Im kommenden Toptitel der THQ-internen Kaos Studios lassen ehemalige Partner die einst so stolzen Vereinigten Staaten von Amerika im wahrsten Sinne des Wortes links liegen. Denn im Jahr 2027 überrennt das erstarkte, kommunistische Korea den Klassenfeind in Übersee, und keiner der politischen Verbündeten eilt zur Hilfe. Das klingt zwar unrealistisch. Doch die Gefahr der roten Horden sind spätestens seit den 1950er Jahren die Grundangst eines jeden US-Patrioten. Und deshalb immer wieder ein interessantes Szenario; für Romane, für Filme - für ein Computerspiel.

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„Homefront“ Hintergrundgeschichte wurde von John Milius entworfen. Der Mann hat Erfahrung mit solchen Plots. So stammt etwa „Red Dawn“, ein patriotischer US-Streifen von 1982 ebenfalls aus seiner Feder. Von der passiven Rolle des Zuschauers im Kino schmeißen uns Milius und die Entwickler nun in die First-Person-Perspektive eines Shooters. Ich kann mir nicht helfen, aber wie ich nach dem Absturz mit meinem Flugzeug durch das Lager der amerikanischen Guerilla geführt werde, die Dialoge, die Intensität der Umgebung; all das erinnert mich sofort an Red Dead Redemption. Wobei sogar der Titel passen würde.

Homefront - Die rote Angst kehrt zurück

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Schock lass nach: Die Koreaner fallen in Amerika ein.
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Während ich die Idylle der Endzeitstimmung genieße – Windräder, Auffangbecken für Regen, Tarnnetze über den Köpfen -, breiten sich die Koreaner über die Weiten der USA aus. Dabei radikalisieren sie das Land: Schulstadion werden Gefängnisse, Einkaufscenter zu Waffenarsenalen. Die Widerstandskämpfer wollen sich vernetzen, koordinieren. Dummerweise hat ein koreanischer Satellit die Kommunikationsmittel des kapitalistischen Feindes mit elektromagnetischen Impulsen funktionsunfähig gemacht. Alles andere würde selbstredend auch die Geschichte versauen.

Die Untergrundkämpfer leben mit ihren kompletten Familien im Camp. Jede Verstärkung im Konflikt mit den koreanischen Invasoren ist ihnen recht, das gilt auch für mich. Eine kurze Erklärung über Funktion und Ausmaß des Lagers, das sich wie eine Inselkommune inmitten kommunistischer Haie komplett selbst versorgt – dann gibt es schon die erste Mission: Tanklaster müssen nach San Francisco eskortiert werden. Auch dort gibt es Widerstandskämpfer, sie brauchen das Benzin.

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Der Feind ist überall - bedachtes Vorgehen ist angesagt.
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Nachdem ich mit meinen Mitstreitern durch einen Tunnel ins umliegende Feindesland geschlichen bin, finde ich mich auf dem Parkplatz eines ehemaligen Einkaufszentrums wieder. Jetzt nimmt Homefront richtig Fahrt auf. Erst werden wir per Artillerie beschossen, dann kommen Feuer, Explosionen und Hubschrauber, gegnerische Truppen schwärmen über den Asphalt.

Szenenwechsel vorm Arcade-Automat

Mit dem Snipergewehr nehmen wir ein paar Soldaten aufs Korn, dann müssen wir selbst durch die Flammen, um einen Aussichtsturm auf der anderen Seite des Parkplatzes zu erreichen. Mit klassischen Shootern hat der interaktive Patriotenstreifen dabei wenig zu tun. Es explodiert und kracht, die Musik dröhnt, die Lichtverhältnisse ändern sich ständig und in schneller Abfolge werden immer wieder neue Ziele auf meinem HUD markiert. Ich komme mir vor wie bei einem Arcade-Automat mit Lightgun.

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Als Vorbild wählen die Entwickler ausgerechnet "Half-Life" - DEN großen Genreklassiker.
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Nicht nur wegen der beeindruckenden Effekte fesselt Homefront. So absurd, ausgelutscht und überzeichnet das Szenario „böser Kommunist gegen freiheitsliebenden US-Amerikaner“ auch ist: Es sorgt dafür, dass die Dramatik der Situation die Wirksamkeit der Bilder noch verstärkt. „Wir wollten das Gefühl vermitteln, wie es sich anfühlt, in einem besetzten Gebiet zu leben“, sagt einer der anwesenden Entwickler. Die Inspiration für die Einzelspielerkampagne? Er überlegt. „Half-Life“, sagt er schließlich und wirkt zufrieden mit seiner Wahl.

Nachdem wir den Turm am anderen Ende des Parkplatzes erreicht haben, schießen uns Raketensalven wieder auf den Boden zurück – das vermeintlich schützende Gebäude war dummerweise nur aus Holz. Es zwingt uns zur Planänderung: Wir wollen uns sofort zu den Tanklastern durchkämpfen, zwischen brennenden Autos und sonstigem Schrott hindurch.

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Heftige Skriptsequenzen sorgen für tolle Atmosphäre.
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Auf dem Weg durch das Chaos beschießen uns die asiatischen Gegner pausenlos. Ein leichter Panzer kommt zu Hilfe. Er ebnet zunächst den Pfad, wird dann jedoch von einem koreanischen Hubschrauber im Tiefflug abgefangen. Die Szene endet mit einem spektakulären Crash des Helikopters. Ein Höllenritt.

Unfassbare Flut von Eindrücken, die sofort fesseln. Jetzt kommt's auf den Mulitplayer-Part an.Ausblick lesen

Mehr für Mehrspieler

Die präsentierten Szenen stammen aus der Einzelspielerkampagne, vom Multiplayer-Modus bekommen wir leider keinen noch so winzigen Pixel zu sehen. Der Mehrspieler-Part wird offenbar besonders interessant: Um die PC-Spieler nicht am ausgestreckten Controllerarm verhungern zu lassen, hat THQ die Unreal-Macher von Digital Extremes beauftragt, Funktionen und Inhalte für die Shooter-Fans mit Maus und Tastatur zu produzieren.

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Noch ist unklar, wie gut der Multiplayer-Modus wird.
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Im Gespräch mit gamona sprach THQ von „mehr als 30 Leuten“, die an exklusiven Mehrspieler-Karten und Software für dezidierte Server arbeiten. Ohne den roten Tag vor dem demokratischen Abend loben zu wollen: Wenn es gegen menschliche Gegner auch nur halb so viel Action und einen gewissen strategischen Anspruch gibt, könnte Homefront bei PC-Spielern richtig abräumen.

Der Mehrspieler-Part ist großspurig angekündigt worden und soll neben Infanterie auch Kampfdrohnen sowie Fahrzeuge zu Lande und in der Luft bieten. Wie viele Spieler die Schauplätze gleichzeitig fassen können, wollten die Entwickler noch nicht verraten. Lediglich das Versprechen für „groß angelegte Kriegsführung wie noch nie“ konnten wir THQ entlocken.