Deutsche und schweizer Behörden wollen für Ermittlungsverfahren bald auf Trojaner zurückgreifen. Damit würden sie dem Beispiel des FBI's und seinem "Magic Lantern" getauften Überwachungssystem folgen. Die Eidgenossen wollen mit den kleinen Spionen ausschließlich die VoIP-Gespräche verdächtiger Zielpersonen aufzeichnen, während man hierzulande auch andere Daten ausspionieren mag.

Das Tückische daran: Je nach Bedarf werden solcherlei Trojaner im Baukastenprinzip zusammengesetzt, und auf diversen Plattformen getestet. Da sie für Virenscanner im Regelfall unsichtbar und nur den Behörden selbst bekannt sind, sind sie so gut wie nicht aufspürbar. Neben Windows, so behauptet das BKA, sollen auch Linux und Mac OS X User nicht gefeiht sein vor staatlicher Spionage.

Jedoch steht ein möglicher Einsatz eines solchen Programms derzeit auf rechtlich sehr kurzen Füßen. Auch von der Ermittlungsleistung her ist der Nutzen begrenzt: Die kleinen Maulwürfe sollen unterstützend zu regulären Ermittlungsverfahren vor allem gezielt nach bestimmten Informationen fahnden.

Wer Genaueres wissen will, sollte sich das Interview in der ORF Futurezone mit dem Sicherheitsexperten Josef Pichlmayr ansehen.