Wirklich gefallen dürfte das Spiel also nur Sammlern. Zum einen, weil sich die Xbox 360-Achievements sehr einfach freispielen lassen und auch die Abzeichen bei Quidditch, Duell und Zaubertrankbrauen mehr als einfach zu verdienen sind. Zum anderen, weil EA die Größe von Hogwarts nutzt, um ein Sammelsystem einzubauen und dafür größtenteils auf Nebenmissionen verzichtete.
Die Spielzeit ist erschreckend. In nur 5 Stunden habt ihr das Abenteuer erfolgreich beendet. Zählt man die Zwischensequenzen nicht mit, sind es gerade einmal 3 ½.So sucht ihr zwischen den Minispielen im ganzen Schloss nach Wappen, die in den verschiedensten Ecken versteckt sind. Zudem könnt ihr mit dem Wink eures Zauberstabs zahlreichen Gegenständen Mini-Wappen entlocken. Habt ihr genug davon einkassiert, setzen die sich zu einem großen Wappen zusammen. Ab einer gewissen Anzahl gesammelter Exemplare werden zusätzliche Inhalte und Erfolge freigeschaltet.
Während Voldemort also vor den Burgmauern lauert und Menschen und Magier tötet, sprintet ihr in Hogwarts umher, sammelt Wappen, braut Tränkchen, spielt Quidditch und duelliert euch. Klingt komisch, aber das sind eure einzigen Aufgaben.
Im Hinblick auf die Technik fällt das Urteil vernichtend aus. Im Vergleich zum direkten Vorgänger, der im Juni 2007 erschien, hat sich in Sachen Grafik nichts verändert. EA nutzt die gleichen schwammigen Texturen, die gleichen Charaktermodelle mit ihren kantigen Gesichtern, die gleichen verbesserungsbedürftigen Effekte. „Die Liebe steckt im Detail“, urteilten wir damals. Nun ja, am Detailgrad hat hier niemand geschraubt.
Den Minispielen mangelt es an Abwechslung und Anspruch. Außerdem wiederholen sie sich zu oft. Nervig!Geschraubt wurde dann schon eher am Fehlergrad. Die Sprachausgabe ist beispielsweise nicht lippensynchron. Oft spricht ein Charakter, wobei die Lippenbewegung zu spät oder gar nicht einsetzt.
Apropos Sprachausgabe. EA mag zwar die deutschen Synchronsprecher des Films verpflichtet haben, wirklich gerne scheinen die Personen hinter den Mikrofonen ihre Aufgabe nicht zu machen. Müde gesprochene Sätze, kaum Intonation und wenig Herz. Immerhin können die Effekte und die Hintergrunduntermalung überzeugen und ein Funken Potter-Atmosphäre vermitteln.
Was die Steuerung angeht. Ein Schelm, wer hier vermutet, dass die Wii-Steuerung 1:1 für die Xbox 360 umgesetzt wurde, um Kosten zu sparen – zulasten der nutzerfreundlichen Bedienung versteht sich. Aber das war ja bereits im Vorgänger schon so.
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