Was macht man, wenn man mit Diablo 2 eines der erfolgreichsten und beliebtesten Spiele aller Zeiten entwickelt hat? Klar, man kopiert sich einfach so oft selbst, bis auch der letzte Tropfen Leben aus der einstmals guten Idee geschröpft wurde und das Genre vor dem kreativen Kollaps steht. Oder man arbeitet bei den Flagship Studios, bildet mit einem Haufen Ex-Blizzard-Mitarbeiter die Garde der Entwicklerelite und bastelt an einem Spiel namens Hellgate: London.

Mit einem cleveren Mix aus Altbewährtem, frischen Ideen und verschiedensten Genrezutaten soll der höllische Online-Titel ein für alle mal klar stellen, wer in punkto Action-RPGs die Nase vorn hat. Die Rezeptur: Elemente aus MMORPG, Hack & Slay und Ego-Shooter gepaart mit den üblichen Sammelsucht-Prinzipien und Top-Grafik. Das kann nur ein Hit werden? Wir sagen warum.

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Hölle! Hölle! Hölle!
Schon beim Thema Story macht der Flagship-Titel keine Gefangenen: Waren es in Diablo 1 noch eine mickrige Kathedrale und im Nachfolger einige wenige Landstriche, befindet sich in Hellgate: London gleich die gesamte Menschheit am Rande der Existenz. Im Jahr 2020 öffnet sich im Londoner Untergrund ein Tor zur Hölle. Wie ein Insektenschwarm fallen gewaltige Armeen diabolischer Kreaturen und Dämonen über alles Lebende her, verbreiten Schmerz, Vernichtung und Tod. Die Waffen der Menschen zeigen keinerlei Wirkung auf das Böse. In nur wenigen Wochen werden die mächtigsten Nationen und Völker unserer Erde völlig ausgelöscht.

Hellgate: Global - Das neue Action-RPG der Diablo-Macher: Alle Infos in unserem Preview.

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Haste mal Feuer? Dämonen sollte man besser nicht zu nah kommen.
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Soweit die, wenig hoffnungsvolle, Ausgangslage. 18 Jahre nach der Katastrophe formiert sich unter den wenigen Überlebenden der Widerstand. Gewappnet mit der arkanen Macht der alten Tage und neuen, schlagkräftigen Waffen macht ihr euch als unerschrockener Krieger auf, den Frieden wieder herzustellen und das Fortbestehen der Menschen zu sichern - dort wo alles begann: In den völlig zerstörten Ruinen Londons.

Kabale und Liebe
Da so ein Krieg ums Überleben nicht mit Stöcken und Steinen gewonnen werden kann, zieht ihr, wie es sich für ein deftiges Action-RPG gehört, als hoch technisierte Ein-Mann-Armee in die Schlacht. Derzeit stehen euch dafür drei kampfstarke Klassen zur Wahl. Die Templer, Nachfahren der legendären Tempelritter des Mittelalters, stehen als stark gepanzerte Nahkämpfer generell an vorderster Front und arbeiten am liebsten mit dem Schwert oder schützen Gruppenmitglieder mit ihren heiligen Auren.

Packshot zu Hellgate: GlobalHellgate: GlobalErschienen für PC

Kabalisten hingegen nutzen die Kraft der Magie. Mit mächtigen Zaubersprüchen machen sie in sekundenschnelle ganze Gegnerhorden dem Erdboden gleich oder beschwören ihrerseits einen Dämon, der ihnen den Rücken freihält. Die letzte der zum jetzigen Zeitpunkt angekündigten Klassen ist der Jäger. Diese Fernkampfspezialisten sind erstklassige Schützen und versierte Techniker zugleich.

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Der Rambo unter den Londoner Helden: Templer sind die Nahkampfklasse des Spiels.
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Um seinen Recken besser nach den eigenen Vorlieben gestalten zu können, spendieren die Flagship-Jungs jeder Klasse noch zwei Unterklassen, die für eine leicht differenzierte Spielweise stehen. So lässt sich der Templer zum Beispiel zum Schwertmeister ausbilden, einem offensiven Kämpfer mit gewaltigen Attacken, oder zum Beschützer, einem defensiven Krieger der besonders viel einstecken kann. Mit diesem Prinzip möchte man für genügend Vielfalt sorgen und umgeht gleichzeitig verwirrende Fähigkeitenbäume.

Dennoch ist auch in Hellgate: London der Ausbau des eigenen Charakters über bestimmte Skills immens wichtig. Ohne die Verbesserungen und Talente sieht man im späteren Spielverlauf ziemlich alt aus. So erhöht man beispielsweise die Treffergenauigkeit seiner Angriffe, Kabalisten beschwören noch größere Begleiter und selbst die Stärke dieser Pets lässt sich weiter ausbauen.

Wie es der Zufall will
Eure Weltenretterkarriere startet verhältnismäßig unspektakulär - unter der Erde. Dort, in alten Schutzbunkern oder U-Bahn-Stationen, befinden sich die letzten Rückzugspunkte der Menschen. In diesen Lobbys trefft ihr auf andere Mitspieler, betreibt Handel, verwaltet euer Inventar oder bringt eure Quests auf den aktuellsten Stand. Außerdem findet man hier möglicherweise furchtlose Gruppenspieler, die mit euch besonders harte Gegner und Aufgaben angehen.

