Mit Heroes of the Storm will Blizzard auch all jene ins Genre holen, die mit Spielen wie Dota 2, League of Legends nichts anfangen können, weil dort die Einstiegshürden zu hoch sind. Doch auch für Heroes of the Storm sollte man ein paar Grundlagen kennen, bevor man loslegt. Wir haben die Wichtigsten für euch in diesem Anfänger-Guide zusammengestellt.

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Was ist eigentlich ein MOBA

Mit dem Begriff MOBA haut mittlerweile jeder um sich, oft ohne zu wissen, was eigentlich dahinter steckt. Multiplayer Online Battle Arena nämlich - ein Spiel also, in dem Teams in einem begrenzten Areal gegeneinander antreten. Der Begriff soll von Guinsoo stammen, einem der Entwickler der Warcraft-3-Mod Defense of the Ancients, auch als DotA bekannt.

Der erfolgreichste Vertreter des MOBA-Genres ist heute League of Legends, das bereits um einige Elemente des ursprünglichen Konzepts erleichtert wurde. Dota 2 hingegen gleicht dem Orginial vom Regelwerk her wie ein Ei dem anderen und gilt daher neben Heroes of Newerth als komplexestes MOBA-Game. An dritter Stelle rangiert mittlerweile SMITE, ein MOBA-Shooter-Hybrid-Game.

Heroes of the Storm - Der perfekte Guide für blutige Anfänger

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Raynor ist bereit für ein neues Match. Leider weiß man als Solist nie, ob die Partyzusammenstellung funktioniert.
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Heroes of the Storm Anfänger-Guide: Echtzeitstrategie, nur ohne Aufbauphase

Obwohl nun Blizzard sein Heroes of the Storm als ‘Arena Brawler’ bezeichnet, ist es im Kern doch ein MOBA-Game und aller Voraussicht nach wird sich diese Bezeichnung auch weiterhin halten. Denn: Wie in jedem anderen Spiel dieser Gattung, steuert man in Heroes of the Storm vorwiegend einen einzelnen Charakter in einer Umgebung, wie man sie aus Echtzeitstrategiespielen (RTS) wie Command & Conquer oder Warcraft 1-3 kennt.

Doch anders als im RTS-Genre ist die eigene Basis in den MOBA-Games bereits voll ausgebaut und schickt in regelmäßigen Abständen Truppen über mehrere vordefinierte Pfade, sogenannte ‘Lanes’, in Richtung der feindlichen Stellungen. Ziel des Spiels ist es nun, diese Truppen mit seinen Team-Kollegen derart zu verstärken, dass das gegnerische Hauptgebäude fällt. Selbstredend, dass das gegnerische Team genau das selbe Ziel hat und gleichzeitig unseren Vormarsch stoppen möchte.

Packshot zu Heroes of the StormHeroes of the StormErschienen für PC

Der Aufbau des Schlachtfelds

Um den Vormarsch der Armeen etwas zu bremsen, haben die Entwickler Verteidigungstürme in den Weg gestellt. Die greifen die feindliche Truppen und Spieler an und teilen nicht selten einen ordentlichen Schaden aus. Doch auch abseits der ‘Lanes’ gibt es Pfade - im sogenannten Dschungel. Dort stehen diverse neutrale Kreaturen unterschiedlicher Stärke in ihren ‘Camps’.

Sterben diese Kreaturen, fällt, ebenso wie bei den gegnerischen Truppen auf der ‘Lane’ oder den feindlichen Helden, eine Portion Erfahrung ab. Dieser Erfahrungszuwachs führt dazu, dass die Helden im Level aufsteigen, stärker werden und gegebenenfalls neue aktive oder passive Eigenschaften bekommen - ‘Skills’ genannt.

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Um in die Heldenliga vorzustoßen und damit ein Matchmaking genießen zu können, muss man erst Stufe 30 werden und zehn Helden freigespielt haben.
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Ein PvP-Lobby-Game

Ein MOBA ist demnach also eine Mischung aus Echtzeitstrategiespiel und Rollenspiel - ähnlich der Helden-Elemente aus Warcraft 3, von denen das Konzept nicht zuletzt auch in DotA übernommen wurde. Die im Match erworbenen Level werden nicht in die nächste Runde übernommen - das Schlachtfeld wird dann komplett resettet und alle Helden starten wieder von vorne.

