Wir alle kennen die kleinen Missgeschicke des Lebens ja: Da passt man einmal beim Atomphysikexperiment an der Uni nicht auf und schon beißt sich eine radioaktiv verstrahlte Spinne irgendwo in unserem Körper fest. Oder man gerät aus Versehen in eine Explosion unserer heimischen Plutoniumkammer.

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Manchmal reicht auch schon eine Berührung mit einem seltenen Element aus, das zu nicht näher bestimmten Zwecken vom Pluto geschürft wurde. Das Ergebnis ist meistens ähnlich, denn anstatt dahinzusiechen und in Quarantäne auf das sichere Ende zu warten, geht es uns blendend. Einfach super, sozusagen. Und der Baum, den wir eben ausgerissen haben? Nun, den zahlt bestimmt die Versicherung.

inFamous 2 - Unser Mann aus der Elektroabteilung

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Blitzdingsen, bis nichts mehr steht: Cole in Bestform.
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Sucker Punch hatte im letzten Jahr einen kleinen Kritikerliebling herausgebracht, als sie inFamous auf die Spielerschar losließen. Daher verwundert es wohl keinen, dass das Studio nun schnellstens nachlegt und auf der gamescom einen kurzen Einblick in die Fortsetzung gewährte. Schon der erste Teil bestach durch ein aufregendes Konzept, das Spielern das Experimentieren mit Superkräften erlaubte. Ob einem die Macht zu Kopf steigt und aus einem Superburschi schnell ein fieser Schurke wird oder ob die Kräfte getreu dem Prinzip „mit großer Macht kommt große Verantwortung“ dem Wohle der Menschheit zugutekommen, liegt im Ermessen der Spieler.

Freilich wird es diese Wahlmöglichkeiten auch in inFamous 2 wieder geben. Super ist nun mal, was man selbst daraus macht. Ein wenig gereift ist Cole McGraw ja schon, schließlich hat er seine Kräfte mittlerweile bestens unter Kontrolle, stählt seinen Körper und weiß, was er seiner Fangemeinde schuldig ist. Die fanden nämlich die Pläne der Designer gar nicht super, wonach unser Held einen neuen Look verpasst bekommen sollte. Nun darf er im Muscle-Shirt seinem Tagwerk nachgehen. Wenn wir ganz ehrlich sind, steht ihm Alltagskleidung auch viel besser als ein Marvel-Kostümchen, mit dem er allenfalls ein Held von der Stange wäre.

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Wenn gerade keine Blitze zu sehen sind, tankt Cole gern ein wenig Sonne.
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Was sich dagegen geändert hat, ist der Schauplatz des Geschehens: Die Stadt New Marais unterscheidet sich ganz und gar von Empire City. Statt gewaltiger Wolkenkratzerkulisse fängt sie das beschauliche Flair von New Orleans ein, das eindeutig als Vorbild der neuen Wirkungsstätte herhalten muss. Daher reicht in dem subtropischen Klima auch die leichte Kleidung Coles völlig aus. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie sehr ein anderer Superheld in seinem Fantasy-Outfit schwitzt – mal ganz abgesehen vom Müffelfaktor. Und viel bewegen muss sich unsere Spielfigur in der neuen Episode jedenfalls.

Mal wieder ordentlich auf den Putz hauen

Neben der neuen Stadt hat unser Stromer auch ein paar neue Fähigkeiten bei sich entdeckt. Im Nahkampf kann er Gegnern nun eine Elektrokeule um die Ohren hauen, die das Supergesocks äußerst wirksam in die Schranken weist. Für Nahkampfattacken ist dieser Schockstock natürlich ideal, aber auch die neuen Fernkampffähigkeiten sind nicht ohne. Cole hat diese allerdings auch dringend nötig, weil neben den alten Bekannten auch neue Feinde auftauchen, fiese Eindringlinge von beachtlicher Größe, und das im Revier unseres Helden. Einen Demolisher sollte man daher umkreisen, bevor man ihn mit gezielten Fingerspitzenblitzen auf den Beton schickt.

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InFamous? Crackdown? Prototype? Egal, es kracht jedenfalls super.
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Grafisch wurde an einigen Stellen das Poliertuch angesetzt. Die Objekte, mit denen Cole durch die Gegend wirbelt, sind noch eine Stufe detailierter, und die Umgebungen wirken sorgfältiger ausgearbeitet. Beeindruckend ist zudem das Schadensmodell: Nicht nur die Monster aus einer anderen Welt bekommen ordentlich eins auf die Mütze, wenn sie sich mit unserer Spielfigur anlegen, auch die Häuserfassaden bröckeln in sich zusammen, sobald ein Auto gegen sie fliegt, das eigentlich für einen Mutanten gedacht war.

Die neuen Kombo-Attacken hinterlassen einen tieferen Eindruck. Vor allem in der Kulisse. Entfesselt McGrath einen Gewittersturm, sausen zahllose Objekte durch die Gegend und können auf diese Weise ganze Heerscharen an Gegnern aufhalten. Am wirksamsten sind diese Naturgewalten aber logischerweise gegen die riesigen Bossgegner, die ein wenig mehr Kraft erfordern als das mickrige Fußvolk. Vielleicht findet sich eine Antwort in den Sümpfen, die die Stadt umgeben? Schließlich finden dort geheime Versuchsreihen der Regierung statt – es dürfte nicht verwundern, wenn sich dort Antworten auf die Herkunft der Monster finden lassen.

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Cole klettert gern an Hausfassaden hoch. Ist er dann ein Fassadenkletterer?
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Doch vielleicht sind die Mutanten nur das kleinere Übel. Sollten wir uns dafür entscheiden, lieber dem Bösling in uns von der Kette zu lassen, bricht für die Bevölkerung von New Marais eine doppelt harte Zeit an. Sobald Cole die Fassaden erklimmt, um aus der Höhe Fußgänger mit allem zu bombardieren, was seine Kinetic-Pulse-Kräfte hergeben, wünschen diese sich mit Gewissheit ein Leben ohne technischen Fortschritt – und vor allem eins ohne Elektrizität. Einen richtigen oder einen falschen Weg gibt es nach wie vor nicht. Cole macht, was er für richtig hält, trifft Entscheidungen, die den weiteren Spielverlauf mitunter entscheiden können. Welchen Tendenz in ihm steckt, entscheiden die Spieler ab 2011 am besten selbst.