Größer, schöner, bombastischer. Sucker Punch will aus alten Fehlern gelernt haben und den Fans einen Nachfolger anbieten, der sich gewaschen hat. Dabei soll nicht bloß die Geschichte um Cole MacGrath weitererzählt werden, sondern der Titel selbst generalüberholt im neuen Glanz erstrahlen. Doch wie dürfen wir uns diesen Versuch vorstellen? Ein ganz neues inFamous oder aufgewärmte Gemüsesuppe? Nun, ja. Wohl irgendwas dazwischen.

Cole schaut im neuen inFamous irgendwie anders aus. Könnte daran liegen, dass die Veränderungen bereits beim Charakterdesign angefangen haben. Hatte der Protagonist im ersten Teil noch wenig Ausstrahlung und wirkte eher wie ein abgehalfterter Aushilfsheld, kommt er im Sequel ein wenig wie Peter Parker alias Spiderman rüber. Jünger, schneller, einfach besser. Aufgemotzt mit neuen Fähigkeiten, neuen Freunden und angekommen in einer neuen Stadt.

inFamous 2 - Geballte Ladung aus dem Hause Sucker Punch

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Der 'neue' Cole in einer neuen Stadt.
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In New Marais, der Umgebung, die den Schauplatz der Ereignisse in inFamous 2 darstellt, werde ich von den zwei bezaubernden Damen Kuo und Nix begleitet, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die eine erpicht darauf, die Unschuldigen zu beschützen und das Böse zu bekämpfen, und die andere drauf und dran, sich dem Chaos hinzugeben und die Stadt zu unterjochen.

Hier setzt das Spiel an, wo es im ersten Teil aufgehört hat: mit dem sehr gelungenen Moralsystem. All eure Entscheidungen laufen zwar letztendlich immer auf das Gleiche hinaus: ob ihr Chaos und Zerstörung dem Wohl von Unschuldigen vorzieht oder eben nicht, doch die Auswirkungen eurer Taten sind weitreichend.

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Sie bestimmen nicht nur, welche der beiden Frauen euch bis zum Schluss eurer Reise begleiten wird, sie entscheiden maßgeblich, welche Kräfte ihr erlernt und wie andere auf euch reagieren. Zudem wird circa 20 Prozent der Geschichte eine komplett andere sein, wenn ihr euch für eine Seite entschieden habt; dementsprechend gibt es auch wieder zwei unterschiedliche Enden. Auf welchem Ende des ersten Teils inFamous 2 aufbaut, konnte oder wollte keiner verraten.

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Chaos! Zerstörung!
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Habt ihr euch also für den Weg des Chaos entschieden und Zerstörung und Tod unter die Menschen gebracht, steht euch im Laufe des Spiels die Macht des Feuers zur Verfügung. Mächtige, zerstörerische Angriffe, die eure Gegner verbrennen und die Umgebung in Flammen und Asche verwandeln. Aber auch Coles Aussehen 'leidet' unter seiner Gesinnung: Die Haut wird grau, seine Adern stechen blau hervor und seine Blitze nehmen ein unangenehm bedrohliches Rot an. Alles in allem sieht er jetzt aus wie ein Sith-Lord aus Star Wars...

Mächtige Feinde...

Verweigere ich mich diesen düsteren Gelüsten und wandere auf dem Pfad der Tugend, darf ich mich über die Kraft des Eises freuen und laufe zudem nicht Gefahr, ständig von Bürgern beschimpft und bespuckt zu werden. Ein Benehmen, das meist endet, wenn die ersten Kräfte durch die Luft schwirren. Im Falle der Eisfähigkeiten sind das blizzardartige Angriffe und Mauern aus gefrorenem Wasser. Praktisch!

Diese neuen Kräfte frischen das Thema von inFamous auf erfreuliche Weise auf und geben den Entwicklern die Möglichkeit, mehr Abwechslung in das Spiel mit einzubringen. Bisher konnte man davon zwar noch nichts sehen, doch soll es zukünftig auch möglich sein, die Kräfte miteinander zu verknüpfen und neue, mächtige Attacken auf die Gegner niederprasseln zu lassen.

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Definitiv: alles andere als hilflos.
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Aber auch ohne diese neuen Fähigkeiten ist man alles andere als hilflos. Coles Elektrokräfte sind mächtig und sehen auch genau so aus. Gigantische Blitzwirbel, eine neue Nahkampfwaffe, die ausschaut wie eine Mischung aus Schlagstock und zwei Viehtreibern, und Finisher, die nicht nur sehr effektiv sind, sondern gleichzeitig höchst ansehnlich animiert wurden.