Zwischen den Matches bietet jeder Genrevertreter unterschiedliche Möglichkeiten. In einigen muss man neue Helden freischalten, andere bieten die komplette Heldenpalette von Anfang an. Außerdem werden dort die ‘Skins’ verwaltet, die jedoch allesamt rein kosmetische Aufgaben erfüllen, sich also nicht auf die Stärke der Helden im Spiel auswirken. So viel zu den Grundsätzen der MOBA-Games im Allgemeinen.

Die Eigenschaften von Heroes of the Storm im Besonderen

Nach vermutlich reiflicher Überlegung hat man sich bei Blizzard entschlossen, oben genannte Grundsätze beizubehalten und an einigen Details zu schrauben, vor allem auch Elemente zu streichen, die bei anderen Genrevertretern noch nötig sind. Der in dieser Hinsicht wohl entscheidendste Unterschied: In anderen MOBA-Games kauft man während der Matches Gegenstände und Waffen vom verdienten Gold. In Heroes of the Storm hingegen gibt es kein Gold und folglich auch nichts, was sich dafür kaufen ließe.

Stattdessen bringt Blizzard Talente ins Spiel, aus denen man ab und zu beim Aufstieg eines auswählen kann. Insbesondere der ‘Ultimate’ ist wichtig, den die Helden mit Level 10 bekommen. Dieser Skill zeichnet sich durch eine hohe Abklingzeit aus und dadurch, dass er einen besonders starken Einfluss auf den Spielverlauf und auf Teamkämpfe haben kann - ob nun durch Schaden, durch Heilung oder auf die eine oder andere verrückte Art und Weise.

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Auch in den Dranchengärten kommt es darauf an, die Events für sich zu nutzen, hier den Drachenritter zu steuern.
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Die Sache mit den zwei Ultimate-Skills

Der Clou in Heroes of the Storm: Sobald man den entsprechenden Helden oft genug gespielt hat, stehen einige zusätzliche Talente sowie ein zweiter ‘Ultimate’ als Alternativen zur Auswahl. Blizzard möchte dem Spieler damit die Möglichkeit geben, sich an den Helden zu gewöhnen, bevor man ihn mit zu vielen Optionen verwirrt. In der Community ist dieses Vorgehen allerdings umstritten, da sich einige Spieler wesentlicher Möglichkeiten der Helden beraubt und damit im Nachteil sehen.

Während Dota 2 und LoL vor allem auf einer einzigen Karte gespielt werden, will Blizzard für etwas mehr Abwechslung sorgen und hat sich entsprechend gleich mehrere Schlachtfelder ausgedacht, von denen zu jedem Match eines zufällig ausgewählt wird. Diese Karten folgen allesamt den gleichen Naturgesetzen, haben die Lanes, die marschierenden Truppen sowie die Kreaturen im Wald.

Neutralität war gestern - heute kämpft der Wald für uns!

Letztere kann man in Heroes of the Storm nicht töten - man besiegt sie nur und bringt sie dazu, dass sie sich automatisch den Truppen auf der ‘Lane’ anschließen. Ein wesentliches Element in Heroes of the Storm, da man so dafür sorgen kann, dass der Vormarsch der eigenen Truppen Fahrt aufnimmt, dass die ‘Lanes pushen’ während man selbst die gegnerischen Helden beschäftigt.

Außer den neutralen Truppen gibt es im Dschungel noch ‘Events’, die von Karte zu Karte unterschiedlich sind. Meist muss das Team etwas töten, sammeln oder abliefern, um eine Aktion auszulösen, die entscheidend zum Sieg beitragen kann. Wo genau diese Events stattfinden wird zumeist auf der Minimap, der kleinen Karte am unteren Bildschirmrand, angezeigt. Welche Events es konkret gibt und wie sie funktionieren, erklären wir später noch in einem eigenen Guide.

