In Memoriam (PC-Test)
(von Gregor Dutz)

»In Memoriam« hat schon vor Erscheinen eifrig Lob eingeheimst. Unter anderem bekam der Entwickler »Lexis Numerique« den Innovationspreis der »French Society of Authors and Composers of Dramatic Works«. Aber kann es wirklich den hohen Erwartungen gerecht werden?

Bei »In Memoriam« handelt es sich um alles andere als ein gewöhnliches Adventure. Dies merkt man schon, wenn man Handbuch und die mitgelieferten CD-Roms genauer betrachtet. Alles hat seinen eigenen, glaubwürdigen Stil. Aber viel interessanter sind ja die inneren Werte des Spiels.

Ans Eingemachte
In »In Memoriam« haben Sie den Auftrag, zwei entführte Journalisten - »Jack Lorski« und »Karen Gijman« - aufzuspüren. Der Arbeitgeber der Beiden, die Nachrichtenagentur »SKL Networks«, hat von dem mutmaßlichem Entführer - er nennt sich selbst »Phönix« - eine CD-Rom geschickt bekommen, die die Agentur nun weiter verbreiten soll. Von dieser CD bekommen unter anderem Sie eine Kopie und schon dürfen Sie sich in die Ermittlungen stürzen.

Auf dem Datenträger sind zu diesem Zweck nicht etwa Mutterns gesammelte Kochrezepte abgespeichert, sondern es sollen darauf verschlüsselte Hinweise versteckt sein, die Sie direkt zum Täter führen. Wohlgemerkt: Der Täter hat die CD selbst erstellt. Oder sind es gar mehrere Täter? Machen Sie sich auf jeden Fall auf einiges gefasst.

Ein Mord am Strand
Zu Beginn ist man noch relativ ahnungslos, was die Journalisten und ihr Verschwinden angeht. Man

In Memoriam - Innovatives Spielkonzept! Aber geht die Rechnung auch auf?

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findet aber bald heraus, dass hinter der Entführung ein Serienmörder steht. Er muss irgendwie im Zusammenhang mit einer Geschichte stehen, die die Redeakteure kurz vor ihrer Entführung verfolgten. Jack Lorski hatte nämlich in einer alten »Super8«-Kamera einen Amateur-Film gefunden, der dokumentierte, wie erst ein unbekannter Mensch und dann der Filmer selbst erschossen werden. Doch wo ist die Verbindung?

Sie merken schon, die Story ist durchaus anprechend und spannend und auch nicht zu simpel gestrickt. Aber wie steht es mit der Aufmachung? Schließlich kommt das Spiel vollkommen ohne 3D-Grafik aus.

Packshot zu In MemoriamIn MemoriamErschienen für PC kaufen: ab 13,79€

Auch die von Strategiespielen gewohnte isometrische 2D-Grafik werden Sie umsonst suchen.

Perfekt inszeniert
Alles basiert auf Animationen, die in »Macromedias« »Shockwave«-Format vorliegen. Also dem Format, welches auch für animierte Webseiten im Netz sorgt. Die Grafiker des Spiels haben hier ihren Job perfekt erledigt; alles passt zu dem Bild eines psychisch gestörten Serienkillers.

Collagen mit Horrorbildern, Fotos der Opfer, hässliche Fratzen und noch viel mehr werden in rasanter Bildfolge aneinandergelegt. Schöne Animationen leiten von Rätsel zu Rätsel und von Spiel zu Spiel.

Unvergleichbar
Womit wir auch beim Spielprinzip wären. Wie schon oben erwähnt, ist »In Memoriam« anders, als alle auf dem Markt erhältlichen Spiele. Zwar müssen Sie auch hier Rätsel lösen, nur das »Wie« ist nicht vergleichbar mit gängigen Adventures.

So müssen Sie im Internet auf teils extra angefertigten, teils bereits vorhandenen Webseiten auf Spurensuche gehen um die Rätsel zu lösen, die der Mörder Ihnen stellt. Die Rätsel wechseln sich mit kleinen, gut gemachten und sehr abwechlungsreichen Minispielchen ab. Mal müssen Sie eine Spinne durch ein Labyrinth leiten, mal eine Art Minigolf spielen.

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Nie kommt aber der Rätselaspekt zu kurz.

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Hilfe naht schon
Sollten Sie mal ein Rätsel nicht lösen können, kommt ein weiterer wichtiger Aspekt des Spielprinzips zur Hilfe: Sie erhalten regelmäßig E-Mails von Personen, die auch an dem Fall mitarbeiten. Mal helfen Sie Ihnen, mal werden Ihnen Hintergrundinfor-mationen zu bestimmten Themen geboten. Durch diese Mails hat man das Gefühl, als ob man wirklich an einem Mordfall arbeiten würde.

Nach dem Lösen eines Rätsels oder der erfolgreichen Beendigung eines der Minispiele erhalten Sie als Belohnung von »Phönix« einen Film

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aus dem Video-Tagebuch »Jack Lorskis«. In diesem Tagebuch filmt »Lorski« seine Recherchen zu dem erschossenem Amateurfilmer. Die Schauspieler in den Filmen spielen alle sehr überzeugend, lediglich die Synchronstimme von Jack Lorski ist etwas unpassend. Die Entwickler haben sich überhaupt viel Mühe mit der Verfilmung gemacht, denn die Videos wurden in ganz Europa aufgenommen und sind so äußerst abwechslungsreich geraten. Nach und nach lösen Sie so das Rätsel um Phönix, kommen hinter seine grausamen Morde und werden von ihm mit seiner kühlen Genialität immer wieder überrascht.Ohne große Anforderungen an den PC und auch ohne High-End-Grafik kommt eine gruselige, sagenhafte Spannung auf. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen Abends vor dem PC: Das Licht ist aus und Sie versinken förmlich in diesem Spiel, sehen Videos einer schreienden Person, die von jemanden mit einem Camcorder gejagt wird, Bilder von Personen mit aufgeschnittenen Pulsadern usw...

Das ganze wurde auch noch mit schaurig schöner Musik untermalt - und dann klopft es plötzlich an der Tür....!

Das wirklich geniale an »In Memoriam« ist aber Einbindung des Internets: Durch das Recherchieren im Internet auf authentischen Websites und durch die E-Mails bekommt man ein richtiges "mittendrin"-Gefühl. Außerdem kann man sich so im gesamten Spiel immer über kleine Erfolge freuen, die den Spielspaß noch anschüren.

Übrigens kommen auch MacOS-User in den Genuß dieses Spieles.