"Blizzard lockt Einsteiger in die Arena, später übernehmen dann Valve und Riot. Win-Win." - Frank Fischer

Die vielen klugen Pläne, die man sich in Irvine ersonnen hatte klingen in der Theorie besser als sie in der Praxis sind. Statt Toxizität herrschen in Heroes of the Storm Stille und Gleichgültigkeit, statt strategischer Finesse entscheidet viel zu oft der Zufall. Alte MOBA-Hasen haben damit absolut keinen Grund, ihr Revier zu verlassen. Für sie gibt es in Heroes of the Storm nichts zu gewinnen.

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Dabei ist Blizzards Genrebeitrag beileibe kein schlechtes Spiel. Angesichts seiner vielen Bau- und Schwachstellen ist es derzeit jedoch auch noch kein sonderlich gutes und das teuerste ist es obendrein. Das ist in diesem Genre verheerend, in dem die Platzhirsche und Dota-Erfinder Guinsoo und IceFrog seit zehn Jahren mit einer Perfektion arbeiten, an die Blizzards zusammengeworfenes Team nicht einmal ansatzweise herankommt.

Die Ironie von der Geschichte: Blizzard wird die Werbetrommel in seiner riesigen Fangemeinde auch weiterhin kräftig rühren und allein über die Verkaufsversionen in den Läden zahlreiche ahnungslose Einsteiger ins Genre bringen. Irgendwann jedoch werden diese Einsteiger zu Fortgeschrittenen, die neue Herausforderungen suchen. Schon klar, wo sie dann landen werden.

Ihr seid neu im Genre? Dann werft einen Blick auf unseren Heroes of the Storm Anfänger-Guide!

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Pro

  • Kostenloser Kartenrücken für Hearthstone und Pet für WoW inklusive
  • Lockt Einsteiger ins MOBA-Genre
  • Schnelle Action für Ungeduldige
  • Fantastische Helden aus den Blizzard-Universen

Contra

  • Fehlender Feinschliff
  • Wenig Tiefgang
  • Schwache Engine
  • Grafisch unter Blizzards Niveau
  • Keine schmerzhaften Konsequenzen für Leaver
  • Zu viel Zufall im Spiel
  • Kein Matchmaking-System jenseits der Hero-League
  • Blizzards Preispolitik

Grafik

Technisch gesehen handelt es sich bei Heroes of the Storm um eine Mod zu StarCraft II. Entsprechend auch die Grafik, mit der Blizzard recht deutlich hinter der Konkurrenz zurückbleibt.

Sound

Angesichts der vielen Legenden, die in Heroes of the Storm unterwegs sind, punktet Blizzard insbesondere bei der Sprachausgabe. Abzüge gibt es allerdings für die relativ unspektakulären Rhythmen sowie den fehlenden Voice-Chat.

Gameplay

Heroes of the Storm bietet vergleichsweise kurze, knackige Matches, bei denen es direkt zur Sache geht. Leider spielt der Zufall mangels Tiefgang und ordentlicher Matchmaking-Routinen oftmals eine allzu große Rolle.

Multiplayer

Im Idealfall und um frustreiche Momente zu vermeiden, spielt man Heroes of the Storm von Beginn an mit vier Freunden. Die zufällig zugeteilten Mitspieler sind zwar tatsächlich weniger toxisch als bei anderen Spielen dieser Art, jedoch oft auch unerträglich schlecht.