Erinnert Ihr euch noch? Mitte Juni machte ein Computerspielehändler mit einer doch recht eigenwilligen Aktion auf sich aufmerksam. Er verkaufte ein indiziertes Spiel an einen Minderjährigen und zeigte sich anschließend selbst an ( gamona berichtete). Irgendwie irre, oder?

Zumindest wollte er durch diese Selbstanzeige ein öffentliches Interesse erreichen, um das gemeinhin geltende Indizierungsrecht infrage zu stellen. Doch die Staatsanwaltschaft machte ihm einen Strich durch die Rechnung, indem sie das Verfahren wegen geringem (!) Interesse - nicht weniger als 35.000 Surfer unterschrieben in einer Petition gegen Indizierungen - und wegen Geringfügigkeit der Straftat einstellten.

Aha! Kräftemessen zwischen Jugendschützern und Verbrauchern und trotzige Showdowns mit Popcorn-Charakter?! Die Aktion mit der Selbstanzeige erschien schon reichlich lachhaft und schwer ernstzunehmen (ungefähr so, wie alte Damen auf Stühlen in acht Metern Höhe beim Nähen die Alltäglichkeiten des Lebens symbolisieren sollen...). Doch die Urteilsbegründung ist fast noch komischer: Besagter PC-Spielehändler habe nur versucht, ein Spiel vom Index zu kriegen und habe deshalb bewusst das Strafverfahren missbraucht. Ja, allerdings, das war seine Intention.

Nächste Runde, bitte. Es war gerade so spannend. Wann rennt mal jemand mit Plasma-Waffen durch eine H&M-Filiale???