„Mortal Kombat 9“ steht auf dem Index und ein zehnter Teil ist noch so weit entfernt, dass es sich kaum lohnt Ausschau danach zu halten. „Mortal Kombat vs. DC Universe“ war nett, aber irgendwie auch auf Dauer unbefriedigend. Gibt es denn nichts, was mich aus dieser Wüste der fehlenden NetherRealm-Titel führen kann? Ein Tropfen Wasser im endlosen Sand der unzulänglichen Alternativen?

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Ich mag das!

Optimal wäre es nun, wenn ihr zwei Punkte der multimedialen Forderungen in euch vereint. Zum einen wäre es praktisch, wenn ihr es kaum erwarten könnt, ein neues Mortal Kombat zur Verfügung gestellt zu bekommen, was aber nicht bindend eine Fortsetzung sein muss; Hauptsache das Kampfsystem, die Idee dahinter stimmt.

Zum anderen solltet ihr mit nerdiger Erwartung auf eine anständige DC-Comic-Umsetzung warten und neidisch zu Marvel schielen, die es einfach viel besser hinbekommen, ihre Filmreihen als ein großes Ganzes anzubieten, statt vieler kleiner Filme, die sich in Reboots und Remakes verstricken und am Ende nur ein Knäuel Undefinierbares ergeben.

Wenn beides zutrifft, oder zumindest einer der Punkte, dafür aber in Höhen und mit einer Begeisterung, dass ihr Worte hier kaum gerecht werden, dann habe ich gute Nachrichten für euch. Da kommt etwas ganz Großes auf uns zu und mit etwas Glück, hält sich die Enttäuschung am Ende nicht nur in Grenzen... Sie ist vielleicht gar nicht der Rede wert.

Injustice: Götter unter uns - Ich bin Batman! ... Und der Joker. Und Wonder Woman und Superman und...

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Mortal Kombat mit DC-Charakteren? Nicht ganz. Aber vielleicht sogar besser.
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Injustice: Götter unter uns“ wird genau das, was ihr euch im ersten Moment darunter vorgestellt habt: eine Art Mortal Kombat, das weitgehend auf die überzogene Gewaltdarstellung verzichtet und sich stattdessen auf gewohnt ausufernde Effektgewitter konzentriert. Helden unserer Kindheit hauen sich gegenseitig die Hucke voll und präsentieren sich dabei storytechnisch zum Teil ernstzunehmend und zum Teil in bekannter MK-Trash-Manier.

Zwar versicherte man uns mehrfach, dass diesmal sehr viel Wert auf die Glaubwürdigkeit von Charaktere und Geschichte gelegt wurde und Injustice es wie kein zweiter Titel verstehen wird, die Geschehnisse verständlich und nachvollziehbar umzusetzen... Doch so recht glauben wollte das niemand.

Zwar sah das kleine bisschen Story-Modus, was uns gönnerhafter Weise präsentiert wurde, schon sehr nett ausgearbeitet aus und bemüht überzeugend, doch konnte man stets die Handschrift von NetherRealm lesen und die sagte klar aus: „Nehmt das Ganze hier nicht allzu ernst!“. Und das ist okay. Ich habe nichts anderes erwartet und ich will es auch gar nicht anders haben.

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Es wird wieder trahsig... Haben wir etwas anderes gewollt?
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Zwar geht der Trend deutlich in die Richtung der Batman-Filme von Christopher Nolan und scheinbar versucht nun jeder eine ähnlich realistische Fassade aufrecht zu erhalten, doch muss man sich auch mal ernsthaft fragen: brauche ich wirklich eine gute Erklärung, wie es der Joker – ein körperlich doch recht „normaler“ Mensch – schafft, gegen Superman zu kämpfen, ohne mindestens einhundertachtundsiebzig Mal zu sterben?

Ich sage: nein. Warum auch? Ich will gar nicht wissen, welches Schindluder der diabolische Clown des Verbrechens mit seinem Körper getrieben hat, um diese Panzerfaust von einem Schlag zu überstehen und auch noch zu kontern. Ich will mich einfach an der Szenerie erfreuen und das Game genießen. Und wenn man hier und dort noch ein bisschen schmunzeln kann: wer würde sich beschweren?

Da kommt etwas Großes auf uns zu und es sieht verdammt gut aus.Ausblick lesen

Und genau danach sieht das Spiel bis jetzt auch aus: eine nette Hintergrundgeschichte, über die leider noch nicht viel bekannt ist, die beliebtesten Helden, die DC Universe zu bieten hat, eine endlose Liste an kleinen Minigames, wie wir sie ähnlich bereits aus Mortal Kombat kennen und natürlich Aquaman. Mit dem die Entwickler so viel Mitleid hatten, dass sie versucht haben, ihn cool wirken zu lassen; und mit dem trotzdem kaum jemand beim Hands-On spielen wollte...

