Wenn das Setting eines Films mit Hilfe langer Texttafeln etabliert werden muss, dann kann das durchaus schon ein Zeichen für Probleme sein. Sie können solcherart sein, dass der Aufbau zu komplex ist. Das heißt, man wird in eine Situation hineingeworfen, die man nicht gleich versteht. Im schlechtesten aller Fälle ist es so, dass man das Gefühl hat, einen Film inmitten der Geschichte zu beginnen. Oder aber eine Fortsetzung zu sehen, ohne den Vorgänger zu kennen.

Infini - Official Trailer #1

Bei Infini, einem neuen Science-Fiction-Film aus Australien, der von Capelight auf DVD und Blu-ray veröffentlicht wird, ist das ähnlich. Hier gibt es einen langen Vorsatz, der davon berichtet, wann man sich befindet (im 23. Jahrhundert) und wie die gesellschaftliche Struktur ist (so gut wie jeder ist verarmt und muss darum auch miese Jobs im All annehmen). Das Problem: Nichts davon ist für den Film in irgendeiner Weise relevant.

Outbreak im All

Der Kontakt mit einer Minenkolonie bricht ab. Das wäre noch nicht so problematisch, wenn damit nicht auch eine Gefahr für die Heimatwelt einhergehen würde. Darum schickt man einen Trupp von Soldaten los, um sicherzustellen, dass diese Gefahr neutralisiert wird. Ebenso sollen sie etwaige Überlebende retten.

Infini - Aliens trifft Outbreak

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Kompetent ist der Film, aber nicht mehr.
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Am Ziel angekommen, finden sie nur einen Überlebenden: Whit Carmichael. Der ist ebenfalls Soldat und hat sich versteckt, denn ein Virus hat die Menschen verändert und zu wilden Tollwütigen werden lassen. Sie haben sich gegenseitig in Stücke gerissen. Woher die Infektion kam, weiß er auch nicht. Nur eines weiß er: Ist man infiziert, vollzieht sich die Transformation sehr schnell.

Die Soldaten sehen sich um und werden schon bald angegriffen. Denn Carmichael hat sich geirrt. Er ist nicht der letzte Lebende auf der Station. Und mit den Angriffen geht eine weitere Gefahr einher: Die Infektion des Rettungstrupps.

Altbekannte SF-Konventionen

Die ersten 20 Minuten des Films kann man im Endeffekt ignorieren. Dann hätte er auch eine gute Laufzeit, denn 110 Minuten ist deutlich zu lang. Die lange Einführung tut nichts zur Sache, hätte man direkt mit der Ankunft der Soldaten auf dem Planeten begonnen, wäre es auch kein anderer Film geworden.

Infini - Aliens trifft Outbreak

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Ein falscher Hemsworth ist nicht das einzige Problem des Films.
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Was für Infini spricht, ist die tolle Ausstattung. Die Sets sehen phantastisch aus. Tatsächlich sogar so, wie bei richtig teuren Hollywood-Filmen. Die Besetzung ist dafür weitestgehend unbekannt. Einen Namen erkennt man, aber auch nur den Nachnamen: Luke Hemsworth, Bruder von Chris und Liam, ist hier auch dabei.

Die Effekte sind nicht allzu präsent, sehen aber auch sehr gut aus. Womit man zur Story kommt. Die ist okay, aber nichts wirklich Besonderes. Filme dieser Couleur hat man schon häufig gesehen, nur dass es eben kein Alien ist, dass die Soldaten durch die dunklen Gänge hetzt. Dafür sind es eben Infizierte.

Das nutzt Infini, um auch gleich noch Anleihen bei The Thing zu nehmen. Nicht, weil großartige Monster dabei wären, sondern weil der Virus Möglichkeiten besitzt, die weit über die normaler Viren hinausgehen. Das ist ein netter Background für die Geschichte, aber im Grunde nicht wirklich originell. Denn unterm Strich bleibt es dabei, dass Infini auch nicht mehr ist als einer der unzähligen „Alien“-Epigonen, die seit knapp 40 Jahren die immer gleiche Geschichte erzählen. Aber gut, hier passiert das immerhin auf hohem Niveau, so dass man letzten Endes schon ganz zufrieden sein kann.