Die wichtigsten Utensilien des Spielers sind jedoch nicht seine Waffen, zu denen sich später noch eine Armbrust und eine Holzfälleraxt gesellen (mit letzterer werden Bosse mit einem finalen „Fatality“ in die Hölle zurückgejagt), nein, viel wichtiger sind zwei relativ friedliche Items: Zum einen das Tagebuch von Grubers, das nicht nur den Story-Fetischisten unter den Spielern reichlich Stoff zum Lesen gibt, sondern vor allem auch nützliche Hinweise zu einigen der kniffligen Passagen. Und da es, wie erwartet, stockduster ist, darf natürlich eine Taschenlampe nicht fehlen, mit der die finsteren Gänge ausgeleuchtet werden.
Zack, Rübe weg!Übrigens nicht nur die Gänge des Hauses: Im Laufe des Spiels klappert ihr mehrere klassische Sets des Horrorgenres ab: Friedhöfe, Wälder, Sümpfe, alles bekannt und stimmig. Überhaupt sind Stimmung und Atmosphäre die unleugbaren Stärken des Spiels, was umso erstaunlicher ist, wenn man weiß, dass Entwickler Pix Rev die OpenGL nutzt, um die recht ansehnliche Grafik auf den Bildschirm zu zaubern. Ob ihr die Taschenlampe über die detaillierten Texturen schwirren lasst oder in Patricks Spuk-o-Vision von rötlichen Blureffekten bedroht werdet, optisch ist das Spiel offenbar rund, wenngleich die Version, die uns gezeigt wurde, noch etwas Politur vertragen könnte.
Auch der Sound macht einiges her. Erwartungsgemäß knarrt das Gebälk und kreischen die Geis… Zom… wie auch immer, die Gegner jedenfalls. Doch dass die Soundeffekte gut durchdacht und eingesetzt sind, merkt man erst, wenn man sich in einsamen Gängen bei kleinen Geräuschen gruselt oder der markerschütternde Schrei eines schon viel zu nahen Gegners aus dem Nichts hervorbricht und den Spieler auffahren lässt. Zugegeben, bei einer Präsentation in einem hell erleuchteten Raum greift das alles nicht ganz, aber wir trauen dem Spiel zu, dass es in einer düster mitternächtlichen Zocksession solche Momente zu liefern vermag. Professionelle Synchronsprecher tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei, „I’m not alone“ gut klingen zu lassen.
"Junge Frau, ich möchte jetzt auch duschen, das Bad ist schließlich für alle da..."Ob das Spiel abgesehen von Atmosphäre viel zu bieten hat scheint momentan etwas fraglich. Der Kampf sieht, trotz des Einfalls mit den Buff/Heal-Dolchen, momentan nach einem eher drögen Klickfest aus, das keinen taktischen Tiefgang bietet, die Rätsel scheinen nicht völlig nachvollziehbar und sowohl Story als auch Gameplay und Design wirken, als hätten die Damen und Herren von Pix Rev einmal durch das „Who’s who“ des Genres geblättert und sich ihre jeweils favorisierten Elemente einfach mitgenommen. Selbst der Titel will scheinbar mit den Worten „…in the dark“ weitergehen.
Es ist nicht ganz leicht zu sagen, wo da Hommage aufhört und Plagiat beginnt, aber wir wollen Pix Rev zugute halten, dass sie echte Fans des Survival Horrors sind. Erfreulich ist zudem, dass das Spiel zum günstigen Budgetpreis von knapp 30 Euro erscheinen wird, da darf man ein paar seiner Ansprüche schon zurückschrauben.
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