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So stehen einem über 60 verschiedene Moves zur Verfügung, die teilweise erst während des Entwicklungsprozesses entstanden sind. Die Palette reicht von einfachen Blitzangriffen über mächtige Elektrowirbel bis hin zum ultimativen Schock-Disaster, mit dem ich Autos umherwirbele und Bäume entwurzele.

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Doch vor allem die Nahkampfangriffe wiederholen sich nur allzu schnell und die Gegner, die ich bisher zu sehen bekam, können getrost als etwas verwirrt bezeichnet werden. Hätten einige von ihnen nicht auch die eine oder andere Kraft, würde ich mir wie der Donnergott persönlich vorkommen, denn kein Gegner ist meiner immensen Stärke gewachsen. Nun, ja... Vielleicht nicht unbedingt 'kein' Gegner. Und wo wir schon mal bei gewachsen sind...

Monströse Feinde! Von ganz kleinen, widerlichem Käfergetier über Menschen zu einer Art großem Golem - bis hin zum kolossalen Monster-Giganto auf Hochhausgröße. InFamous 2 wartet mit einer Vielzahl von Widersachern auf, die unterschiedliche Kräfte, Gesinnung und vor allem Größen aufweisen.

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Über den Wolken...
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Neu im Kampf gegen diese Riesen sind die Quicktime-Events, die man schon aus vielen, vielen anderen Actionspielen kennt. Diese wurden jedoch sehr schön in Szene gesetzt und wirken in Kombination mit dem Slow-Motion-Effekt wie ein kleines Highlight. Und auch was die Kämpfe selbst angeht, hat sich Sucker Punch alle Mühe gegeben, mehr Freiheiten und Möglichkeiten anzubieten.

Während um euch herum das pure Chaos tobt, Autos durch die Luft fliegen, ein riesiger Endgegner sich durch die Gassen schleppt und Raketen um eure Ohren jagen, klettert ihr erst mal gemütlich auf ein Haus und schätzt die Situation ab. Die ganze Szene strotzt vor Action: Menschen rennen in wilder Panik durcheinander (Manche bleiben aber auch leider hundsblöd stehen und gucken Löcher in die Luft. Katatonisch?), die Miliz greift das Biest mit allem an, was sie hat, und kleinere Monster kommen aus ihren Löchern gekrochen, um bei diesem fantastischen Gemetzel mitzumachen.

...und noch mächtigere Editoren

Wenn wir uns in das Getümmel stürzen und den Kampf gegen diese unheilige Brut aufnehmen, merkt man sofort, dass sich auch an der Steuerung einiges getan hat. Sie wirkt nun etwas weicher und scheint alles in allem schneller von der Hand zu gehen. Ich schleudere nur so mit meinen Angriffen um mich, lade blitzschnell an einer geeigneten Quelle meine Kräfte und Gesundheit auf und gleite danach wie Tony Hawk über die Stromleitungen. Wie hieß es doch so schön auf der Präsentation? Als würde man ein Skateboard-Spiel zocken: huuuuuiiiiiiiii!

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Generiert eure eigenen Level und lasst so richtig die Post abgehen.
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Jetzt haben wir uns dem Handlungsmodus gewidmet. Und da geht es ja schon heiß her, aber was tue ich, wenn ich inFamous 2 durchgespielt habe? Dann widme ich mich einfach dem Editor-Modus. Wie uns Creative-Director Nate Fox verriet, orientierte man sich bei der Entwicklung stark an Little Big Planet und will genau wie in dieser Vorlage die Möglichkeit schaffen, dass der Spieler Unmengen an Level und Missionen selber generieren kann.

Die selbst erstellten Spielinhalte können dann online hochgeladen und mit anderen Spielern auf der ganzen Welt geteilt werden. So möchte man die Möglichkeit eines unendlichen Spiels schaffen, das auch nach langer Zeit noch planmäßig mit neuen Inhalten und Updates versorgt werden soll, damit Fans immer weiter basteln und ihrer Phantasie freien Lauf lassen können.

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Was einem dabei zur Verfügung steht? Wenn man Sucker Punch glauben darf: alles! Die Level können selbst generiert, Feind und Freund selbst platziert, Ereignisse getriggert und Spielmodi aus einer breiten Palette ausgewählt werden. Bei so viel Möglichkeiten bleibt immer noch ein kleiner Rest Skepsis: Kann es überhaupt so geil werden, wie ich mir das gerade vorstelle?