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Das Team ist bereit - leider fehlt ein Tank und damit die Möglichkeit, Teamfights wirklich effektiv anzugehen.
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Augen auf, das hilft beim Sehen!

Apropos Minimap. Diese Funktion stammt ebenfalls aus dem Genre der Echtzeitstrategiespiele und ist für einen erfolgreichen MOBA-Spieler unerlässlich. Auf der Minimap kann man in komprimierter Form verfolgen, was auf dem gesamten Schlachtfeld passiert - sofern es nicht vom ‘fog of war’, vom Nebel des Krieges, verdeckt wird.

Gute Spieler entnehmen der Minimap wichtige Informationen, die Einsteigern oft verschlossen bleiben. Das führt nicht selten dazu, dass Profis des Map-Hackings beschuldigt werden, weil sie sich just in dem Moment zurückziehen, in dem man sie aus dem Hinterhalt überfallen will. Tatsächlich gibt es dafür meist eine natürliche Erklärung, denn ein Profi zieht oft auch aus den Dingen, die er auf der Minimap eben nicht sieht, die richtigen Schlüsse.

Teamplay first!

Zudem es in Heroes of the Storm auch generell nicht sonderlich gesund ist, zu lange allein unterwegs zu sein. Nicht nur ist man im Team sicherer und kann im Falle eines Feindkontaktes das volle Potential der Gruppe ausschöpfen, man kann auch eher mal eines der neutralen Camps drehen oder den Gegner davon abhalten, die Events zu absolvieren.

Außerdem: Während man in anderen MOBA-Games seinen eigenen Erfahrungspunktepool hat und alleine möglicherweise schneller leveln und Geld sammeln kann, hat das Team in Heroes of the Storm einen gemeinsamen Pool an Erfahrungspunkten. Das komplette Team steigt damit gleichzeitig auf, was insbesondere bei Erreichen von Stufe 10 und damit der Freischaltung aller Ultimate-Skills den kompletten Spielverlauf verändern kann. Bevor man sich auf einen Teamkampf einlässt, sollte man also unbedingt den XP-Balken der Feinde sowie seinen eigenen im Auge haben.

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Die Brunnen hat man aus Warcraft 3 mitgebracht - an ihnen kann sich der Held sein Mana und seine Lebenspunkte auffrischen.
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“Don’t steal my creeps!”

Ebenfalls ein Element, das Blizzard nicht in Heroes of the Storm übernommen hat, ist das ‘Lasthitten. Während es in anderen MOBA-Games wichtig ist, den letzten Schlag auf eine sterbende Kreatur auszuführen, um mehr Gold und Erfahrung zu sammeln, muss man bei Heroes of the Storm nur in der Nähe stehen. Das gilt auch für jene passive Skills in HotS, die sich entsprechend der getöteten Kreaturen aufbauen. Dabei sein ist alles. Ach ja - und das Meucheln eigener Kreaturen oder Türme, um dem Gegner Gold und Erfahrung zu entziehen, ist bei Blizzards Variante auch nicht möglich.

Neu dabei sind dafür Mounts, die ähnlich funktionieren wie in einem MMORPG. Wer Schaden nimmt, sitzt ab. Wer glaubt, in die Basis zu müssen, kann außerdem teleportieren, um im Zentrum zu regenerieren. Für kleinere Portionen an Leben und Mana, stehen hier und da Heilbrunnen - fast wie in Warcraft 3. Das alles sollte man mit Bedacht einsetzen und auf die Lebenspunkte achten, denn je nach Stufe muss Spieler bis zu 30 Sekunden aussetzen und verpasst so möglicherweise seinen großen Einsatz im Teamkampf.

gl & hf

So viel zu den Basics von Heroes of the Storm. Mehr über die einzelnen Helden und deren Rollen, über die Maps und ihre Events sowie wichtigsten Tricks für Fortgeschrittene und Profis könnt ihr bald in unseren nächsten Guides lesen. Bis dahin - good luck and have fun!