Tristesse, wohin man schaut. Wunderschön zwar und dem Stand der Technik immer mindestens ein Jahr voraus, aber ich kann Lambert Wolterbeek Muller sofort verstehen, als er einen der grundlegenden Gedanken hinter Horizon skizziert. „Wir hatten die Nase voll von grau-braunem Kriegstreiben und wollten mit unserer Technik endlich eine Welt erschaffen, in der man sich tatsächlich gern selbst aufhalten würde.“ Nun, Mission erfüllt.

Horizon Zero Dawn - Jagdprüfungen im Sonnenfurchen-Jagdgebiet11 weitere Videos

Das wird jetzt eine etwas andere Nummer. Ich habe nicht mehr gesehen als ihr und will nicht so tun, als wäre es anders. Wenn ihr den Gameplay-Trailer von Horizon kennt, sind wir fast auf demselben Level. Fast, weil ich das Glück hatte, den beiden Guerrilla-Games-Entwicklern Jan Bart van Beek und Lambert Wolterbeek Muller beim Spielen des Trailer-Abschnitts über die Schultern zu schauen, sie währenddessen mit Fragen zu konfrontieren, die mir seit der Ankündigung auf der Sony-Pressekonferenz im Kopf herumschwirrten.

Horizon Zero Dawn - Neuer Stern am PlayStation-Himmel? Was der E3-Trailer nicht verrät

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Horizon Zero Dawn war sicher eine der größten Überraschungen der E3.
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Werft deshalb zuerst einen Blick auf eben diese Szenen, insofern ihr das noch nicht getan habt. Es sind sechseinhalb Minuten, die sich lohnen und ohne die ihr mit den folgenden Informationen nur wenig werdet anfangen können.

(K)eine Welt wie jede andere (00:00 - 02:37)
Von steinzeitlichen Höhlenmalereien über den Menschen als vermeintlichen Höhepunkt der Evolution bis hin zur Natur, die sich zurückerobert, was man ihr genommen hat — und in Einklang mit den Maschinen koexistiert: Horizon schlägt viele Töne an, die meisten davon eher verwirrend, wenn man versucht, sie in einen gemeinsamen Kontext zu setzen. Es gibt noch nicht viele Einzelheiten zu dieser widersprüchlichen Welt, weder dem Trailer noch den (in dieser Hinsicht) schweigsamen Guerrilla-Entwicklern sind sie zu entnehmen.

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Unsere Welt ist vergangen und die wenigen Überlebenden teilen sich die Erde mit solchen Maschinen-Tieren.
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Rausrücken wollten die Jungs nur mit einer Handvoll Details. Aloy heißt das taffe Mädel, dem ihr in diesem Open-World-Action-Rollenspiel über die Schulter schaut. Sie ist, besser: war Mitglied eines Stammes, spezialisiert auf Jagd und alles, was man eben so zum Überleben braucht, wenn Zehn-Meter-Maschinen vor der eigenen Bude entlang spazieren. Die Menschen sind nicht länger die dominierende Spezies des Planeten, haben in einer weit entfernten Zukunft aus noch unbekannten Gründen den Anschluss verloren und wissen selbst nichts mehr mit den wenigen Überresten ihrer Vorväter anzufangen, von denen ohnehin kaum noch welche erhalten sind. Klassische Postapokalypse, ganz ohne Zombies und Atomexplosionen, auch das kann es noch geben, halleluja.

Selbst wenn Guerrilla ihrer Vision irgendwann den Gold-Stempel aufdrücken und ins Presswerk schubsen, wird sich an diesen vagen Hintergründen kaum etwas ändern. Wir sollen selbst herausfinden, wie es zu alledem kam, grinste van Beek während der Präsentation. Personifiziertes Foreshadowing.

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Gewaltig, malerisch und wild - der erste Eindruck der Spielwelt von Horizon Zero Dawn.
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Das Gefühl der Freiheit (02:38 Minuten)
„Alles, was ihr sehen könnt, könnt ihr auch erreichen und erkunden“ ist eine der Botschaften, die den beiden Entwicklern besonders wichtig zu sein scheint. Open World und so, auch mit Quests und alledem, nur wie genau? Grinsendes Schulterzucken und ein „stay tuned“ als Antwort, außerdem der Hinweis, dass es nicht nur eine große, sondern vor allem eine abwechslungsreiche Welt werden soll. Verschneite Gebirgszüge, staubtrockene Wüsten und tropische Dschungel soll es geben und was man sich sonst noch so vorstellen kann. Warten wir’s ab.

