Gut ein halbes Jahr nach Release bekommt Horizon Zero Dawn einen umfangreichen Story-DLC. Der spielt in einem neuen, eisigen Landstrich, bleibt in seinen Stärken aber dem Hauptspiel treu. In unserem Test zeigen wir euch die Stärken und (wenigen) Schwächen von Frozen Wilds.

Aloy gegen die Eisgiganten: Der neue Gameplay-Trailer ist ganz schön cool (wortwörtlich):

Horizon Zero Dawn: The Frozen Wilds - DLC Gameplay Trailer Paris Games Week 2017Ein weiteres Video

Endlich geht es weiter! Horizon Zero Dawn entpuppte sich Anfang des Jahres als hervorragendes Action-Rollenspiel. Nach einigen Patches, die zum Beispiel die beliebte New-Game-Plus-Option eingeführt haben, erscheint mit The Frozen Wilds für knapp 20 Euro nun die erste (und angeblich auch letzte) große Story-Erweiterung. Es handelt sich nicht um ein Standalone-Produkt, ihr benötigt also das Hauptspiel.

Ihr könnt auf die Inhalte von The Frozen Wilds prinzipiell bereits nach der frühen Hauptspiel-Quest „Eine Sucherin vor den Toren“ zugreifen, zu empfehlen ist das aber nicht. Stattdessen sollte Aloy mindestens Levels 30 erreicht haben, sonst kann der Schwierigkeitsgrad der neuen Aufgaben merklich zu hoch sein. Hetzt euch also nicht, sondern brecht erst nach sorgsamer Vorbereitung in den nahtlos eingefügten Bereich im Nordosten der Karte auf.

Horizon Zero Dawn: The Frozen Wilds - Roboter on the rocks

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Aloy bibbert ganz schön, um den Banuk-Stamm aufsuchen zu können
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Ganz schön schnittig

Dort entdeckt ihr den sogenannten Schnitt, ein Gebiet, das durch schneebedeckte Berge und eisige Tundra geprägt ist. Im Schnitt ist es wenig überraschend bitterkalt, was Aloy euch auch regelmäßig in leidenden Einzeilern mitteilt. Dennoch leben dort die Klans des Banuk-Stammes, die neben dem harschen Klima noch ein weiteres Problem haben: Die Maschinen, die durch den Schnitt ziehen, werden zunehmend gefährlicher, eine dämonische Kraft scheint sie anzutreiben.

Im Grunde bietet The Frozen Wilds von allen Elementen, die das Hauptspiel geprägt haben, ein wenig mehr: Ihr könnt neue Langhälse erklimmen, wobei ihr sie teilweise erst durch das Finden von Bauteilen reparieren müsst, da sie beschädigt und zusammengesunken im Eis liegen. Außerdem stellt ihr euch einigen bisher unbekannten Maschinen entgegen, die häufig sehr stark und robust sind. The Frozen Wilds richtet sich definitiv an Spieler, welche die Mechanismen des Spiels bereits gut beherrschen und mit allen Waffen und Werkzeugen umzugehen wissen.

Wieder was gelernt

Selbstverständlich findet ihr auch neue Questgeber, Händler und allerlei Loot. Wir haben das Gefühl, dass man häufiger wertvolle Gegenstände erhält, allerdings wollen diese stellenweise eben auch hart erkämpft werden. Durch Erfahrungspunkte levelt ihr Aloy wieder auf und schaltet in einem zusätzlichen Zweig des Talentbaums Fähigkeiten frei, die es vorher nicht gab. Dabei handelt es sich primär um Komfortoptionen, zum Beispiel könnt ihr die Fähigkeit erlangen, Loot ohne Absteigen von Reittieren aus mitzunehmen.

Horizon Zero Dawn: The Frozen Wilds - Roboter on the rocks

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Horizon Zero Dawn im Test: Endlich ist sie zurück!
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Zu Aloys großem Ziel innerhalb des Schnitts möchten wir an dieser Stelle nicht viel vorwegnehmen, schließlich war die Story schon im Hauptspiel unerwartet interessant und ein starker Motivator. Lobenswert ist erneut, dass optionale Geschichtsfetzen – unter anderem Audio-Logs – häufig eine wirkliche Bereicherung sind und nicht nur aus Pflichtgefühl mitgenommen werden. Die Ereignisse im Schnitt geschehen parallel zur Story des Hauptspiels und knüpfen nicht etwa an deren Ende an. Ihr könnt – und solltet – das Ganze also einfach in den normalen Spielfluss integrieren.

Horizon Zero Dawn: The Frozen Wilds - Roboter on the rocks

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The Frozen Wilds soll der einzige Story-DLC zum Spiel bleiben
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Alleskönnerin Aloy

Eure Aufgaben im Rahmen der Hauptquests und Nebenaufgaben sind gut gemischt: Wenn die Kämpfe gegen die Maschinen in der offenen Welt mal überhand zu nehmen drohen, erwartet euch wieder ein kompakterer Bereich, in dem dann geklettert und gerne auch mal ein wenig gerätselt wird. Immer wieder trefft ihr auf euch begleitende NPCs, sodass die sympathische Aloy auch außerhalb von Zwischensequenzen Gelegenheit für gut geschriebene Gespräche bekommt.

Die Faszination des Spiels ist einmal mehr auch einer Mischung zu verdanken, die nicht spielerischer Natur ist. The Frozen Wilds verheiratet souverän sehr gegensätzliche Komponenten: Mechanisches und Organisches, alte Traditionen und moderne Technik. Eben noch kraxelt ihr im Schneesturm einen Berg hinauf, eine Minute später entdeckt ihr hinter einer elektronisch verriegelten Tür eine mysteriöse Einrichtung, ein Überbleibsel einer untergegangenen Zivilisation. Solchen Geheimnissen muss man einfach auf den Grund gehen und es macht Spaß, die Welt von Horizon zu durchleuchten, um sie schließlich besser zu verstehen.

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Wenn ihr Horizon Zero Dawn bisher nicht besitzt, lohnt es sich übrigens, auf die Anfang Dezember erscheinende Complete Edition zu warten. Diese wird neben dem Hauptspiel auch The Frozen Wilds umfassen.