Um den Start der sechsten 3DS-Version, dem New 2DS XL, zu begleiten, bringt Nintendo neben Miitopia und einem weiteren Gehirn-Jogging auch ein neues Pikmin-Spiel auf den Markt. Den Verzicht auf die dritte Dimension leben Hardware und Spiel gleichermaßen konsequent.

Hey! Pikmin - Einführungsvideo Nintendo 3DS

Vier Jahre sind seit Pikmin 3 schon wieder vergangen, Zeit für einen Nachfolger. Hey! Pikmin vermeidet aber bewusst die Vier im Titel, schließlich ist es eher ein Spin-off und interpretiert die Grundidee seiner Vorgänger neu. Captain Olimar hat (mal wieder) Ärger mit seinem Raumschiff und rekrutiert (mal wieder) die kleinen Pikmin, um seinen fliegenden Klapperkasten zu reparieren. 30.000 sogenannte Glitzernüsse müssen gesammelt werden, um das Raumschiff wieder flott zu machen. Da die Sammelei in Form einzelner Nüsse ziemlich mühsam wäre, findet ihr wie gehabt auch größere Schätze, die gerne mal einen ganzen Haufen Glitzernüsse wert sind.

Hey! Pikmin - Nur die Smarten kommen aus dem Garten

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Hey! Pikmin im Test: Das kunterbunte Spiel wartet mit etlichen Glitzernüssen auf
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Das Spiel spricht es nicht explizit aus, es ist aber von Anfang an offensichtlich, dass ihr auf der Erde unterwegs seid. Ihr führt den kleinen Helden sowie seine noch kleineren Helfer durch Gärten und Höhlen, die häufig Spuren menschlichen Lebens zeigen. Was für einen Menschen aber nur die Scherben einer kaputten Tasse sind, können Olimar und die Pikmin wunderbar zu einer Brücke verbauen. Olimar selbst ist abermals nicht gerade vielseitig talentiert, er kann im Wesentlichen laufen, die Pikmin zusammenpfeifen, ein wenig klettern und mit seinem Jetpack kurz schweben. Die Hauptarbeit müssen die Pikmin erledigen, die ihr mit dem Stylus durch die Welt scheucht und werft. Sie sammeln dann für euch Glitzernüsse und Baumaterial ein und legen sich mit kuriosen Monsterchen an.

Da bist du platt

Das klingt bisher noch nach den Vorgängern, der größte Unterschied wird jedoch sofort deutlich, wenn ihr das Spiel startet: Aus der 3D-Natur von einst wurde bei Hey! Pikmin eine 2D-Welt – die übrigens auch auf den 3DS-Modellen platt bleibt, denn deren 3D-Modus wird nicht unterstützt. Die 2DS-Fraktion merkt davon freilich nichts. Kurioserweise rächt sich aber bei Hey! Pikmin, dass der Stylus des neuen New 2DS XL ausgesprochen kurz geraten ist. Längeres Spielen fühlt sich unter Umständen nicht sehr komfortabel an.

Von diesem potenziellen Komfortmangel abgesehen, funktioniert die Steuerung gut und einfach, sodass ihr die kleinen Kollegen schnell durch die Gegend dirigiert. In der Regel seid ihr nicht mit allzu vielen Pikmin unterwegs, mit dem Wegfall der dritten Dimension sind auch die schön gestalteten Abschnitte in sich zusammengeschrumpft und die Spielwelt präsentiert sich viel kompakter als in den früheren Teilen. Während die ersten Levels sich dann noch (zu) simpel anfühlen, holt das Spiel im späteren Verlauf noch mehr aus seinem verschlankten Konzept raus. Nach und nach werden Pikmin in insgesamt fünf Farben etabliert, die verschiedene Resistenzen und Talente haben – auch das kennt man aus früheren Teilen.

Zum Glück hat Entwickler Arzest auch den traditionellen Charme der Serie in den Handheld-Ableger gerettet. Das Charakter-Design, die lustigen Sounds und allerlei kurze, aber putzige Zwischensequenzen machen Hey! Pikmin stärker als es spielerisch eigentlich ist. Denn im Grunde bekommt ihr hier ein ziemlich gemütliches Puzzle-Spiel, das nichts wirklich neu oder herausragend macht, aber im Zusammenspiel aus sympathischer Präsentation und schnell verstandenen Spielmechanismen gut funktioniert.