Injustice: Götter unter uns - Frische Screenshots zum Prügelspiel

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Mini-Games und Mini-Steuerung

Dort, wo NetherRealm dem Trash zumindest geringfügig den Rücken kehrt und sich eine tatsächliche Geschichte zu den Kämpfen ausdenkt - statt die Krieger einfach immer wieder auf folgende Weise aufeinander prallen zu lassen: „Halt. Wer bist du?“. „Lass uns kämpfen, du Sau!“. „Okay, kämpfen wir.“ - entstand nun ein Humor-Vakuum, das dringend gefüllt werden musste.

Und genau dafür gibt es nun eine gigantische Zahl an Mini-Herausforderungen, die storytechnisch zusammenhängen, euch Stück für Stück ein bisschen mehr fordern und jeden, der nicht zum Lachen in den Keller geht, zumindest ein schmunzeln entlocken werden.

Ob ihr nun als Batman von links nach rechts rennen müsst und dabei den fiesen Torten des Jokers ausweicht, oder Catwoman einen ihrer Lieblinge als Spion in das örtliche Museum schickt, wo diese über Laser springen und halbblinden Wärtern ausweichen muss... Ihr dürft euch sowohl glänzend unterhalten, als auch spieltechnisch gefordert fühlen.

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Mini-Games, Versus-Modus und Kampagne. Was will man mehr?
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Doch „Injustice: Götter unter uns“ besteht natürlich nicht ausschließlich aus der Herausforderung, als Captain Marvel eine bessere Schlag-Kombo hinzulegen als Dark Adam. Nein, der wichtigste Part ist der, der die meisten Käufer generell auf Dauer interessieren wird: der Versus-Modus. Und da gibt es einige Änderungen im Vergleich zu Mortal Kombat, die dieses Spiel zu einem ganz eigenen Erlebnis machen sollen.

Wo es früher, wie sich MK-Kenner bestimmt erinnern, noch vier verschiedene Tasten zum angreifen gab, gibt es in Injustice nur noch drei: leichter Angriff, mittelstarker Angriff und – wer hätte es kommen sehen – starker Angriff. Aus diesen drei Knöpfen und der Möglichkeit zu springen sich zu ducken und zu verteidigen, könnt ihr dann die ganzen Kombi aufeinander aufbauen lassen und in die Schlacht ziehen.

Was wurde aus dem vierten Knopf, werdet ihr nun fragen. Tja, der soll etwas ganz spezielles sein. Ein Power-Button, der bei jedem Charakter eine andere Fähigkeit auslöst und, sofern man die entsprechende Leiste voll bekommen hat, eine furiose Attacke vom Zaun lässt, die dem Auge schmeichelt und dem Gegner weh tut.

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Batman spielt eine wichtige Rolle in Injustice.
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Aus den drei gegebenen Angriffen eine starke Kombo zu basteln, rechtzeitig nach hinten zu drücken, um einen Angriff abzuwehren und ein ausgefuchstes Management der Powerleiste auf den Bildschirm zu zaubern, wird also das 'A' und 'O' in diesem Titel.

Dieser Aufbau soll es Einsteigern dieses Genres ermöglichen, schnell und gezielt starke Attacken vom Stapel zu lassen und sich in Rekordzeit an die Steuerung zu gewöhnen. Gleichzeitig versprechen uns NetherRealm, dass Profis genauso gefordert werden und sich stetig verbessern können. Einfacher Einstieg und nach oben hin offen heißt also die Devise. Hoffen wir nur, dass dieses Szenario realistisch ist...

Das besondere Leckerli ist hier aber sowieso nicht die Grundsteuerung und das, was man aus ihr machen kann, sondern die bildschönen Arenen, in denen sich unsere Helden prügeln. Nicht nur, dass die Kampfschauplätze bis jetzt wirklich toll aussehen, sie bieten Platz für allerlei Objekte, die überall rumliegen, stehen, fliegen, laufen, hängen und fahren.

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Mit der Umgebung zu interagieren macht genausoviel Spaß, wie Leute mit einem Grabstein zu erschlagen.
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Und das schönste ist, dass man mit diesen Objekten interagieren kann. Dabei verhalten sich Gadget-User bei der Benutzung anders, als Power-Charaktere; das Ergebnis ist jedoch stets das gleiche: ihr nutzt die Umgebungsobjekte, um damit einen Vorteil zu erhaschen und eurem Gegner einen Teil seiner Gesundheitsleiste zu rauben.

Gleichzeitig ist es möglich, euren Widersacher mit einer starken Attacke aus dem Kampfgebiet zu befördern und in einem anderen Abschnitt, der jedoch zur gleichen Map gehört, weiterzukämpfen. Wie einige Figuren es überleben, durch drei Hochhäuser geschleudert zu werden und noch aufrecht zu stehen, ist uns dabei so schleierhaft wie egal. Es sieht verdammt nett aus, erhöht den Spielspaß deutlich und ist einfach ein verdammt nettes Feature.