine Waffe im Online-Rollenspiel Legend of Mir 3 ist in China zum Mordmotiv geworden. Ein 41-Jähriger musste sich vor dem Gericht in Shanghai verantworten, einen Mitspieler erstochen zu haben. Der Angeklagte war empört darüber, dass sein Opfer die ihm nur geliehene virtuelle Waffe für umgerechnet 680 Euro weiterverkauft hatte. Der mutmaßliche Täter meldete den Verlust sogar der Polizei, die allerdings nicht auf den aufgebrachten Spieler reagierte. Das Urteil ist noch nicht gesprochen, doch dem Angeklagten droht bei einem Schuldspruch die Todesstrafe.

Um solchen Vorfällen entgegenzuwirken, hat ein Krankenhaus in Peking die erste Klinik für Internetsüchtige eingerichtet. Die exzessiven Surfer (größtenteils 14-26 Jahre) leiden angeblich schon unter starken Schlaf- und Gewichtsproblemen. Über elf Ärzte wollen den betroffenen Personen helfen.