Gegner ist nicht gleich Gegner (03:00 Minuten)
Es sind die konkretesten Szenen der sechseinhalb Minuten, nachdem Aloy ihrer Berufung nach und auf die Jagd geht. Spielszenen, anhand derer man sich vage vorstellen kann, wie genau das vielleicht nächstes Jahr abläuft. Vorsichtig schleicht sich die Ausgestoßene an ihr erstes Opfer an, einen „Watcher“, wie Wolterbeek Muller erklärt, ein schwaches und doch gefährliches „Tierchen“. Entdeckt es seinen Häscher, schlägt es Alarm, ruft damit die ganze Herde, ergo einige Probleme für Aloy herbei.

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"Tierchen" gibt es im Spiel in unterschiedlichsten Arten und Größen.
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Kein Problem im Video: Aloy schlägt aus der Deckung zu, schickt das Kerlchen in die ewigen Jagdgründe oder wohin auch immer diese Maschinen nach ihrem Ableben kommen. Was der Trailer nicht zeigt: Gegner können ausgeweidet werden, um Rohstoffe zu bekommen, die wiederum zum Freischalten neuer Technologien benötigt werden.

Kurz darauf attackiert die Jägerin die Mitglieder einer größeren Herde. „Auch das ist typisch für Horizon: Die - nennen wir sie mal - Lebewesen haben eigene Persönlichkeiten. Manche sind scheue Einzelgänger, andere trauen sich nur in der Herde aus ihrer Höhle oder greifen alles an, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Wir wollen eine glaubhafte, lebendige Welt erschaffen.“

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Kleine Späher, adlerähnliche Riesen oder diese, aus dem Trailer bekannten, Riesen. Wir sind gespannt, was da noch auf uns zukommt.
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Wer nicht wagt… (03:57 Minuten)
Und gefährlich soll diese Welt auch werden, wie die nächsten Szenen des Trailers zeigen. Die aufgescheuchte Herde alarmiert einen… Dinosaurier-Roboter? Jedenfalls ein riesiges Viech, bis unter die Zähle mit Waffensystemen vollgestopft. Nicht gerade ein Kerl, den man auf einem freien Feld wie diesem begegnen will. „Während der Ankündigung haben wir nur eine Möglichkeit gezeigt, diesen Gegner zu besiegen, tatsächlich habt ihr jedoch frei Hand.“ Aloy trägt einiges an Ausrüstung an ihren Steinzeitklamotten, soll diese kreativ kombinieren können. Die Fangseile des Trailers lassen sich beispielsweise auch vertikal zwischen zwei Objekten anbringen, um Feinde zu Fall zu bringen.

Noch ist alles möglich, sowohl im Guten wie im Schlechten. Bislang will ich von Horizon aber vor allem eins: mehr.Ausblick lesen

Es hängt eben auch davon ab, wie Spieler die Umgebung zu ihrem Vorteil einsetzen. Sieht man ebenfalls im Trailer, als Aloy auf der ersten Flucht vor dem Biest durch eine Steinspalte springt, um sich etwas Luft zu verschaffen. Etwas arg offensichtlich, aber die Richtung stimmt schon mal.

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"You know nothing, John Snow!" Die Protagonistin ist nicht nur vom Feuer geküsst, sondern auch ebenso wild wie Wildlings-Dame Ygritte.
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Und sonst so? (06:05 Minuten)
Und dann ist eine der spannendsten Ankündigungen der diesjährigen E3 plötzlich vorbei. Etliche Fragen bleiben zurück, ein paar beantworten van Beek und Wolterbeek Muller, etwa die nach einem möglichen Mehrspielermodus. „Es wird eine Form von sozialen Elementen geben“, was von nerviger Facebook-Integration bis hin zu einem üblichen Online-Scharmützel alles bedeuten könnte. Der Fokus soll allerdings eindeutig auf dem Solopart liegen; Horizon ist kein Spiel für mehrere Personen.

Rollenspielanteile wird es wohl ebenfalls im größeren Rahmen geben, auch soll Aloy vor Entscheidungen gestellt werden, die vom Spieler getroffen werden müssen. Reichlich Zeug also, das Guerilla bitte eher gestern als morgen etwas näher beleuchten darf.

E3 2015

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