Hitman 3: Contracts (PC-Test)
(von David Skreiner)

Bei einem Mord wurde er angeschossen und schwer verletzt. Mit einer Kugel im Bauch liegt er da, fällt in tiefe Bewusstlosigkeit. Doch er stirbt nicht: Ein ebenfalls namenlos bleibender Mann taucht auf, säubert die Wunde mit Schnaps, fischt die Kugel hervor.

Im Delirium erlebt der Sterbende noch einmal Szenen aus seinem Leben ... tödliche Schlüsselszenen voller Heimtücke, Hinterlist und mörderischem Verrat.

Der glatzköpfige Killer-Klon
"Nummer 47", das ist der einzige Namen, den der Hitman je hatte.

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Der siebenundvierzigste Klon aus den Eperimenten des durchgeknallten Professors Dr. Ort-Meyer.

Fast so rasch wie Fantomas wechselt er die Masken: Als genetisch optimierter Killer-Klon ist Nummer 47 darauf spezialisiert, seine Gegner mit größtmöglicher Arglist und Heimtücke unter die Erde zu bringen.

Unauffällig wie ein Schatten durchdringt er die strengsten Sicherheitsvorkehrungen, trickst seine Gegner aus und entkommt unbemerkt: Der perfekte Attentäter.

Gift, Klingen und Kanonen
Beispiel gefällig? Nummer 47 soll einen britischen Lord und dessen dekadenten Sohn umbringen, die beiden veranstalten nämlich gerade eine Jagdpartie mit menschlichem "Fuchs", also Opfer. Bei den Methoden hat der Hitman die Wahl: Er kann den Senior mit dem Kopfkissen im Schlaf ersticken, dessen Milch-mit-Honig-Schlaftrunk mit Zyanid versetzen oder missbraucht das Kopfkissen als Schalldämpfer. Dann geht's dem

Hitman 3: Contracts - Zum dritten Mal unterwegs! Aber hats der Glatzkopf immer noch drauf?

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Sohnemann an den Kragen: Mit vergiftetem Whiskey geht's am unauffälligsten. Wer auf solche Subtilitäten nicht viel Wert legt, wirft einfach einen Benzinkanister in den Kamin, an dessen unterem Ende der Nachwuchs-Lord am offenen Kaminfeuer sitzt.

Dabei ist Nummer 47 kein Schattenkrieger wie Tom Clancys Geheimagent Fisher, eher ein "altmodischer" Berufskiller. Der Hitman verfügt zwar über Nachtsichtgerät und modernste, ausgesprochen realistische Waffen. Doch nur selten muss Nummer 47 auf High-Tech-Spielzeug zurückgreifen, meist reichen ihm geschickt gewählte Verkleidungen, ein guter Sinn für Timing und ein unauffälliges Mordwerkzeug.
Letzteres kann die Garotte sein, der hauchdünne Würgedraht des Hitman, ein Scharfschützengewehr, ein Fleischerbeil oder schlicht eine Portion Gift ...

Packshot zu Hitman 3: ContractsHitman 3: ContractsErschienen für PC, PS2 und XBox kaufen: Jetzt kaufen:

Was Hitman am deutlichsten von Splinter Cell unterscheidet, ist wohl das Leveldesign: Während man sich bei "Pandora Tomorrow" in typischer Konsolenmanier von Raum zu Raum bewegt, immer hübsch ein Rätsel nach dem anderen löst und immer nur zur jeweils nächsten Tür gelangt, sind die riesigen Hitman-Contracts-Levels frei zugänglich, und gespickt mit misstrauischen Wachen und Schlüsselstellen, an denen der Hitman Script-Sequenzen auslösen oder neue Hilfsmittel finden kann.

Perfektionisten morden lautlos, und fliehen unerkannt
Als echter Profi tötet Nummer 47 möglichst unerkannt. Und er mordet nur, wenn er dafür bezahlt wird! Falls er eine Person ausschalten muss, etwa weil er die Verkleidung braucht, kann er zur Betäubungsspritze greifen, mit der er genau eine (!) Person je Level ins Koma schicken

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kann. Stirbt ein Unschuldiger oder benimmt sich der Hitman zu auffällig, wird's nix mit Top-Wertung und Bonuswaffe. So wirkt Hitman: Contracts geradezu wie eine Sim: Im Verlauf einer Mission laufen verschiedene, ineinander greifende Scripts ab. Klar, man kann oft auch einfach den Ballermann zücken und alles plattmachen, das sich dem glatzköpfigen Killer in den Weg stellt. Oft allerdings ist dies wenig zielführend. So kommt es schon mal vor, dass ein als Fleischer verkleideter Killer ein Schlachterbeil in einem gebratenen Hühnchen versteckt, um an der Wache (die jeden filzt) unbemerkt vorbei zu kommen.

