Jaha – wir spielen immer noch Hellgate. Sogar Kollege Grimm, der eigentlich bereits Ende Oktober letzten Jahres mit dem Erstlingswerk der Flagship Studios abgeschlossen hatte, wird immer mal wieder zum Daddeln verdonnert. Grund: Der lang ersehnte Patch 1.0 ist endlich da. Natürlich nicht ohne Verschiebungen, nicht ohne übersehene und neu geschaffene Bugs – aber auch nicht ohne Spieler, die Hellgate 1.0 eigentlich ganz geil finden. Mehr als genug Gründe für uns, einen ausführlichen Blick auf den neuen Patch zu werfen und euch zu sagen, wie sich Hellgate: London dadurch verändert hat.

Hellgate: Global - Trailer: There is no Cow Level - but a Cow Room44 weitere Videos

Die Geschichte des „Stonehenge Content Updates“ (so die offizielle Bezeichnung) begann bereits kurz nach Erscheinen von Hellgate: London im November 2007. Schnell kündigten die Flagship Studios neue Inhalte für zahlende Abonnenten (Subscriber) an – das neue Outdoor-Areal Stonehenge plus vieler weiterer Nettigkeiten. Ursprünglich sollte der Patch bereits im Dezember erscheinen, wurde aber schnell auf Januar 2008 verschoben.

Hellgate: Global - Patch 1.0 ist da - und dennoch fehlt noch viel zu viel. Eine Bestandsaufnahme.

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Mann ist der dick, Mann: Die Monolithen in Stonehenge sind wahrhaft beeindruckend.
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Entsprechend groß war die Freude unter den Spielern, als mit dem 21.1.08 endlich ein genaues Datum fest stand. Leider währte die Freude nicht lange, denn auf Grund kurzfristig aufgetretener Bugs musste Flagship den Patch einen weiteren Tag verschieben. Erst am 22. Januar war es endlich so weit. Aber was ändert sich wirklich? Bringen die Änderungen genug frischen Wind, um neue Spieler zu begeistern – und die bestehende Community zu halten? Wir haben uns durchgekämpft.

Picknick im Grünen – Hinkelsteine inklusive

Größte Neuerung mit Patch 1.0 ist das Gebiet „Stonehenge“, das der berühmten Steinformation in England nachempfunden ist. Dort warten neue Gebiete, NPC’s, Gegner und Gegenstände auf euch. Der Zugang befindet sich in der Templer-Basis, von dort gelangt ihr über ein Portal ins Grüne. Ein Besuch von „SH“ – so die „liebevolle“ Abkürzung – lohnt sich unabhängig vom Level eures Charakters: Alle Gegner passen sich eurer Erfahrungsstufe an.

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Hat da jemand "Thunderbluff" gesagt? Stonehenge erinnert mehr als ein Bisschen an die Tauren-Hauptstadt.
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Das Wichtigste zuerst: Das gesamte Stonehenge-Areal ist nur für zahlende Abonnenten zugänglich. Wer nur einen „normalen“ Account besitzt, kommt nicht in den Genuss der neuen Gebiete, Monster und Gegenstände. Stonehenge lässt sich grundsätzlich in drei neue Gebiete aufteilen: In „Wake Hollow“ finden sich neben den üblichen Gegnerhorden auch vier Durchgänge in besondere Bereiche („Caste Caves“), wo sich jeweils ein Bossgegner einer bestimmten Klasse verbirgt. Bevor man dort allerdings eingelassen wird, müssen erst jeweils fünf Essenzen der passenden Sorte gesammelt werden – um beispielsweise den Oberdämon erledigen zu können, müsst ihr euch also zunächst fünf Dämonen-Essenzen besorgen.

Wichtig ist dabei, dass die Essenzen nach Betreten der Instanz verschwinden. Wer den dort residierenden Boss also ein zweites oder drittes Mal erledigen möchte, hat erneut etwas „Arbeit“ vor sich. Das könnt ihr ruhig wörtlich nehmen, denn Essenzen bekommt ihr nur von Bossen der jeweiligen Klasse. Dazu gehören sowohl alle Gegner mit einem festen Namen („Big Ben“, „Abaddon“, „Shulgoth“ etc.) als auch blaue (rare) bzw. gelbe (epische) Monster.

Die Drop-Chance liegt im Moment bei 15 % - unabhängig von Klasse und Typ der Gegner. Mit Patch 1.1 (auf dem Testserver bereits verfügbar, dort kommt ihr aber nur mir einem US-Account hin) wird diese wohl auf 20 % angehoben, da viele Spieler sich über das „Farmen“ der Essenzen beschwert haben. Erschwerend kommt übrigens hinzu, dass die Essenzen an den Schwierigkeitsgrad gebunden sind, in dem ihr sie findet. Wer als also vier Stück auf „Albtraum“ („Nightmare“) und eine auf „Normal“ einsteckt, kann die „Caste Caves“ nicht betreten.

Schafft ihr es, ausreichend Essenzen zu sammeln und den jeweiligen Klassen-Boss in die ewige Kanalisation zu schicken, dürft ihr euch am Stonehenge-Oberboss Moloch versuchen. Dieser wartet in einem separaten Areal („Molochs Lair“) auf euch, das erst mit den vier Köpfen der Klassen-Besten im Gepäck begehbar wird.

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Fett: Die neuen Waffen sehen zumindest schon mal geil aus.
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Das dritte Stonehenge-Gebiet, genannt „Wildnis“ („The Wild“), wurde speziell für Gruppen geschaffen. Die Gegner dort sind unabhängig von der Größe eurer Gruppe deutlich mächtiger als in den übrigen Gebieten. Sich dort alleine durchschlagen zu wollen, ist übrigens nicht nur äußerst schwierig, sondern auch weitestgehend sinnlos: Die Gegner sind zwar deutlich stärker, geben aber nicht mehr Erfahrung als ihre schwächeren Brüder in den anderen Gebieten.

