“Das ist lächerlich, so lächerlich! Als ob er diesen verdammten Ball nicht getroffen hätte, so eine Sch***e!” Was nach der Geräuschkulisse eines Fussballstadions klingt, geschah jüngst in unseren Redaktionsräumen. Grund dafür war ein Indie-Titel namens Spiritsphere. Warum ihr diesem trotzdem Titel eine Chance geben solltet, erfahrt ihr im Test.

Indiegames - PC Launch Trailer Ein weiteres Video

Never change a running system - dieser Ausspruch gilt im Sport als Faustregel. Aber auch für die Entwicklung von Videospielen, kann diese Regel ein wichtiger Ratgeber sein. Diese Idee nahm sich wohl auch der Entwickler von Spiritsphere Martino Wullems sehr zu Herzen, als er den Videospiel-Klassiker Pong neu schuf.

Spiritspheres Spielprinzip ist so einfach wie es klingt: Zwei Spieler treten gegeneinander an und versuchen die Kugel in das gegnerische Tor zu kicken. Dafür nutzen sie die Spezialfähigkeiten der jeweiligen Charaktere, die Umgebung sowie verschiedenste Items. Man nehme Pong, klatscht ein paar Veränderungen à la Mario Kart drauf und schwupps, Spiritsphere ist geboren. Das funktioniert einfach fantastisch.

Spiritsphere - Ganz großes Tennis!

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Ein bisschen Zelda: Die Stages können sich wirklich sehen lassen!
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Was Spiritsphere so besonders macht? Es ist enorm einsteigerfreundlich und gleichzeitig süchtig machend - die perfekte Kombination für jeden Multiplayer-Titel. Das bekannte “Noch ‘ne Runde!”-Prinzip, welches ihr möglicherweise aus anderen Indie-Hits wie Nidhogg, Geometry Wars oder Gang Beasts kennt, funktioniert auch hier einwandfrei. Durch insgesamt sieben Charaktere, elf Bälle sowie sieben Stages, ist Abwechslung garantiert. Außerdem gibt es für Spieler, die keine Lust mehr auf den traditionellen Tennis-Modus haben, einen Squash-Modus.

Spaß nur mit lokalen Freunden

Problematisch an Spiritsphere: Es ist nunmal ein reines Multiplayer-Spiel. Natürlich gibt es auch eine Singleplayer-”Kampagne”, welche Anfängern die verschiedenen Charaktere, Stages und Bälle recht flott beibringt, allerdings ist selbige kaum der Rede wert und nutzt sich schnell ab. Der Computer-Gegner ist zwar fordernd, das euphorische Gefühl jemanden niedergerungen zu haben, kommt trotzdem nicht auf. Offensichtlich ist, dass nicht unnötig Ressourcen für den Singleplayer oder eine verschwurbelte Story verschwendet wurden, sondern der Fokus ganz klar auf der Multiplayer-Erfahrung liegt. Falls ihr also keine Mitspieler haben solltet, welche ihr auch lokal herausfordern könnt, so ist Spiritsphere schlicht nichts für euch. Das muss euch vor dem Kauf dieses Spiels bewusst sein.

Spiritsphere - Ganz großes Tennis!

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Kurzes Vergnügen: Der Singleplayer-Modus von Spiritsphere
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Tatsächlich bezieht sich alles, was ich an Spiritpsphere zu kritisieren hätte, auf leicht zu behebende Kleinigkeiten: Eine Anzeige, welche die Fähigkeiten und Werte der Charaktere erläutert, wäre hilfreich für das bessere Verständnis der Spieler. Ein Online-Modus wäre nett. Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass es sich hier um ein Ein-Mann-Projekt handelt. Das Spiel ist intuitiv, kurzweilig und bietet alles, was ihr von einem lokalen Multiplayer-Titel erwarten solltet.

Besonders erstaunlich: Aufgrund einer Muskelerkrankung kann Martino Wullems seit Jahren nicht mehr mit Maus und Tastatur arbeiten. So entstand Spiritsphere nicht, wie die meisten Spiele, an einem PC, sondern wurde tatsächlich auf einem Windows Surface Pro 3 entwickelt - eine erstaunliche Leistung! Das sollte auf jeden Fall gewürdigt werden. Vor so viel Durchhaltevermögen und Hingabe können wir nur den Hut ziehen.