Nach der letzten Anspielmöglichkeit des 3rd-Person-Fantasy-Actiongames Hunted: Die Schmiede der Finsternis war ich recht zwiegespalten: Irgendwie war die Monsterhatz mit dem harten Kriegerraubein Caddoc und der aufreizend herumlaufenden Jägerin E'lara schon ganz nett, aber der Schuh drückte doch an einigen Ecken und Enden. Skepsis war demnach angesagt.

Also ein erneuter Versuch, für den Publisher Bethesda anlässlich seiner Game Days ins entfernte Utah geladen hatte. Und siehe da: Neben Prey 2 (Vorschau hier lesen) war Hunted sogar die zweite unerwartete Überraschung des mehrtätigen Präsentations-Marathons...

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Coole Mitspieler gesucht

Getrieben von der Suche nach Reichtümern ziehen die beiden Söldner durch verzauberte Wälder, ausgedehnte Städte sowie lange vergessene Kerker eines vom Unheil befallenen Königreichs. Entwickler inXile Entertainment katapultiert uns bei dieser Hands-on-Session mitten hinein in das Abenteuer, das fünfte Kapitel, tief im feindlichen Territorium. Sofort wird mir klar: Seit der letzten Begutachtung vor wenigen Wochen hat sich einiges getan.

Hunted: Die Schmiede der Finsternis - Aus OK wird Oh yeah! Bethesdas Problemkind könnte doch noch richtig gut werden

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E'Lara bringt aus der Ferne Tod und Zerstörung.
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Vor allem oberflächlich gesehen, also in Sachen Grafik, justierten die Amis nochmals mächtig nach. Wie mit "Clearasil" wurden viele Unreinheiten beseitigt. Die Matschwüste im Reich der Texturen scheint wie weg gewischt, die Farben wirken strahlender (OK, kann am Monitor liegen...), die Texturen viel feiner und knackiger, die Darstellung der Landschaft differenzierter. Wenn das fertige Spiel tatsächlich in diese Richtung tendiert, ist es zwar noch immer kein Grafikbrett, kann sich aber im Vergleich zur letzten Version durchaus sehen lassen.

Eine zweite Erkenntnis: Wie bei kaum einem anderen auf Koop-Gefechte ausgelegten Spiel der letzten Zeit ist nicht nur das Zusammenspiel essentiell. Vor allem aber WER an eurer Seite zockt, ist von extremer Bedeutung. "Sich abzusprechen und zusammenzuarbeiten ist extreme wichtig", beschreibt Associate Brand Manager David Clayman eine der Prämissen von Hunted. Und damit untertreibt er beinahe noch.

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Cool: wird auch via Splitscreen spielbar sein!
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Lässt euch euer Kamerad im Stich, habt ihr keine Chance siegreich aus den Kämpfen hervorzugehen. Das gilt umso mehr, da der Schwierigkeitsgrad nach wie vor ziemlich knackig erscheint und es keinerlei visuelle Anhaltspunkte gibt, wo auf dem Schlachtfeld sich der Begleiter gerade aufhält. Sollte der Kumpel aus dem direkten Sichtfeld laufen, könnte er sich genau so gut auch auf dem Mars befinden. Und das macht sich natürlich auch denkbar schlecht, wenn es darum geht, den gefallenen Mitspieler wiederzubeleben - und damit einen Neustart am letzten Speicherpunkt zu verhindern. Die sind nämlich mitunter recht rar gesät...

Kein Mod, aber mächtiger Editor

Absprachen sind tatsächlich äußerst wichtig: Wer greift sich die nächste Heilflasche, wer darf neuen Manavorrat aufnehmen? Wird die Bogenschützin hinterrücks attackiert, muss ihr der Nahkämpfer die Schergen des Bösen vom Leib halten. Übermotivierte Alleingänge enden für beide Seiten tödlich. Also: Immer schön zusammenbleiben!

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Solchen mächtigen Gegnern sollte nur Caddoc im Nahkampf stellen!
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Klemmt sich einer der Charaktere hinter ein stationäres Geschütz, muss ihm sein Partner den Rücken gegen unliebsame Überraschungen sichern. Egomanen, die jetzt gerne ihr Ding Durchziehen und erst mal alle hübschen Gegenstände aufheben wollen, sollten lieber gleich zu Hause bleiben. So macht Hunted bestimmt keinen Spaß. Wenn ihr aber munter kommuniziert und koordiniert agiert, rafft es die monströsen Erscheinungen zu Hunderten hin.

Von enormer Bedeutung ist zudem der Einsatz magischer Subfertigkeiten, mit denen man die Bestien vereist, zurückstößt, blitztdingst oder sonst wie aufhält und bearbeitet. Mit reinen Nahkampf- und Bogenfähigkeiten gewinnt ihr in Hunted wohl keinen Blumentopf. Und obendrein ermöglichen diese Spezialfertigkeiten zusätzliche taktische Optionen, die dem Spielverlauf die notwendige spielerische Abwechslung injizieren.

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Wenn die beiden Söldner nicht als Team agieren, haben sie gegen die Monster-Übermacht keine Chance!
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Genau die soll auch der Crucible-Editor offenbaren. Dieser Zusatzmodus erlaubt euch, völlig eigene Kreationen eines Dungeon Crawlers herzustellen. Selbst wer für Leveldesign oder ähnliche Kreativaufgaben weniger als null Talent hat, bastelt mit diesem nützlichen Tool im Handumdrehen die vielfältigsten Missionen.

Hunted könnte sich von einem mittelprächtigen ‚Naja’-Titel zum Geheimtipp mausern.Ausblick lesen

Im Prinzip erschafft man damit zwar keine eigenständige Kampagne. Dafür aber eine Reihe von mehr oder minder zusammenhängenden Arenen, in denen ihr euch mit einem menschlichen oder computergesteuerten Partner durch Horden von Feinden schnetzelt. Online oder auch via Splitscreen an einem Bildschirm. Jeder Raum kann sich dabei vom anderen vollkommen unterscheiden und mit den verschiedensten Parametern ausgestattet werden.

Die neuen Dungeons stellt ihr auf praktische Weise mit wenigen Klicks zusammen, die Rahmenbedingungen aus diversen Möglichkeiten sind in Sekunden ausgewählt und fix zusammengeklickt. Ihr bestimmt die Art der Feinde, ihre Anzahl, eure eigene Bewaffnung, die Länge des "Abenteuers", die Zahl der Wellen pro Raum (bis zu 100!), das Aussehen der einzelnen Arenen, Zeitlimits, Schadensmodifikatoren, Charakter-Beschränkungen - ja sogar die Physikeffekte lassen sich manipulieren. Ihr könnt euch sicher vorstellen, was mit einem Gegner geschieht, der bei ausgeschalteter Gravitation von einem Pfeil getroffen wird...

Wem selbst das alles noch zu kompliziert ist, klickt einfach auf den "Randomize"-Button und erstellt zufällige Kombinationen. Außerdem ist es natürlich möglich, fertige Dungeons zu veröffentlichen und für andere freizugeben. All diese Vorgänge werden nur durch die Menge an vorrätigem Gold eingeschränkt, das ihr während eurer Kampagne aufsammelt.