Der deutsche Computerspiele-Markt säumt sich zurzeit wieder deutlich mit wirklich brauchbaren Adventure-Spielen aus dem eigenen Land. Darunter fallen Titel wie „Edna bricht aus“, „The Whispered World“, „Ceville“ oder die „Ankh“-Reihe. Von letzteren Entwicklern stammt auch „Haunted“, der neueste Streich des Deck-13-Teams, das sich nahtlos dieser Reihe erfolgreicher deutscher Adventure anschließt.
Schaurig-schöner Adventurespaß, der eine fantastische Geschichte mit viel Humor und tollen Charakteren erzählt.FazitHaunted erzählt von dem jungen Mädchen Mary, das der geheimnisvollen Stimme ihrer toten Schwester in eine alte Universität folgt. Dort wacht sie nach kurzer Bewusstlosigkeit in einem seltsamen Labor wieder auf, in dem sie von Professorin Ashcroft und ihrem einfältigen Gehilfen Ethan untersucht wird. Nachdem die eigenartige Professorin das Mädchen in ihr Arbeitszimmer geleitet hat, kann Mary ihre beiden „Entführer“ belauschen: Ethan soll sie umbringen.
Sofort beschließt Mary zu fliehen, als sie plötzlich das Medaillon ihrer kleinen Schwester Emily entdeckt, die vor einiger Zeit spurlos verschwand und für tot geglaubt wurde. Neben der Flucht setzt sie sich nun zum Ziel, mehr über das merkwürdige Verschwinden von Emily herauszufinden.
Mary ist auf der Suche nach ihrer kleinen Schwester EmilyAuf ihrer Reise trifft Mary viele sehr liebenswerte und unterschiedliche Charaktere. Direkt zu Beginn befreit sie den Piraten Oscar aus einem sogenannten „Schnapper“ in der Universität. Oscar ist ein Geist, wie all die anderen Figuren, die Mary im Laufe ihres Abenteuers begleiten werden. Warum Mary Geister sehen kann, ist nicht gewiss – dass aber nur sie und nicht andere diese Geister sehen können, wird zum enormen Vorteil.
In dieser liebevoll und fantastisch erzählten Geschichte begegnet Mary unter anderem dem starken Schottenkrieger William, der tapfer in einer großen Schlacht gefallen ist, dem verruchten Papst Bonifazius, der am liebsten jede rothaarige Zigeunerin auf dem Scheiterhaufen verbrennen würde, und dem weisen Konfuzius, der als Flaschengeist in einem Goldfischglas haust und um keine Weisheit verlegen ist.
Neben den vielen Untoten lernt Mary auch eine Menge lebendiger Charaktere kennen, die alle ihre eigene Geschichte und ihre eigenen Macken haben. Schön inszeniert und mit viel Mut zur Fantasie lassen die Entwickler Mary und ihre Freunde das alte London erkunden, nach Transsilvanien schippern und mit dem Zug nach Schottland reisen.
Die Geistertruppe hofft auf Erlösung, Mary hingegen auf ein WunderIn jedem Kapitel stößt mindestens ein neuer Begleiter für Mary hinzu, was nicht nur viel Spaß mit sich bringt, sondern auch eine große Portion Hilfe für den Spielverlauf. Denn ohne ihre Geister kommt Mary an der einen oder anderen Stelle einfach nicht weiter, was sich als sehr schönes Gimmick und eine tolle Idee entpuppt.
So hat jeder Geist eine bestimmte Fähigkeit, die für das Vorankommen entscheidend ist: Oscar kann mit seinen Piratenhandschuhen heiße, kalte und elektrisierte Gegenstände anfassen, William ist superstark, kann aber nur Dinge benutzen, mit denen der Tod in Berührung kam (wie z.B. Ethans Axt), wohingegen Bonifazius alle Sprachen der Welt spricht – auch die tierischen.
Hier führt Deck 13 das Prinzip aus „Ceville“ und „Edna bricht aus“ fort: Während der Spieler in Ceville drei Charaktere steuern muss und man bei Edna den frechen Hasen Harvey als ständigen Gefährten dabei hat, könnt ihr in Haunted so gesehen eine ganze Gruppe steuern.
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