Holiday World (PC-Test)
(von Gregor Dutz)

Wer sich ab und zu vom PC lösen kann und stattdessen vor den Fernseher zieht, kann derzeit auf einem großen deutschen Sender erleben, dass das Leben von Hotel-Ketten-Erbinnen recht nett zu sein scheint. In »Holiday World« von

»Island Games« können Sie zwar nur ein virtuelles Imperium aufbauen und besitzen somit keine matriellen Werte, aber ob es wenigstens Spaß macht, erfahren Sie in unserem Test.

Auf den ersten Blick erinnert Holiday World eher an ein in die Jahre gekommenes Spiel, als an eine gerade erst erschienene Wirtschaftssimulation: Hässliche 2D-Grafiken und Animationen sind einfach nicht mehr der Bringer.

Das man aber im Bereich 2D auch noch zu sehr guten Ergebnissen kommen kann, beweisen derzeit die Jungs von »master-creating«, die im Moment an dem RPG »Restricted Area« werkeln. Also liebe Macher bei Island Games: Üben! Denn selbst in einer Wirtschaftssim möchte ich keine kleinen, dicken Männchen sehen, die rumlaufen als hätten sie einen Stock im Hintern und auch keine Gebäude, die fast vollständig auf Animationen verzichten.

Auch soundtechnisch kann das Spiel alles andere als überzeugen. Zwar dudeln im Hintergrund vergnügt einigermaßen passende Lieder, aber der Hit sind die auch nicht. Nach einer gewissen Zeit stellt sich dann das Bedürfnis ein, einfach den Sound abzustellen. Wenn man

Holiday World - Bauen, baden, Bungie-Jumping: Macht ein Ferienparadies wirklich Spaß?

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dann gleichzeitig noch »Rammstein« auflegt, kommt immerhin noch ein gewisser Pepp mit rein. Zugleich hat man auch noch ein weiteres Problem beseitigt: Man hört die absolut langweiligen Geräusche nicht mehr, falls man mal auf ein Gebäude klickt.

Mehr als Schreie (beim Bungie-Jumping) oder Baulärm - DAS ist Lärm? - hört man sowieso nichts. Kann man sich beherrschen und klickt auf keine Gebäude, hört man nicht mal sanftes Wellenrauschen oder andere Umgebungsgeräusche. Vielleicht haben die Entwickler aber auch ein Ferienparadies erfunden, in dem es wirklich nichts gibt, was

beim Erholen ablenken könnte - nicht einmal Vogelgezwitscher.

Packshot zu Holiday WorldHoliday WorldErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Gähnst du noch oder schläfst du schon?
Dem Sprecher, der Sie durch die Tutorials begleitet, passt perfekt zu der sonstigen Geräuschuntermalung, denn noch nie vorher habe ich einen Sprecher erlebt, der seinen Text so emotionslos vorträgt. Immerhin führen Sie die Tutorials gut in das Spiel ein und danach können Sie entweder in der Kampagne oder im freien Spiel sofort durchstarten und drauflos bauen.

Um bauen zu können benötigen Sie einen Architekten, der per Mausklick

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sofort am Flughafen bereitsteht und nur noch auf seinen Einsatz wartet. Gebaut werden können die verschiedensten Anlagen aus den Bereichen Erholung, Hotels, Gastronomie, Spaß, Sport, Abenteuer und Infrastrukur. Dabei ist zu beachten, dass die verschiedenen Gebäude verschiedene Zielgruppen, wie zum Beispiel Singles oder Familien, ansprechen. Außerdem befriedigen sie, je nach Typ, verschiedene Bedürfnisse der Urlauber. Um möglichst glückliche Urlauber zu haben, müssen also die unterschiedlichsten Bauwerke - vom Luxushotel bis zur Imbissbude - errichtet werden. Sie haben dabei die Auswahl zwischen Bauwerken aus drei verschiedenen Stufen: drei, vier und fünf Sterne stehen für die jeweiligen Urlaubertypen vom Pauschalurlauber bis zum Luxus-Freak. Dabei scheint es aber egal zu sein, wie weit z.B. die Drei-Sterne-Attraktion für Pauschalurlauber von deren Unterkunft entfernt ist. Selbst mehrere Kilometer Fußweg scheinen für Hugo Durchschnittstourist kein Problem zu sein. Auch gibt es keine wirklichen Kreisläufe: Hauptsache man hat die Touristen irgendwo einquartiert, danach laufen sie stupide in der Gegend rum, meckern oder erfreuen sich an ihrem Urlaub, wenn sie mit Ihrer Bauerei zufrieden sind. Da es drei verschiedene Welten gibt - Serengeti, Strand und Unterwasser - lassen sich einige Gebäude nur an bestimmten Stellen errichten. Ein Strand unter Wasser macht ja auch wenig Sinn, oder? Leider haben es die aber Entwickler verpasst, die Unterwasser-Welt zu einem echten Highlight auszubauen, denn die Idee an sich ist wirklich gut. Nur leider sieht es unter Wasser noch einmal hässlicher aus als an Land und es wird nicht sofort klar, wo man nun was bauen kann. So geht die Übersichtlichkeit flöten.

Ein bisschen Abwechslung, in Form von Leichtkost-Taktik, bringt dann wenigstens die Animateurin mit. Mit ihr können Sie die Bedürfnisse der Urlauber befriedigen, oder bestimmte Bedürfnisse stimulieren. So wäre es zum Beispiel passend, Hungergefühle vor einem Restaurant zu erregen. Alle anderen Bedürfnisse treten dann für eine Weile in den Hintergrund.

Nicht nur auf die feine Art
Mit dem Spion steht einem dann sogar noch ein Angestellter zur Verfügung, der so etwas wie Ablenkung und Spannung ins Spiel bringt: Mit ihm lassen sich die Gebäude von Konkurrenten auskundschaften, Wanderbaustellen

errichten und fremde Attraktionen sabotieren. Zu guter letzt kann man auch noch gegnerische Angestellte ausschalten, das heißt, mit einem Vorschlaghammer bearbeiten lassen. Vor allem im Multiplayer-Modus kann man damit seine Konkurrenten recht nett ärgern. Dabei müssen Sie aber aufpassen, dass Sie sich zum Beispiel mit der Wanderbaustelle nicht selbst schaden, indem Sie Urlaubern den Weg zu den eigenen Häusern verbauen. Einen Berater können Sie auch noch einstellen. Der kann Prospekte verteilen oder die Attraktivität eines Gebäudes für eine bestimmte Zielgruppe steigern. Ihm ist es auch vorbehalten, die Eintrittspreise zu verändern. Vor allem ist dieser Angestellte aber eher nutzlos. Man sollte lieber in Architekten investieren um schnell viele Gebäude hochzuziehen.