Wir schreiben das Jahr 2048 und auf der Erde brodeln immer noch jede Menge Konfliktherde. Zu diesem Zeitpunkt haben sich jedoch bereits alle multinationalen Organisationen wie UNO oder NATO aufgelöst und die Kriege werden von Söldnertruppen ausgefochten, die von mysteriösen Organisationen wie "Mantel Global Industries" bereitgestellt werden.

In dem Ego-Shooter Haze schlüpft ihr dabei in die Rolle eines gewissen Sergeant Shane Carpenter, der einer südamerikanischen Terrorgruppe auf den Hals gehetzt wird. Wie sich aber bald herausstellt, ist nicht nur alles anders, als es auf den ersten Blick scheint, man merkt dem PS3-exklusiven Actionspiel des britischen Entwicklers Free Radical auch die PS2-Vergangenheit des Unternehmens (Time Splitters-Serie) irgendwie an.

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Das mag zwar ein wenig gemein klingen, doch gerade bei einem Shooter ist das Äußerliche, also Aufmachung und Präsentation, von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

Haze - Das hat die PS3 nicht verdient: Der maue Belanglos-Shooter langweilt mit schnöder Optik.

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Im Nektarmodus verbessern sich eure Körperfunktionen und die Feinderkennung.
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Leider besticht Haze über die gesamte Spielzeit von ca. sieben bis acht Stunden mit einem eher drögen Spiel- und Leveldesign und größtenteils langweiligen Szenarien. Mal kämpft man sich durch Dschungelgebiete, Betonbunker, Stahlwerke oder durch ein ausrangiertes Schiff und bekommt dabei nur selten mehr zu sehen, als grau-braunes Texturen-Einerlei.

Enttäuschte Erwartungen

Das mit viel Brimborium angekündigte Game kann die Erwartungen zu keinem Zeitpunkt erfüllen - erst recht nicht, wenn man bedenkt, dass hier ein PS3-Exklusivtitel produziert wurde. Vergleicht man allein die Optik mit Spielen wie Heavenly Sword, kann man stellenweise kaum glauben, dass es sich dabei um dieselbe Plattform handelt. Alles wirkt altbacken und steril, nur selten kommen überhaupt Überraschungsmomente auf.

Haze - Das hat die PS3 nicht verdient: Der maue Belanglos-Shooter langweilt mit schnöder Optik.

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Wer hat grau-braun gesagt? Das ist auch gelb dabei!
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Seien es nun die detailarme Grafik, das lineare Leveldesign aus der Vorzeit oder die im Vorfeld groß bejubelte Story - es wirkt einfach uninspiriert, farb- und leblos. Letztere wird in den Zwischensequenzen überaus zäh vermittelt. Langatmige Dialoge mit unglaubwürdigen Charakteren, minutenlange Passagen, in denen kaum etwas Interessantes geschieht, aufgesetzt wirkende Charaktere vom Reißbrett - das lockt keinen hinterm Ofen vor und ist erst recht nicht spannend.

Von der PS3-Exklusivität merkt man bei diesem 08/15-Shooter leider nichts!Fazit lesen

Ähnlich verhält es sich mit dem Spielgeschehen, das nun wirklich nichts Neues bietet. Gut, es gibt den Nektar und die damit verbundenen (wenigen) Zusatzfunktionen. Durch eine Storywendung im späteren Spielverlauf wird auch dieses Feature größtenteils unbedeutend. Dass man die Droge auch gegen seine Feinde einsetzen kann (z. B. Granaten, die zu einer Überdosis führen), bringt für das Gameplay so gut wie gar nichts.

Zu viele Macken

Die KI-gesteuerten Soldaten rennen nämlich meist ohnehin herum, wie ein panischer Hühnerhaufen und dienen lediglich als besseres Kanonenfutter. Dummerweise sind die eigenen Schießprügel recht ineffizient. Wenn man nicht gerade einen Kopfschuss landet, was angesichts der schwammigen Zielfunktion schwer fällt, pumpt man schon mal mehr als ein Magazin in die Kontrahenten. Von Durchschlagskraft kann man hier also nicht wirklich sprechen, auch wenn das Waffenarsenal alle "üblichen Verdächtigen" umfasst und somit recht umfangreich ausfällt. In eurem Inventar befinden sich jedoch leider immer nur zwei Wummen gleichzeitig.

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Keine Gefahr: Das Interface ignoriert fliegende Granaten geflissentlich.
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Ansonsten bietet Haze eigentlich nichts, was man bei einem Shooter so oder so ähnlich nicht schon gesehen hätte. Dafür ärgert man sich über das Interface, das z. B. nicht anzeigt, das gerade eine Granate vor unserem Füßen gelandet ist und man unversehens in die Luft gesprengt wird. Schlimmer ist jedoch, dass man aufgrund der unübersichtlichen Anzeige oft nicht bestimmen kann, aus welcher Richtung man überhaupt beschossen wird und somit eher unfreiwillig Spannung erzeugt wird.

Haze - Das hat die PS3 nicht verdient: Der maue Belanglos-Shooter langweilt mit schnöder Optik.

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Nutzlos: Eure Teamkameraden sind nicht die Hellsten.
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Wenig Action versprühen auch die immer wieder eingestreuten Fahrzeugmissionen, die eigentlich nur als reiner Selbstzweck dienen und mit schwammiger Steuerung nerven, aber nicht wirklich in das Spielgeschehen integriert sind. Zudem ist völlig unverständlich, warum der Sichtradius beim Fahren derart eingeschränkt wurde: Man kann sich nicht nach hinten umschauen und nach etwaigen Verfolgern Ausschau halten.

Wenig Exklusiv

Alles wirkt bei diesem "Exklusivspiel" belanglos und 08/15-mäßig, das Leveldesign bietet euch keine Möglichkeit vom vorgegebenen Weg der Schlauchlevel abzuweichen, ihr könnt nicht sprinten, müsst euch nebenher die immer gleichen doofen Sprüche eurer dümmlichen KI-Kameraden anhören, die euch ständig vor die Füße laufen und auch die Effekte wirken überwiegend billig.

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Im Koop-Modus machen die Fahrzeugmissionen nochmal so viel Spaß!
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Allein das Feuer des Flammenwerfers sorgt für jede Menge Fremdschäm-Potenzial, von den Explosionen ganz zu schweigen. Lediglich die Ansicht bei Nektar-Störungen birgt Abwechslungspotenzial, nutzt sich später aber auch schnell ab. Erwähnenswert ist zudem die Möglichkeit, sich als Aufständischer tot zu stellen und dies taktisch zu seinen Gunsten zu nutzen und vorbeistürmenden Soldaten in den Rücken zu fallen. Häufige Verwendung findet diese Funktion in der Praxis aber nicht wirklich.

Fast noch am Spannendsten ist der Koop-Modus, bei dem ihr die Einzelspieler-Kampagne auch zu viert zocken könnt und dabei vor den grenzdebilen KI-Mitstreitern bewahrt werdet. Dafür hinterlässt der Multiplayermodus für bis zu 16 Spieler einen ebenso belanglosen Eindruck, wie der Rest des Spiels und bietet die aus anderen Genre-Vorbildern bekannte Modi wie Deathmatch, Team-Deathmatch und Teamangriff (mit speziellen Aufgabenstellungen). Von aktuellen Spitzenspielen wie Call of Duty 4 ist man hier aber meilenweit entfernt.