Ihr glaubt, die "Men in Black" seien ein schlagfertiges Duo und noch dazu amüsant und lustig? Dann habt ihr Agent G und Isaac Washington noch nicht in Action erlebt. Diese beiden sind nämlich die Anti-Helden von The House of the Dead: Overkill und haben deutlich mehr Unterhaltungswert, als die beiden erstgenannten Kino-Protagonisten.

Das gilt insbesondere dann, wenn ihr euch für den Output eines gewissen Tarantino begeistert, mit Grindhouse-B-Movie-Filmen etwas anfangen könnt und den kruden und völlig überzeichneten "Planet Terror" lustig findet. Wenn ihr dann auch noch eine Wii besitzt und mit LightGun/Arcade-Shootern gerne die eine oder andere Stunde verbringt, solltet ihr definitiv weiterlesen!

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Tadelloses Aiming mit Wiimote

Das Spielprinzip von The House of the Dead: Overkill ist denkbar simpel angelegt: Eure für euch nicht sichtbare Spielfigur wird wie auf Schienen durch die sieben Missionen des Titels geführt und ihr ballert mit der Wiimote (alternativ dürft ihr auch den Wii Zapper verwenden) auf alle Mutanten (sprich: Zombies), die euch dabei aus allen möglichen Richtungen vor die Nase gesetzt werden.

House of the Dead: Overkill - Zombie or not to be

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Die Untoten wollen euch in allen Lebenslagen ans Leder.
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Der Nunchuk wird dafür nicht zwingend benötigt, ihr könnt ihn jedoch einsetzen, um flinker Granaten abzuwerfen bzw. die Waffe schneller und bequemer zu wechseln. Die Umsetzung der eigenen Bewegungen auf dem Bildschirm bzw. das Anpeilen der Feinde wurde dabei größtenteils tadellos umgesetzt, Verzögerungen sind praktisch nicht vorhanden. Selten kommt es vor, dass man sogar zu schnell reagiert und die Schüsse dann noch nicht registriert werden, weil gültige Schüsse meist nur dann durchgehen, wenn das Fadenkreuz rot eingefärbt ist.

Das macht aber nichts, meistens hat man eh nicht allzu viel Zeit, um sich über Fehlschüsse aufzuregen. Die Zombies, aka wankende Zielscheiben, kommen mal einzeln, dann wieder in der Meute. Gelegentlich tragen sie sogar einen Helm (was Headshots verhindert) oder schleppen sogar einen riesigen Schutzschild der Sonderpolizei mit sich herum.

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Trotz schwacher Wii-Optik leidet "Overkill" all zu häufig unter FPS-Einbrüchen.
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Trotzdem sollte man mit ruhiger Hand zielen, denn nur, wer möglichst hohe Komboreihen abliefert oder sogar einen "Goregasmus" hinlegt, erreicht richtig hohe Punktewertungen. Boni lassen sich zudem noch einstreichen, indem man das eine oder andere Power-Up einsammelt. Auf diese Weise erhaltet ihr auch noch Lebensenergie, Granatennachschub oder für wenige Sekunden einen Zeitlupenmodus. Je erfolgreicher ihr euch durch die Levels kämpft, desto mehr Geld kassiert ihr bei der Endabrechnung.

Viel Geld=bessere Waffen

Diese Kohle investiert ihr wiederum in den Kauf neuer Schießprügel (von denen es etwa ein halbes Dutzend unterschiedlicher Modelle gibt) oder rüstet die vorhandenen Wummen in Bereichen wie Rückstoß, Nachladezeit, Magazingröße und ähnlichen Attributen hoch. Das wirkt sich auch deutlich auf das Spielerlebnis aus und man metzelt sich dadurch leichtgängiger durch die Zombiehorden ("Ich hab dir doch gesagt, das Z-Wort nicht zu verwenden!" ...).

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Diese Krankenschwester möchte euch ganz sicher nicht verarzten!
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Sollte jedoch eure gesamte Lebensenergie flöten gehen, müsst ihr einen Teil eurer Punkte und damit eures Zasters fürs Weiterspielen einsetzen. Sobald ihr The House of the Dead: Overkill einmal durchgespielt habt, was leider nur etwa vier Stunden in Anspruch nimmt, schaltet ihr den Directors Cut-Modus frei. In diesem steht euch nur eine begrenzte Anzahl von Weiterspiel-Credits zur Verfügung. Sobald diese aufgebraucht sind, heißt es Game Over.

Dieser Modus bietet mit neuen Sequenzen und deutlich härteren Gegnern nicht nur mehr Herausforderung, sondern auch genug Motivation und Wiederspielwert für Fortgeschrittene. Die Möglichkeit im normalen Modus Wahlweise gegen noch mehr Mutanten anzutreten, ist hingegen spielerisch weniger interessant, eignet sich aber zum Geldverdienen ganz gut.

Tolle Präsentation

Der überzeichnete 70er Jahre-Stil zieht sich mit seiner tollen Präsentation wie ein roter Faden durch das blutige Actionspiel, vor allem in den Zwischensequenzen kommen die schlagfertigen Anti-Helden jedoch so richtig zur Geltung. Sätze wie: "Ich amputiere deinen Kopf, ich denke, dass macht mich dann zum Arzt" sind dabei noch harmlos. Vor allem Detective Washington garniert jeden seiner Sätze mit einer Fülle von F-Wörtern. Köstlich, wenn sich dann eine gewisse Varla ins Geschehen mischt und den beiden Protagonisten verbal den Spiegel vorhält.

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Die CutScenes sprühen nur so vor Charme und Witz.
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Overkill ist auch für Wii-Verhältnisse sicher keine Grafikbombe, doch die zweckmäßige Optik überzeugt dank ihres konsistenten Stils. Schade, dass es trotzdem immer wieder zu FPS-Einbrüchen kommt, die den Spielablauf für wenige Augenblicke zum Stottern bringen. Angereichert wird das unterhaltsame, sich selbst auf die Schippe nehmende, Szenario durch einen passenden Soundtrack aus dieser Epoche und eine gelungene (englische) Vertonung. Hier liegt auch möglicherweise ein Schwachpunkt, denn deutsche Untertitel gibt es leider nicht.

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Wer sich nicht allein auf die Zombiejagd begeben möchte, kann bis zu drei weitere Mitstreiter vor den Bildschirm zerren. Jeder erhält ein eigenes Fadenkreuz und somit artet die Ballerei sogar in einen teaminternen Zwei-, Drei- oder Vierkampf aus, bei dem die Feinde kein Land mehr sehen. Vor den Endgegnern muss übrigens keiner Angst haben: Wer einmal begriffen hat, wie das Boss-System in "Overkill" funktioniert, wird sich dieser fiesen Supermutationen problemlos entledigen.

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Zimperlich geht's hier nicht gerade zu - Deutschland muss auf den simplen Ballerspaß wohl verzichten.
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Darüber hinaus haben die Headstrong-Entwickler noch drei Mini-Games implementiert. In "Stayin Alive" ballert ihr euch so lange durch Feindes-Wellen, bis eure Lebensenergie den Nullpunkt erreicht. Bei "Victim Support" rettet ihr so viele Zivilisten, wie möglich und "Money Shot II" schließlich präsentiert euch tatsächlich ordinäre Zielscheiben, die jedoch teilweise wild durcheinander fliegen und dadurch schwer zu treffen sind. Insgesamt können sie die Spiel-Motivation aber nicht übermäßig lange hochhalten.