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Hier im Bild: das überarbeitete Inventar.
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Von hier aus begebt ihr euch in die zerstörten Gassen Londons. Diese sind - entsprechend der gängigen MMO-Norm - vollständig instanziert. Will heißen: Von den jeweiligen Gebieten wird eine Kopie erstellt, die ihr dann allein oder im Team erkunden könnt, ohne dabei mit anderen Spielern ins Gerangel um den dicksten Gegner oder den epischsten Gegenstand zu kommen. Zudem werden die Zonen in Hellgate: London allesamt zufallsgeneriert - ebenso wie die darin befindlichen Gegner und Items. Sogar das Wetter und die Farbgebung der Umgebung obliegen der Wahl des Zufallsgenerators - so erhöht sich der Wiederspielwert immens.

Übrigens sind die Aufträge in drei Unterkategorien aufgeteilt: Kleine Tasks entsprechen den üblichen "Bringe X zu Y"-Aufgaben, die relativ schnell abgewickelt werden können. Größere Quests sollen hingegen fest mit der Hintergrundgeschichte verwoben sein und sogar Einfluss auf deren Verlauf nehmen. Events hingegen sind zufällige Ereignisse, die man optional erledigen kann. So gilt es zum Beispiel wichtige NPCs zu befreien, die während eurer Abwesenheit entführt wurden, oder ein gestohlenes Artefakt zurück zu erobern. Als Belohnung winkt dann besonders fette Beute.

Ballern, juchhe, mit WASD
Wer nun meint, während der Missionen würde Hellgate: London die Hack & Slay-üblichen Klickorgien zelebrieren, liegt weitestgehend falsch. Stattdessen kommen hier die eingangs erwähnten Shooter-Elemente zum Tragen. Dank des gelungenen Sci-Fi-Settings greifen eure Recken auf ein umfangreiches Arsenal todbringender Meinungsverstärker zurück - Fans zünftiger Ballereien dürften also ihre helle Freude haben. Gesteuert wird genretypisch per WASD-Tasten sowie aus der Third Person-Perspektive. Selbst die First Person-Ansicht ist möglich, je nach Vorliebe lässt sich der Sichtmodus selbst wählen.

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Je nach Vorlieben lässt sich Hellgate: London auch in der Ego-Perspektive spielen.
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Dennoch kommt es hierbei weniger auf eure Fähigkeiten im Umgang mit der Maus an, sondern vielmehr auf den Ausbau eurer Talente. Wie in einem Rollenspiel wird ein eventueller Treffer anhand von Werten wie Präzision und Genauigkeit berechnet. Zwar zielt ihr auf eure Gegner, müsst aber nicht punktgenau treffen. Stattdessen reicht es, das Zielkreuz in die ungefähre Richtung des Gegners zu richten, die Projektile suchen sich dann ihren Weg - so werden auch Action-Neulinge nicht überfordert.

Business Class Zocking
Mittlerweile gibt es übrigens taufrische Informationen zu den Modalitäten des Multiplayer-Modus. Zunächst wird im Online-Bereich generell zwischen "normalen" Kunden und Elitekunden unterschieden. Während sich Erstgenannte ohne finanzielle Belastung durch London schlagen dürfen, müssen Elitekunden 9,95 Dollar pro Monat berappen, erhalten dafür aber zusätzliche Vorteile: So müssen diese Spieler keinerlei Warteschlangen beim Betreten der Server in Kauf nehmen und dürfen sich gegenüber Nicht-Elitekunden vordrängeln. Außerdem steht ihnen eine "Rund um die Uhr"-Betreuung in Form von Telefon- und Internetsupport zur Verfügung.

Darüber hinaus winken Vorteile im Spiel selbst: Elitekunden haben beispielsweise viermal so viele Charakterplätze und können mit 40 Items doppelt so viele Gegenstände lagern wie Nichtelite-Kunden. Durch spezielle Rüstungen bzw. Ausrüstung werden sich Elitecharaktere deutlich von allen anderen Charakteren absetzen. Entlegene Gebiete Londons können von Elitekunden bequem per VIP-Shuttle erreicht werden. Auch die Gründung bzw. der Erwerb von Gilden und Spielerhäusern steht lediglich zahlenden Kunden zu.

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Neben allerlei schweren Waffen kommen natürlich auch traditionelle Schwerter zu Einsatz.
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Die monatlichen Einnahmen will Flagship nach eigener Aussage für die Entwicklung weiterer Inhalte und besseren Support nutzen - etwa 40 Prozent des Teams würde sich nach dem Release ausschließlich dieser Aufgaben widmen. Jeden Monat sollen entweder zwei kleinere oder ein größeres Update für den Multiplayer-Part von Hellgate: London erscheinen. Unter anderem können so neue Gegenden, Items, Gegner und möglicherweise sogar Charakterklassen implementiert werden, die es nicht ins ursprüngliche Spiel geschafft haben.

Ungeklärt bleibt die Frage, ob "normale" Kunden durch dieses Modell irgendwann ins Hintertreffen gegenüber Elite-Nutzern geraten oder gleichwertige Inhalte geboten bekommen. Schließlich weiß man noch nicht genau, ob die monatlichen Updates für beide Spielergruppen zugänglich sind. Im schlechtesten Fall könnte so eine Zwei-Klassen-Gesellschaft auf den Hellgate-Servern entstehen, in der finanziell besser betuchte Spieler bevorteilt sind. Da ein LAN-Modus nicht geplant ist, fehlt außerdem eine Offline-Mehrspieler-Alternative.