Änderungen für Arme

Aber nicht nur zahlende Subscriber sollen von Patch 1.0 profitieren – auch auf „Normalos“ warten einige Änderungen. Neben so netten Features wie einer PvP-Arena, verbesserten Nahkampf-Animationen und größerem Erfahrungsbonus in der Gruppe hat Flagship vor allem an den Fähigkeiten einiger Klassen mächtig geschraubt. Besonders der Evoker (Kampfmagier) wurde kräftig überarbeitet. Kaum eine Fähigkeit, an der nicht gebastelt wurde.

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An den Fähigkeiten der Charaktere hat Flagship kräftig gefeilt.
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Auch beim Guardian (Hüter) gab es einige Änderungen, speziell die Auren wurden runderneuert. Damit „alte“ Charaktere nach diesen Änderungen nicht unbrauchbar werden, spendieren die Entwickler allen Kampfmagiern und Hütern, sowie allen Charakteren auf Subscriber-Accounts die Möglichkeit zur Rücksetzung aller Fähigkeiten. Das funktioniert allerdings nur ein einziges Mal und will demnach gut überlegt sein.

Gute und schlechte Nachrichten für alle, die ihre Ausrüstung gerne mit der Nanoschmiede verbessern. Einerseits – und das ist die gute Nachricht – kann jeder Gegenstand nun zehn Mal statt wie bisher fünf Mal aufgerüstet werden. Allerdings sind ab sofort zusätzlich zu den Einzelteilen so genannte „Nano Shards“ notwendig – und zwar bei jedem zusätzlichen Upgrade mehr davon. Die Shards gewinnt ihr wie die restlichen Zutaten beim Zerkleinern von Gegenständen – allerdings sind sie sehr selten und purzeln fast nur aus blauen und noch hochwertigeren Gegenständen.

Da fehlt doch was!?

Leider hat es Flagship auch mit Patch 1.0 nicht geschafft, einige dringend notwendige und von den Spielern vehement geforderte Features in Hellgate zu integrieren. So sucht man auch nach dem großen Update ein Auktionshaus ebenso vergeblich wie das Ingame-Postsystem, mit dem man sich endlich Gegenstände bequem schicken könnte. Fast genauso ärgerlich: Die „Truhe“ (Schließfach) ist weiterhin charaktergebunden und erlaubt nicht den gemeinsamen Zugriff aller Charaktere eines Accounts – es darf also dank ebenfalls fehlendem Postsystem weiterhin fleißig gemult werden. Diablo 2 lässt grüßen.

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Was das ist? Keine Ahnung - aber irgendwie fanden wir das Bild cool.
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Auch der „Würfel“, der bereits vor Patch 1.0 allen Subscribern zur Verfügung stand, dient weiterhin fast ausschließlich als erweitertes Inventar. Grund: Die „Rezepte“ sind nach wie vor auf das Herstellen einiger Verbrauchswaren beschränkt, die Lebens- oder Energiepunkte wiederherstellen oder eure Resistenzen erhöhen. Wirklich sinnvolle Dinge können nicht hergestellt werden. Dabei bietet doch gerade das große Vorbild Diablo 2 eine Menge Inspiration…

Kontrovers diskutiert wird auch der Schritt in Richtung MMO, den man mit Stonehenge zweifelsfrei geht: Das Farmen der Essenzen erinnert an WoW & Co, und auch der Zwang zum Gruppenspiel in einigen neuen Gebieten (Wildnis) stellt eine Abkehr vom klassischen Action-Rollenspiel dar.

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Da hilft aud die Weihnachtsmütze nicht: Mit Level 50 wird Hellgate ziemlich öde.
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Außerdem fehlt weiterhin ein brauchbares „Endgame“ – wer das Maximal-Level von 50 erreicht hat, bekommt weder Quests noch abwechslungsreiche Handlungsmöglichkeiten geboten. Erschwerend kommt hinzu, dass der Albtraum-Schwierigkeitsgrad weiterhin Schwächen aufweist. Obwohl das Auftreten von erheblich zu starken Gegnern mittlerweile nahezu vollständig behoben ist, trüben völlig unsinnige Drops den Spielspaß. So kommt es beispielsweise vor, dass Gegner Gegenstände fallen lassen, die ihr an gleicher Stelle im normalen Schwierigkeitsgrad bereits bekommen habt. Und wer möchte mit Level 45 schon mit einem Level-20-Schwert herumfuchteln?

Fazit: Wirklich fertig erst mit Patch 2.0?

Obwohl man den Flagship Studios zu Gute halten muss, konsequent an Hellgate: London zu werkeln - das Spiel ist auch mit Patch 1.0 noch lange nicht wirklich fertig. Zu viele dringend notwendige Features (Auktionshaus, Postsystem, Würfel-Rezepte, geteiltes Schließfach etc.) fehlen noch – und hätten doch eigentlich schon bei Release integriert sein müssen. Die neuen Stonehenge-Gebiete halten zwar für eine Zeit Abwechslung bereit, ersetzen aber nicht die fehlenden Endgame-Inhalte für Spieler der Stufe 50.

Während die Entwickler bereits am nächsten Patch mit der Versionsnummer 1.1 sitzen (nur Bugfixes und andere kleine Änderungen), hoffen wir auf eine baldige Integration der wichtigen neuen Features – dann ist Hellgate endlich das Spiel, das es schon immer hätte sein sollen.

Aber schließlich war auch das Web erst in Version 2.0 so richtig komplett.