Es wird wieder geblitzdingst! Vor zwei Jahren überraschten uns Sucker Punch Productions, Schöpfer der Sly-Racoon-Reihe, mit einem Open-World-Spiel der besonderen Art. In der fiktiven und massiven Großstadt Empire City durften wir nicht nur über Dächer klettern, sondern auch ordentlich elektrische Lichtbögen in Richtung freakiger Bösewichte schleudern.
Die erzählte Geschichte ist nicht gerade blitzgescheit, aber der Funke ist wieder übergesprungen.FazitDass Infamous im Grunde nur ein stilistisch umgemodelter Shooter war, vergab man angesichts der mächtigen erlernbaren Fähigkeiten, der vertikalen Bewegungsfreiheit und des Karmasystems, das je nach Bastardfaktor des Spielers andere Kräfte zugänglich machte.
Wir erinnern uns: Cole MacGrath, ehemaliger Fahrradkurier und jetziger Donnergott, erhielt durch die Explosion einer besonderen Bombe, der Strahlenkugel, die Fähigkeit, Elektrizität in seinem Körper zu speichern und auf Wunsch wieder zu entladen. Da aber besagte Kugel zugleich einen großen Teil von Empire City auslöschte und Cole als Terrorist gebrandmarkt wurde, begab sich die wandelnde Batterie auf die Suche nach dem Ursprung der Bombe. Er stieß auf den mysteriösen Übermenschen Kessler, der, wie sich herausstellte, Cole aus der Zukunft war. Einer möglichen Zukunft, in der eine immense Bedrohung alles zerstört hat – und Kessler wollte nur sichergehen, dass Cole dieser Gefahr gewachsen ist.
Eine schöne Aussicht von den Dächern der Stadt.Diese Bedrohung nimmt nun Gestalt an. Die Bestie, wie sie nur genannt wird, ist ein flammender Riese, nahezu unverwundbar und trampelt die Ostküste der USA nieder. Von der jungen Agentin Kuo erfahren Cole und sein bester Freund Zeke, dass in der Stadt New Marais, etwa tausend Meilen entfernt, der Wissenschaftler Dr. Wolfe in der Lage ist, Cole mächtiger zu machen. Mit dieser neuen Kraft kann ein Apparat benutzt werden, der die Bestie versiegelt, also treten die drei gemeinsam die Reise an – während der Riesenrowdy unaufhaltsam zunächst Empire City verschlingt und ihnen dann nachreist.
Natürlich läuft in der neuen Metropole, die in Sachen Gestaltung deutlich an New Orleans angelehnt ist, nicht alles glatt. Aus den suburbanen Sümpfen erheben sich eigenartige Monster, und um der Lage Herr zu werden, hat eine grausame Miliz unter Führung des charismatischen Gruselknackers Bertrand die Macht an sich gerissen und macht im Grunde alles noch schlimmer. Kein Wunder, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht – nicht nur ist New Marais der Geburtsort der Strahlenkugel, die Experimente sind anscheinend auch noch lange beendet.
Cole blitzdingst wieder wie von Sinnen.Das klingt alles wahnsinnig kompliziert, aber die Wahrheit ist, dass man ohnehin Infamous gespielt haben muss, um Teil 2 verstehen und genießen zu können. Hat man jedoch den Vorgänger gespielt, beschränkt sich die Geschichte im Wesentlichen auf „Cole muss stärker werden und geht deshalb nach New Marais“. Das ist nun wirklich nicht der tiefsinnigste Plot aller Zeiten, mag als Aufhänger aber gerade so reichen. Leider sind jedoch auch die Verwicklungen und Twists innerhalb dieser Geschichte durchweg durchschnittlich bis langweilig. Kurzum: Die Handlung ist nicht eben der Höhepunkt von Infamous 2, so ging es dem Vorgänger ja auch schon.
Die Bestie wirkt selbst für die Verhältnisse eines Superheldenspiels ein wenig fehl am Platz, vielleicht auch deshalb, weil sie so losgelöst vom ersten Teil erscheint und eher wie eine Alibibegründung als wie ein echter Stein des Anstoßes wirkt. Es liegt vielleicht auch daran, dass sie wie ein großer, roter Nackedei aussieht. Sie schwebt zwar als abstrakte Bedrohung die ganze Zeit finster über der aktuellen Situation (so berichten z.B. in New Marais die Nachrichten in regelmäßigen Abständen von ihr), aber eine konkrete Gefahr wird sie eben erst wieder gegen Ende des Spiels. Das ist etwas schade, aber kein Beinbruch.
von Sony Computer Entertainment, Sucker Punch ProductionsGenre: Action AdventurePS3: 10.6.2011Freigegeben ab 16 Jahren
Max Payne 3PS3, XBox 360: 18.5.2012
Dragon's DogmaPS3, XBox 360: 25.5.2012 Test lesen
Risen 2: Dark WatersPC: 27.4.2012
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Ich fand den ersten Teil extrem interessant, habe von der genialen Steuerung, den cool aufgemachten, elektrisierenden (HAHA) Kämpfen und der nett designten offenen Spielwelt gehört. Dem gegenüber standen jedoch eine langweilige, hanebüchene Handlung, uninteressante Charaktere (Gott, ich hatte das Spiel ja noch nicht mal angezockt, aber dieser Kumpel von Cole, Zeke, ging mir ja schon beim Zuschauen diverser Gameplays sowas von auf den Sack) und sogut wie keine Spannung während der Missionen. Ich bin mir nicht sicher, aber auf dem Papier klang das nicht gerade gehaltvoll. Hab's also zunächst einmal im Geschäft meines Vertrauens stehen lassen. Jetzt, wo ich diesen Test gelesen habe, muss ich sagen:
"Sucker Punch" scheinen sich während der Entwickling ihres jetzt erschienenen Nachfolgers nicht um die Schwächen des Vorgängers geschert zu haben und liefern allem Anschein nach das gleiche Spiel nur mit teils ausgewechseltem Setting und einer noch stärkeren Fixierung auf die positiven Aspekte des Erstlings ab. So sollte es zwar nicht sein, aber wenn "Infamous II" wirklich so eine Spaßgranate ist, könnte ich es mir nochmal überlegen. Das Schlechte bleibt schlecht, das Gute wird besser... Interessante Arbeitsphilosophie, "Sucker Punch".
Gruß, Moritz.