An diesem Donnerstag veröffentlichte das unabhängige polnische Entwicklerstudio Destructive Games den Ankündigungs-Trailer ihres ersten Spiels „Hatred“. Das kurze Video zeigt einen Mann, der sich auf einen Amoklauf vorbereitet und diesen kurz darauf, untermalt von diversen Spielszenen, in die Tat umsetzt.

Hatred - Trailer

Bereits kurz nach der offiziellen Ankündigungen stand Hatred aufgrund seiner sensiblen Thematik im breiten Fokus der medialen Öffentlichkeit. Der Trailer hatte sich binnen weniger Stunden im Internet verbreitet und stieß im Wesentlichen auf zwei Reaktionen: Abneigung und Begeisterung.

Der erste Beißreflex schnappte auf beiden Seiten unweigerlich zu; eine differenzierten Betrachtung wurde durch die Brisanz des Themas enorm erschwert. Während sich Spieler in diversen Foren und besonders im Kommentarbereich des entsprechendes Trailers auf YouTube heftige Debatten lieferten, urteilten auch Teile der meinungsbildenden Fachpresse mit stark gefärbten Momentaufnahmen wie „The worst trailer of the year“.

Es ist schwer, neutral über Hatred zu berichten, weil das Spiel des noch jungen Studios Destructive Games niemanden kalt lassen kann. Es weckt unweigerlich starke Emotionen im Rezipienten, seien diese nun positiver oder negativer Natur. Fakt ist. Hatred provoziert. Die Frage dabei ist jedoch, wie bewusst, vielleicht sogar manipulativ dies geschieht.

Hinweis: Der hier verlinkte offizielle Trailer von "Hartred" zeigt explizite Gewalt und nutzt eine sehr brutale Bildsprache. Wir bitten diejenigen unter euch mit einem seichteren Gemüt, sich den Trailer zu ersparen und auf unsere Beschreibungen zu vertrauen. Der Trailer ist ausdrücklich ab 18 Jahren freigegeben und besitzt damit keine Jugendfreigabe.

Auf der offiziellen Internetpräsenz beschreiben die Entwickler ihr Spiel als „isometrischen Shooter mit einer verstörenden Amoklaufatmosphäre, in dem der Spiele die Kontrolle des kaltblütigen Antagonisten übernimmt, der voller Hass auf die Menschheit ist. Es ist der Horror, aber DU bist der Bösewicht.“ Wenige Zeilen darunter entkräftigen sie diese Prämisse jedoch bereits mit dem Hinweis, dass dies nur ein Spiel sei und man es nicht zu ernst nehmen solle. Damit umgehen sie etwaige kritische Fragen, die bei dieser Thematik unweigerlich gestellt werden, und öffnen Spekulationen Tür und Tor.

Während Verfechter letztgenannten Hinweis in die eigene Argumentation aufnehmen, Hatred vorrangig als ein System spielerischer Möglichkeiten sehen und dessen Hintergrund mit der Begründung ausblenden, es gehe lediglich um den „Spaß beim Spielen“, sehen Kritiker die Entwickler in der Pflicht, einen festen Standpunkt einzunehmen.

Als Spieler und Redakteure fühlen wir uns bei gamona dazu verpflichtet, Hatred zum Thema einer differenzierten Auseinandersetzung zu machen. Aus diesem Grund verzichten wir jedoch bewusst darauf, unserer Leserschaft ausschließlich anhand der wenigen bislang bekannten Fakten einen Artikel anzubieten.

Stattdessen haben wir die Entwickler von Destructive Games kontaktiert und ihnen verschiedene Fragen über ihr Spiel gestellt. Dieses Interview wird – so wir eine Antwort erhalten, die uns bereits zugesagt wurde – innerhalb der nächsten Tage unverändert auf gamona veröffentlicht. Ausgehend von dieser Basis erfolgt im Laufe der nächsten Zeit weitere Berichterstattung.