Kleine und auch große nervige Kinder mit Zauberhüten, dazu passenden Stäben und aufgemalten Narben auf der Stirn: Nein, wir haben nicht schon wieder Halloween vor uns, vielmehr steht der nunmehr fünfte Harry Potter-Streifen "Der Orden des Phönix" in den Startlöchern und mit ihm in bester Tradition - oder so ähnlich - natürlich das passende Spiel. Ob wir bei der Umsetzung "It's a kind of magic" anstimmten oder die Zauberstäbe über das Knie brachen, erfahrt ihr im Review der PC- und Xbox 360-Version.

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Einfach magisch!
Hogwarts, Dementoren, die Toilette der maulenden Myrte: Für wen sich diese Wort nach dem Gebrabbel eines verwirrten Spiele-Redakteurs anhören, hat sich zuvor wahrscheinlich noch nie für die Bücher, Filme oder Spiele rund um den vor allem von Kleinstkindern mit Brille vergötterten Zauber-Azubi Harry Potter interessiert.

Harry Potter und der Orden des Phönix - Hogwarts, Voldemort und Dementoren: Auch der fünfte Potter ist wahrlich zauberhaft.

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Täuschend echt: Gary Oldman als Sirius Black.
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Eigentlich sehr schlecht, denn auch die Umsetzung "Der Orden des Phönix" setzt zum vollsten Verständnis auf bereits erlangte Kenntnisse aus dem Potter-Universum. Und so dürften sich viele von Anfang an wie im sprichwörtlichen Wald fühlen: "Accio", "Reparo", "Depulso"! Ah ja, was ist das? Keine Angst, ein kleines Tutorial führt Euch in die grundlegendsten Schritte ein.

Die Besonderheit: Zaubersprüche werden nicht ausgewählt und mit Knopfdruck aktiviert, sondern mit dem Zauberstab eher "nachgezeichnet": Das will auf dem PC mit der Maus nicht immer so recht klappen, auf der Xbox 360 hingegen flutschen die magischen Sprüche durch verschiedene Richtungsänderungen mit dem rechtem Analogstick meistens hervorragend. Habt Ihr Euch mehr oder minder mit den wesentlichsten Elementen vertraut gemacht, geht es auch schon ab zur Hochburg der Magie, also nach Hogwarts!

Die Versoftung greift im Groben und Ganzen die Geschichte der Leinwand- und Buchvorlage auf. Auch hier ist der böse Lord Voldemort noch am Leben und wird zunehmend aktiver. Inzwischen formiert sich im Geheimen Widerstand gegen den dunklen Lord und die Totesser, der "Orden des Phönix" geht ans Werk, mit dabei Harrys Onkel Sirius Black. Doch Harry und seine Leidensgenossen Ron und Hermine bleiben vom Widerstand ausgeschlossen.

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O.K., wir spielen jetzt Verstecken. Ron, du zählst bis 100!
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Schlimmer noch: Auch in Hogwarts sind dunkle Mächte am Werk und Schulleiter Dumbledore wird sogar aus dem Amt entlassen und durch die ominöse Dolores Umbridge ersetzt. Während ihres strengen Regimes entdecken Harry & Co. jedoch, dass in der Zauberschule irgendjemand für Voldemort arbeitet und so beschließen sie, selbst tätig zu werden. Schließlich können sich auch angehende Zauberlehrlinge noch prima wehren.

Motivierende Eskapaden...
Hier kommt "Dumbledore's Armee" ins Spiel: Eine Widerstandsbewegung, die der Spieler im Laufe des Abenteuers quasi aufbaut. Die ersten vier Vertreter - Harry, Hermine, Ron und der schüchterne Neville - hat man schon fast nach einer knappen Stunde zusammen. Zwischen den Aufträgen dürft Ihr Euch im wahrlich riesigen Hogwarts austoben: Am Sinnvollsten ist es dabei, auf unaufgeräumte Szenerien zu achten.

Begegnet Ihr beispielsweise einem Bilderstapel, dürft Ihr diesen mittels "Wingardium Leviosa" wieder an die dafür vorgesehenen Stellen an der Wand bringen. Oder Ihr drückt mit "Accio" einen klapprigen Deko-Ritter wieder in eine aufrechte Lage. Genauso gut könnt Ihr mit "Incendio" auch erloschene Fackeln wieder entzünden.

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Der grüne Dampf stammt übrigens nicht von der Erbsensuppe am Mittag.
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Der Lohn der ganzen Sache: Eine Art Erfahrungspunkte, die Eure Zauber nicht nur stärker werden lassen, sondern nebenbei auch Boni wie zum Beispiel einen Blick hinter die Kulissen und Interviews mit den Schauspielern aktivieren. Nach dem gleichen Belohnungssystem funktionieren auch zahlreiche kleine Minispiele wie zum Beispiel ein "tickendes Memory", bei dem Ihr Kartenpaare innerhalb eines strengen Zeitlimits aufdecken müsst.

Zwischensequenzen - teils in Ingame-Grafik, teils gerendert - treiben derweil die Handlung voran, ohne jedoch Fans, die sich den Film vorher im Kino ansehen möchten, mit üblen Spoilern zu vergraulen. Wie eingangs erwähnt, sollte man jedoch trotzdem ein bisschen Vorkenntnis und vor allem Fantasie mitbringen, um wegen der insgesamt lahmen Erzählstruktur nicht gelangweilt zu kapitulieren.

Optisch kann "Der Orden des Phönix" eigentlich überzeugen: Viel Liebe zum Detail - vor allem an den unzähligen Portraits im magischen Treppenhaus zu erkennen - kann man hier zu keiner Zeit leugnen. Auch die Charaktere sehen den realen Vorbildern erschreckend ähnlich. Genauso erschreckend ist aber auch, dass deren Gesichter - exklusive Mund und Augen - scheinbar zu Stein erstarrt sind. Und auch der Detailgrad der zwar liebevoll gestalteten, abwechslungsreichen, aber auch oftmals unscharfen Texturen könnte besser sein.

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Das Anzünden der Geburtstagskerze hat sich Oma Elfriede dann doch etwas anders vorgestellt.
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Eigenartig ist, dass die PC-Version trotz etwas schlechterer Grafik auch mit einem pfeilschnellen Rechner ab und zu stockt, diese Probleme haben Konsoleros auf der Xbox 360 jedoch nicht. Ähnlich gespalten wird man beim Sound sein: Bewegen sich Effekte und Musikuntermalung noch auf einem wahrlich zauberhaftem Niveau, klingen die nicht-originalen, deutschen Synchronsprecher alles andere als bei der Sache.