Oder Nummer 47 versetzt die Suppe einer Zielperson mit Abführmittel, schleicht auf die Toilette und wartet dort. Mit der Garotte in der Hand. Einige der Levels bieten dabei mehrere Möglichkeiten, den perfekten Score zu erreichen: Der Anschlag auf einen Triaden-Boss im dunklen Park etwa gelingt in Gärtnerverkleidung mit Rattengift ebenso gut wie vom obersten Stockwerk des angrenzenden Gebäudes aus, mit dem WA2000-Scharfschützengewehr. Ein weiterer Anschlag, ein asiatischer Polizeichef und ein weiterer Triaden-Boss, gelingt, indem Nummer 47 mit perfekten Timing eine Waffe im Lokal versteckt, oder wieder mal mit dem Scharfschützengewehr.Ein Blick auf die Karte ...
Im einfachsten Schwierigkeitsgrad sind interessante Gegenstände und Objekte, etwa Verkleidungen, wichtige Objekte und Schalter, auf der hervorragenden ingame-Karte markiert, ebenso wie die Positionen sämtlicher Personen im Level, und das nach Farben sortiert: Vorbildlich!

Speichern, wer, ich?
Dass man "nur" sieben Savegames pro Level hat, sorgt für Nervenkitzel, so vermeidet Hitman das herkömmliche Trial-and-Error-Gameplay, wie man es von linearen Actionspielen a la Splinter Cell kennt.

Allerdings hat der Schwierigkeits-grad in den höheren Stufen noch deutlich weitreichendere Auswirk-ungen: In der härtesten Stufe sind nur die Zielpersonen auf der Karte erkennbar, der Hitman muss also noch mehr als zuvor auf seien Tarn-ung und das perfekte Timing achten.

Speichern kann man auf der härtesten Stufe auch nicht, ganz wie im richtigen Leben ... das sorgt für Nervenkitzel.

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Der perfekte Mord
Das nichtlineare Leveldesign lässt dem Spieler viele Freiheiten. Wer den perfekten Score, und damit die Bonuswaffen, will, erkundet erst mal ausgiebig den Level und findet heraus, welche Möglichkeiten sich bieten: Gift? Gute Positionen für Scharfschützen? Verkleidungen? Wo patrouillieren die Gegner, wo sind

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ihre Schwachstellen? Oft sind auch "red herrings" ausgelegt, trickreiche Methoden, um hilfreiche NPC-Aktionen auszulösen, die letztlich aber den perfekten Score verhindern. So kann Nummer 47 etwa den Whiskey eines Dockarbeiters vergiften, um dessen Kleidung zu klauen und sich eine mühsame Schleich-Route zu ersparen, dieBonuswaffe für den "perfekten Score ohne unschuldige Opfer" kann er dann allerdings abschreiben.

Dank des komplexen Leveldesigns und der wohldurchdachten Zusammenhänge innerhalb der Mission macht es viel Spaß, eine Mission mehrmals zu erkunden und immer wieder verschiedene Lösungswege auszuprobieren. Wer einfach drauflos ballert, wird wohl meist scheitern und in der Endwertung als "Psychopath" eingestuft. Echte Perfektionisten suchen nach Möglichkeiten, zum "Lautlosen Killer" zu werden ... Nur in wenigen Levels ist das Timing entscheidend, meist kann man sich beim Erforschen Zeit lassen. Diese hohe "Wieder-Spielbarkeit" tröstet ein wenig über den fehlenden Multiplayer-Modus hinweg, der angesichts der Verkleidungs- und Täuschungstaktiken des Hitman wahrscheinlich ohnehin wenig Sinn gemacht hätte.

Angesichts des nonlinearen Designs mit riesigen Innen- und Außenbereichen sowie mehreren unterschiedlichen Lösungsansätzen für jeden der zwölf Level bietet Hitman: Contracts jede Menge Spaß und "Wiederspielbarkeit".

Technik
Das technische Herz des Spiels ist die brandneu überarbeitete Glacier-Engine. Optimale Grafikdarstellung

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inklusive Weichzeichnereffekten und anderen Spielereien bietet die topmoderne Engine allerdings nur mit aktuellen Grafikkarten. Auf unserem Testsystem mit ATI Radeon 9800 und AMD Athlon "XP 2600+"-CPU lief Hitman: Contacts mit allen Details auf Maximum auch in 1600x1200 problemlos, nur bei den (seltenen) Kämpfen kam das Testgerät deutlicher ins Ruckeln. Das ausgezeichnete Grafikmenü erlaubt individuelles "Feintuning" der Darstellung. Etwa die Hälfte der zwölf umfangreichen Missionen ist aus früheren Teilen der Serie bekannt, wurde aber mit weiteren möglichen

Lösungsansätzen und besserer Grafik deutlich verbessert. Ebenfalls neu und hervorragend gelungen ist der Trainingslevel komplett mit Combat-Schießtraining, Scharfschützenanlage und einem SWAT-Team für Schleichübungen. Wer gut spielt, findet hier die Bonuswaffen im Arsenal und kannseine Skills im Combat-Parcours und der Sniper-Anlage perfektionieren oder gleich das SWAT-Team ausschalten ...

Lösungsansätzen und besserer Grafik deutlich verbessert. Ebenfalls neu und hervorragend gelungen ist der Trainingslevel komplett mit Combat-Schießtraining, Scharfschützenanlage und einem SWAT-Team für Schleichübungen. Wer gut spielt, findet hier die Bonuswaffen im Arsenal und kannseine Skills im Combat-Parcours und der Sniper-Anlage perfektionieren oder gleich das SWAT-Team ausschalten ...