Autor: Sebastian Weidner

Getreu dem Liedtext »Das ist Wahnsinn, wieso schickst du mich in die Hölle?« eines bekannten deutschen Schlagerbarden übernehmt ihr im Action-Adventure »Infernal« die Rolle eines gewieften Teufeldieners. Ein wahrlich erfrischendes Szenario, fernab der Weltkrieg-Zwei- und Science-Fiction-Monotonie viel zu vieler aktueller Genrevertreter.

Die beste Ausgangslage also für die Entwickler von Metropolis Software, mit dem höllischen Action-Spektakel ein wenig frischen Wind in die angestaubte Spielelandschaft zu bringen. Wir haben im Austausch für unsere Seelen eine fast finale Preview-Version ergattert und klären, ob der Titel auch spielerisch das Zeug hat, aus den Tiefen der Hölle empor zu steigen und ganz oben mitzuspielen.

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Ryan Lennox ist eigentlich ein armer Tropf. Als ehemaliger Engelskrieger schuftete er sich für die Göttlichkeit bzw. deren exklusiver »Kampf-Agentur« Etherlight die Hände wund und bekämpfte die Höllenbrut gnadenlos. Lohn der Mühen? Ein ausgebrannter Elitekämpfer, der seine hehren Kräfte freiwillig aufgibt, um als ganz normaler Mensch die Erde und deren Frauenwelt aufzumischen. Zunächst scheint alles perfekt, bis Ryan völlig überraschend von ehemaligen Kollegen angegriffen wird. Zu gefährlich sei er geworden. Dafür müsse er sterben.

Infernal - Höllisch gut oder einfach nur himmlisch? Wir haben mit dem Teufel Probe getanzt!

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Ein echter Teufelskrieger muss auch mal über Abgründe balancieren.
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Diesen Verrat am Vorzeige-Engel a.D. kann Ryan nicht ohne weiteres hinnehmen. Also schließt er sich kurzerhand der zuvor verfeindeten Höllenagentur Abyss an, tankt neue infernalische Kräfte und zieht in den Ein-Mann-Krieg gegen Etherlight. Wer nun glaubt, »Infernal« schicke euch in heilige Städte auf Wolken und setze euch metrosexuelle Engel mit güldenen Locken entgegen, täuscht sich gewaltig. Das Action-Adventure spielt in naher Zukunft auf der Erde. Statt fliegender Flattermänner geigen euch schwer gepanzerte Krieger mit bleihaltigen Argumenten die Meinung.

Super, Mann!
Als waschechter Teufelsdiener ist Ryan nicht nur um eine Seele ärmer, sondern auch um zahlreiche coole Superkräfte reicher. Getötete Feinde saugt Mr. Lennox wie Dracula in seinen besten Tagen aus, um verlorene Lebensenergie zurück zu gewinnen. Mit dem Unterschied, dass unser kleiner Teufel nicht etwa seine Beißer an den Hals des Kontrahenten drücken muss, sondern eine schlichte Handbewegung ausreicht, um den Körper regelrecht aufzusaugen.

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Im Dunkeln ist gut munkeln. Vor allem aus der sicheren Deckung heraus.
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Praktischer Nebeneffekt: Auch Waffen, Ausrüstung und Munition des Gegners gehen dabei automatisch an uns über. Um fiese, äh… gute Widersacher die Macht Luzifers hautnah spüren zu lassen, können wir unsere virtuellen Bleispritzen mit einem »Höllenangriff« verbessern. Einfach vor dem Schuss mit Pistole, Laser, Maschinengewehr oder Raketenwerfer die rechte Maustaste drücken, kurz warten und los geht's. Die so aufgeladenen Waffen strahlen nicht nur wie Tschernobyl zu seiner Blütezeit, sondern hauen auch richtig rein. Einige Konkurrenten aus der Himmelsagentur sind gar nur mit dem Höllenangriff auszuschalten.

Nicht offensiv, dafür umso taktischer ist das temporäre Teleportieren. Um beispielsweise verschlossene Türen zu öffnen, beamen wir uns einfach hinter diese, um sie per Kontrollmechanismus zu entriegeln. Der Spuk ist allerdings nicht von langer Dauer. Bereits nach wenigen Sekunden »zappen« wir automatisch zurück. Ebenfalls nicht uninteressant ist die so genannte »Höllensicht«. Schalten wir diese ein, können wir versteckte Codes erspähen, die wir zum Öffnen von Türen oder dem Ausschalten lasergesicherter Alarmsysteme benötigen.

Um auch unsere lieben Feinde an unseren wunderbaren Superkräften teilhaben zu lassen, dürfen wir sie ebenfalls an andere Stellen teleportieren. Genau wie die meisten beweglichen Gegenstände übrigens. So können wir Nervensägen etwa schnappen und in großer Höhe fallen lassen oder sperrige Objekte aus dem Weg räumen. Wirklich brauchbar ist diese Macht derzeit leider nicht. Bevor wir die Jungs umständlich in den »Teleportations-Griff« genommen und an ihren Bestimmungsort geschickt haben, haben wir sie mit den guten alten Ballermännern längst zum himmlischen Boss gejagt.

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Vampirismus mal anders: Ryan saugt einem Opfer die Lebensenergie ab.
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Egal, welche Zauberkraft wir auch einsetzen, sie alle verbrauchen klassischerweise Mana. Die geistige Essenz erneuern wir, indem wir Gegner ausschalten oder uns in dunklen Gemäuern aufhalten. In Kirchen und anderen heiligen Städten wird uns das blaue Elixier hingegen automatisch schneller abgezapft, als wir darüber fluchen könnten. Dort sind wir also primär auf traditionelle Tötungsmethoden angewiesen.

Himmel und Hölle
So sehr die Höllenkräfte den Spielverlauf auch auflockern, im Großen und Ganzen spielt sich »Infernal« wie ein traditionelles Action-Adventure. In recht abwechslungsreichen Levels, darunter Katakomben, Klöster, Fabrik- und Hafenanlagen, ballern wir scharenweise Gotteskrieger aus den Sandalen, lösen kleinere Rätsel und genießen zahlreiche gut inszenierte Zwischensequenzen.

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Wenn du glaubst, es geht nichts mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her. Das können wir gegen die Geschützstellungen auch gebrauchen.
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Technisch präsentiert sich der Titel absolut auf der Höhe der Zeit. Detaillierte Charaktere und Levels, schicke Licht- und Schatteneffekte und dezenter Physikeinsatz geben keinen Grund zum Nörgeln. Noch nicht ganz zufrieden sind wir dafür mit der wechselhaften Gegner-KI. Mal suchen die Schergen geschickt Deckung, rollen sich ab und flankieren uns. Mal lassen sie sich einfach über den Haufen ballern, als warteten sie nur auf ihren Erlöser.

Auch der Schwierigkeitsgrad ist derzeit noch nicht vollends ausgereift. Auf fast schon zu einfache Levels folgen schon früh immer wieder überaus knackige Passagen, die nur mit Übung zu schaffen sind. Bis Ende Februar haben die Jungs von Metropolis noch Zeit, diese kleineren Ungereimtheiten auszubügeln. Dann soll »Infernal« endlich in den Läden stehen.